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Während der bisherige Bericht zur Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern vor allem die ersten Hochrechnungen und die Reaktion von Kanzler Friedrich Merz in den Mittelpunkt stellte, rückt nun die Frau ins Bild, die Die Linke zu ihrem möglichen Erfolg geführt hat: Elif Eralp. Die 45-Jährige wurde 1981 in München als Tochter aus der Türkei geflohener sozialistischer Eltern geboren, wuchs in Dortmund und Hamburg auf und studierte dort Rechtswissenschaften mit Prädikatsexamen. Seit 2010 ist sie hauptberuflich in der Linke-Politik aktiv, seit 2021 sitzt sie im Berliner Abgeordnetenhaus und ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Im Wahlkampf setzte Eralp konsequent auf das Thema leistbares Wohnen: Sie kündigte an, große Wohnungsunternehmen enteignen und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einführen zu wollen, und positionierte sich mit deutlichen Worten gegen Immobilienkonzerne. Vor Wahlkampfbeginn war die studierte Juristin außerhalb der Landespolitik kaum bekannt; über eine breite Social-Media-Präsenz und eine intensive Klingelkampagne wurde sie zum Gesicht ihrer Partei.

Ob aus dem in ersten Hochrechnungen gesehenen Vorsprung der Linken tatsächlich eine von Eralp geführte Regierung wird, ist damit weiterhin offen – ein amtliches Endergebnis und mögliche Koalitionsverhandlungen stehen noch aus. Ebenso offen ist, ob und wie ihre wohnungspolitischen Ankündigungen im Fall einer Regierungsbeteiligung umgesetzt würden.

Vorgeschichte

Wie im bisherigen Bericht zur Landtagswahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dargestellt, sahen erste Hochrechnungen von ARD und ZDF am Wahlabend Die Linke in der Hauptstadt klar vor der CDU. Wer hinter diesem möglichen Erfolg steht, blieb dort offen: Es ist die 45-jährige Elif Eralp, die Die Linke als Spitzenkandidatin durch den Berliner Wahlkampf geführt hat.

Vom Elternhaus im Exil zur stellvertretenden Fraktionschefin

Eralp wurde 1981 in München geboren, während ihre Eltern als Sozialisten und Gewerkschafter nach dem Militärputsch aus der Türkei geflohen waren – ihre Mutter war zu diesem Zeitpunkt mit ihr schwanger. Aufgewachsen ist sie in Dortmund und Hamburg, wo sie schon als Kind an Demonstrationen teilnahm und sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung engagierte. In Hamburg studierte sie später Rechtswissenschaften und schloss beide Staatsexamen mit Prädikat ab.

Ihren politischen Werdegang begann sie 2010 als Referentin für Rechtspolitik der Linke-Bundestagsfraktion. Von 2018 bis 2023 gehörte sie dem Berliner Linke-Landesvorstand an, seit 2021 sitzt sie im Abgeordnetenhaus und ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin. Vor Beginn des Wahlkampfs war sie außerhalb der Landespolitik kaum bekannt – über Social-Media-Auftritte in mehreren Sprachen und eine intensive Klingelkampagne an Berliner Haustüren machte sie sich zur Symbolfigur ihrer Partei.

Kampfansage an Immobilienkonzerne

Im Zentrum von Eralps Wahlkampf stand das Thema leistbares Wohnen. Sie kündigte an, „jeden verdammten Hebel umlegen“ zu wollen, um Berlin bezahlbar zu machen, und positionierte sich mit Sätzen wie „Wir sind bereit, uns mit den Immobilienkonzernen anzulegen“ deutlich gegen große private Vermieter. Konkret plant sie laut ihren eigenen Ankündigungen die Enteignung großer Wohnungsunternehmen sowie einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen. Das sind Wahlkampfversprechen einer Spitzenkandidatin – keine beschlossene Gesetzeslage, deren Umsetzung von einer tatsächlichen Regierungsbeteiligung und von Mehrheiten im Abgeordnetenhaus abhinge.

Was weiterhin offen ist

Der Vorsprung der Linken, der Eralp zur ersten linken Regierungschefin Berlins und zur ersten mit türkischen Wurzeln machen könnte, stützt sich bislang nur auf eine erste Hochrechnung von ARD und ZDF nach Wahlschluss – nicht auf ein amtliches Endergebnis. Ob sich daraus tatsächlich eine von der Linken angeführte Koalition und in der Folge eine Regierungschefin Eralp ergibt, ist damit ebenso offen wie die Frage, ob und wie ihre Ankündigungen zu Mietendeckel und Enteignung im Fall einer Regierungsbeteiligung umgesetzt würden.