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Nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen ist die Linke mit 25,7 Prozent erstmals stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus geworden, vor der CDU (18,8 Prozent), der AfD (16,3), den Grünen (14,3) und der SPD (12,1 Prozent); BSW und FDP verfehlten mit 4,7 beziehungsweise 2,5 Prozent den Einzug. In Mecklenburg-Vorpommern siegte die AfD mit 38,2 Prozent vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 Prozent. Die CDU verfehlte dort mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und fliegt damit übereinstimmenden Medienberichten zufolge erstmals in ihrer Geschichte aus einem Landesparlament. Das jeweils endgültige, geprüfte amtliche Ergebnis steht noch aus.

Kanzler Friedrich Merz trat binnen Kurzem nach Schließung der Wahllokale vor die Presse, übernahm die Verantwortung für das Debakel in Mecklenburg-Vorpommern und kündigte an, im Amt zu bleiben und als „Reformkanzler“ gegen das von ihm so bezeichnete „autoritäre Gift“ weiterzumachen – laut einer weiteren Analyse der Kleinen Zeitung „bis auf Abruf“, eine bislang nicht unabhängig bestätigte Zuspitzung. Für diese Woche hat er seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung abgesagt, um stattdessen an CDU-internen Gremiensitzungen teilzunehmen. Laut Analyse von Die Presse gilt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als möglicher Nachfolgekandidat für 2029 – eine Einschätzung einzelner Kommentatoren, keine CDU-Festlegung.

Offen bleibt, welche Koalitionen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich zustande kommen, ob die AfD ihren Sieg im Nordosten mangels Partnern in Regierungsverantwortung ummünzen kann – eine Einschätzung, die inzwischen zwei unabhängige Analysen teilen –, ob die Berliner Linke den von Kommentatoren beschriebenen „Realitätstest“ bei der Regierungsbildung besteht, und ob Merz nach den CDU-Gremiensitzungen unangefochten im Amt bleibt. Eine Analyse sieht zudem wachsende politische Ränder als Folge einer als schwach wahrgenommenen Bundeskoalition und erwähnt eine bislang nicht näher erläuterte „Personalreserve“ der SPD.

Was passiert ist

In den beiden ostdeutschen beziehungsweise gesamtdeutschen Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag die Wahllokale für die Landesparlamente geöffnet. Seit 8 Uhr konnten die Menschen ihre Stimme für das Berliner Abgeordnetenhaus beziehungsweise den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern abgeben, die Wahllokale schlossen um 18 Uhr. In Berlin waren rund 2,5 Millionen Menschen wahlberechtigt, in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,3 Millionen. In Berlin regierte bislang eine Koalition aus CDU und SPD, in Mecklenburg-Vorpommern eine Koalition aus SPD und der Linken.

Was die Umfragen vor dem Wahltag zeigten

Nach den vor dem Wahltag veröffentlichten Umfragen zeichnete sich in Berlin ein enges Rennen um Platz eins zwischen der postkommunistischen Linken und der CDU ab. Dahinter lagen AfD, Grüne und SPD ebenfalls zweistellig, während das BSW um den Einzug ins Abgeordnetenhaus kämpfte. In Mecklenburg-Vorpommern deuteten Umfragen auf ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD an der Spitze hin, mit der Linken deutlich dahinter; Grüne und BSW mussten dort laut den Erhebungen um den Einzug in den Landtag bangen, auch die CDU rutschte in die Nähe der Fünf-Prozent-Hürde. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig warb im Wahlkampf mit dem Slogan „Eine Frau gegen Blau“ gegen die AfD.

Vorläufige Ergebnisse: Linke gewinnt Berlin, AfD stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern

Nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen wurde die Linke in Berlin mit 25,7 Prozent erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus – vor der CDU mit 18,8 Prozent, der AfD mit 16,3, den Grünen mit 14,3 und der SPD mit 12,1 Prozent. Das BSW verfehlte mit 4,7 Prozent, die FDP mit 2,5 Prozent den Einzug ins Parlament. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken, führte ihre Partei zu diesem Ergebnis. Rein rechnerisch käme ein Linksbündnis aus Linke, Grünen und SPD auf eine Mehrheit im 162 Sitze zählenden Abgeordnetenhaus, auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD wäre möglich – welche Konstellation tatsächlich zustande kommt, ist noch offen.

In Mecklenburg-Vorpommern gewann die AfD nach vorläufigem amtlichem Ergebnis mit 38,2 Prozent vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 Prozent. Die Linke kam auf 6,5, die Grünen auf 5,7 Prozent. Die CDU verfehlte mit 4,9 Prozent knapp die Fünf-Prozent-Hürde – nach übereinstimmenden Medienberichten das erste Mal in der Geschichte der Partei, dass sie aus einem Landesparlament fliegt. Das jeweils endgültige, von den Landeswahlausschüssen geprüfte amtliche Ergebnis für beide Länder steht noch aus und kann von den vorläufigen Zahlen noch geringfügig abweichen.

Merz kündigt Weitermachen an

Kanzler Friedrich Merz trat binnen Kurzem nach Schließung der Wahllokale vor die Kameras – nach Medienberichten allein in der CDU-Parteizentrale. Er übernahm die Verantwortung für das Wahldebakel in Mecklenburg-Vorpommern, verkündete aber nicht seinen Rücktritt, sondern kündigte an, im Amt zu bleiben und als „Reformkanzler“ weiterzumachen. Rückgrat, Standfestigkeit und Geduld seien nun gefragt, um Deutschland in die Zukunft zu führen; die von seiner Regierung verfolgten Reformen seien das „Mittel gegen das autoritäre Gift“, so Merz laut Die Presse. Eine Analyse der Kleinen Zeitung präzisiert diese Ankündigung mit der Formulierung, Merz wolle „bis auf Abruf“ weitermachen – eine Zuspitzung, die den Verbleib im Amt eher als vorläufig denn als endgültig gesichert beschreibt und bislang nicht unabhängig durch andere Medien in dieser Form bestätigt ist. Ob die CDU-Basis ihm angesichts des Wahldebakels die Gefolgschaft versagt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen – Merz hatte seine für diese Woche geplante Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York, mit Treffen unter anderem mit Trump, Macron und Selenskyj, abgesagt, um stattdessen an CDU-internen Gremiensitzungen teilzunehmen: Montag Parteivorstand und Präsidium, Dienstag Fraktionssitzung, Donnerstag ein Gespräch mit den CDU-Ministerpräsidenten.

Was noch unklar ist

Amtlich endgültig, also nach Prüfung durch die Landeswahlausschüsse, festgestellte Ergebnisse für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern liegen noch nicht vor – die genannten Zahlen sind vorläufige amtliche Ergebnisse der Landeswahlleitungen und können sich noch geringfügig verschieben. Offen bleibt daher die exakte Sitzverteilung. Unklar ist zudem, welche Koalitionen in beiden Ländern tatsächlich zustande kommen und wer die künftigen Regierungen bildet – ebenso, ob Merz nach den CDU-Gremiensitzungen tatsächlich unangefochten im Amt bleibt oder ob es, wie von Beobachtern befürchtet, zu einem parteiinternen Aufstand kommt. Auch ob Hendrik Wüst tatsächlich als Nachfolgekandidat aufgebaut wird, ist reine Einschätzung einzelner Kommentatoren und nicht durch offizielle CDU-Aussagen belegt. Ebenfalls unklar bleibt, was eine weitere Analyse konkret mit einer angeblich bereits gefundenen „Personalreserve“ der SPD meint – dazu liegt bislang nur eine knappe, nicht näher erläuterte Kurzformulierung vor.

Einordnung

Die beiden Landtagswahlen reihen sich in eine Serie ostdeutscher beziehungsweise gesamtdeutscher Urnengänge im September 2026 ein, in deren Verlauf die AfD bereits Anfang des Monats in Sachsen-Anhalt mit rund 44 Prozent stärkste Kraft wurde, wie „Neue Nachrichten“ berichtete. Der nun vorläufig bestätigte AfD-Sieg in Mecklenburg-Vorpommern setzt diesen Trend fort. Ähnlich wie in Sachsen-Anhalt, wo eine Regierungsbeteiligung der AfD nach dem dortigen Wahlerfolg bislang nicht zustande kam, hat auch in Mecklenburg-Vorpommern bisher keine andere Partei eine Koalition mit der AfD in Aussicht gestellt – laut Analysen von Die Presse und der Kleinen Zeitung dürfte die AfD ihren Wahlsieg deshalb mangels Koalitionspartnern vorerst nicht in Regierungsverantwortung ummünzen können. Die Presse-Analyse sieht umgekehrt auch die Berliner Linke nach ihrem historischen Sieg vor einem „Realitätstest“ bei der praktischen Regierungsbildung; die Kleine Zeitung ergänzt dazu die allgemeinere Einschätzung, dass die politischen Ränder links wie rechts auch von einer als schwach wahrgenommenen amtierenden Bundeskoalition profitieren. Für die CDU und Kanzler Merz markiert der Wahlabend einen weiteren Tiefpunkt in einer Reihe von Landtagswahlniederlagen; parteiintern wird bereits seit Wochen über seine Position diskutiert, wobei laut Presse-Einschätzung NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst – mit eigener Bewährungsprobe bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im April 2027 – als möglicher Nachfolgekandidat gehandelt wird. Auf Seiten der SPD verweist die Kleine-Zeitung-Analyse zudem auf eine bereits gefundene „Personalreserve“ für die Zukunft, ohne dies näher auszuführen – eine Formulierung, die vorerst offen bleibt.