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Bei der 48. Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ in Shanghai hat Österreich zehn Medaillen geholt: vier Silber- und sechs Bronzeplätze für sein 48-köpfiges Team, das nach eigenen Angaben das größte europäische Aufgebot stellte. Zusätzlich erhielten 20 heimische Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Medals for Excellence“ für mindestens 700 von 800 möglichen Punkten.

Zu den Ausgezeichneten zählen die Salzburger Floristin Julia Gschwandtner und der Landmaschinentechniker Bernhard Moser, die laut ORF unter hohem Zeitdruck hervorragende Punktewerte erreichten, aber einen Medaillenrang verfehlten. Laut Kleine Zeitung gingen zudem drei Medals for Excellence an steirische und eine an eine kärntnerische Fachkraft, während zwei steirische Fachexperten ihre Schützlinge zu Silbermedaillen begleitet haben sollen – diese regionale Aufschlüsselung stammt bislang aus nur einer Medienquelle und ist unabhängig noch nicht bestätigt. In der Nationenwertung wurde Österreich Siebter und damit drittbeste europäische Nation hinter Schweiz und Frankreich – eine Verbesserung gegenüber den sieben Medaillen der vorigen Ausgabe 2024 in Frankreich.

Offen bleiben die vollständigen Einzelergebnisse aller 48 österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, konkrete Namen und Disziplinen hinter der steirisch-kärntnerischen Aufschlüsselung sowie eine unabhängig eingesehene, komplette Ländertabelle der Organisation WorldSkills.

Was passiert ist

Bei der 48. Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ in Shanghai sind rund 1.400 junge Fachkräfte aus aller Welt in rund 60 Berufen gegeneinander angetreten. Österreich schickte mit 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach eigenen Angaben das größte europäische Team ins Rennen. Bei der Schlussfeier vor rund 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Shanghaier Mercedes-Benz Arena stand fest: Team Austria bringt zehn Medaillen mit nach Hause – vier Spitzenfachkräfte wurden Vizeweltmeister und holten damit Silber, sechs weitere sicherten sich Bronze. Zusätzlich vergab die Jury 20 „Medals for Excellence“ an österreichische Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zwar keinen Podestplatz erreichten, aber mindestens 700 von 800 möglichen Punkten sammelten und damit internationales Spitzenniveau bewiesen.

Regionale Erfolge: Salzburg, Steiermark und Kärnten

Unter den mit einer „Medal for Excellence“ Ausgezeichneten waren auch zwei Salzburgerinnen bzw. Salzburger: die Floristin Julia Gschwandtner aus Bergheim im Flachgau und der Landmaschinentechniker Bernhard Moser aus Eben im Pongau. Gschwandtner beschrieb vor allem den Zeitdruck als Herausforderung – für ihr aufwendigstes Stück, eine Raumtrenner-Dekoration, standen ihr zweieinhalb Stunden zur Verfügung, für die übrigen Aufgaben meist nur zwei. Einen Medaillenrang verfehlten beide, erzielten laut ORF aber deutlich überdurchschnittliche Punktewerte.

Laut Kleine Zeitung reichte die Erfolgsbilanz auch bis in den Süden Österreichs: Drei Fachkräfte aus der Steiermark und eine aus Kärnten sollen jeweils eine „Medal for Excellence“ erhalten haben, und zwei steirische Fachexperten hätten ihre Kandidatinnen bzw. Kandidaten zu Silbermedaillen begleitet – also zu zwei der insgesamt vier österreichischen Silberränge. Die Steiermark war laut eigener Vorberichterstattung mit zwölf Personen ohnehin das größte Landeskontingent im 48-köpfigen Team Austria, darunter ein Robotik-Duo und ein Grafikdesigner. Namen und Disziplinen der konkret genannten steirischen und kärntnerischen Ausgezeichneten sowie eine unabhängige Bestätigung dieser Aufschlüsselung liegen bislang nicht vor; die Angabe stützt sich auf eine einzelne Medienquelle.

Österreichs Gesamtbilanz

In der Nationenwertung landete Österreich laut übereinstimmenden Berichten auf Platz sieben hinter Gastgeber China; unter den europäischen Ländern folgte man auf Schweiz und Frankreich als drittbeste Nation des Kontinents. Damit verbesserte sich das Nationalteam der Berufe gegenüber der vorigen Ausgabe: 2024 in Frankreich hatte Österreich laut ORF sieben Medaillen geholt, heuer waren es zehn. SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft zog laut ORF eine positive Bilanz für die traditionellen Handwerksberufe, sah aber bei IT- und neuen Berufen noch Entwicklungspotenzial, dem man sich in den kommenden Jahren verstärkt widmen wolle.

Was unklar bleibt

Öffentlich zugängliche Berichte benennen bislang nicht die vollständige Ergebnisliste aller 48 österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Einzelplatzierungen und Punktzahlen. Auch eine offizielle, nach Ländern aufgeschlüsselte Gesamtmedaillenstatistik der Organisation WorldSkills lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht in eingesehener Form vor. Die von der Kleinen Zeitung berichtete regionale Aufschlüsselung nach Steiermark und Kärnten – konkrete Namen, Disziplinen und die genaue Zuordnung der Silbermedaillen zu den genannten Experten – ist bislang nicht durch eine zweite Quelle oder eine offizielle Liste bestätigt. Welche beruflichen Konsequenzen die Auszeichnungen für die einzelnen Medaillengewinnerinnen und -gewinner haben werden, ist ebenfalls offen.

Einordnung

WorldSkills gilt als weltweit größter Vergleichswettbewerb für berufliche Bildung: Nur unter 23-Jährige dürfen teilnehmen, und jede Person darf nur einmal in ihrer Karriere antreten. Für Österreich, das traditionell auf die duale Lehrlingsausbildung setzt, dient die Teilnahme auch als Schaufenster für die eigene Berufsbildungspolitik – entsprechend wurde der Erfolg in begleitenden Presseaussendungen als Bestätigung der heimischen Lehre gewertet. Eine von den Beteiligten unabhängige Einordnung dieser Deutung liegt nicht vor.