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Die Europäische Zentralbank hat zehn Designentwürfe für die geplante nächste Euro-Banknotenserie vorgestellt und ruft die Bevölkerung der Euro-Zone zu einer Online-Umfrage auf, die bis 21. September 2026 läuft. Zur Wahl stehen zwei Themen: „Europäische Kultur“ mit Persönlichkeiten wie Beethoven, Marie Curie und da Vinci sowie „Flüsse und Vögel“ mit Motiven wie Eisvogel und Weißstorch, auf deren Rückseiten europäische Institutionen abgebildet sind. Voraussichtlich Ende 2026 soll der EZB-Rat auf dieser Grundlage einen Entwurf auswählen.

Die Neugestaltung geht auf einen 2021 gestarteten EZB-Prozess zurück und soll laut Angaben unter anderem Fälschungssicherheit, Umweltbilanz und Erkennbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigung verbessern; diese Detailangaben stammen bislang jedoch nur aus einer einzelnen Medienquelle. Offen bleiben insbesondere die Teilnehmerzahl der Umfrage, ihr tatsächlicher Einfluss auf die EZB-Entscheidung sowie der Zeitpunkt, zu dem die neuen Scheine schließlich in Umlauf kommen. Die aktuelle Euro-Banknotenserie ist seit Mai 2019 vollständig im Einsatz, die erste Serie war 2002 eingeführt worden.

Was passiert ist

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn Designentwürfe für die geplante nächste Euro-Banknotenserie vorgestellt und ruft die Bevölkerung der Euro-Zone zu einer Online-Umfrage auf. Bis 21. September 2026 können sich Bürgerinnen und Bürger dazu äußern, welche Entwürfe ihnen am meisten zusagen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei der Präsentation, Euro-Banknoten seien mehr als ein Zahlungsmittel: „Die Banknoten gehören Ihnen.“ Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 EU-Ländern. Auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, rief zur Teilnahme auf: Je mehr Menschen abstimmten, desto besser spiegle das Ergebnis künftig „die Vielfalt und die Werte Europas“ wider. Voraussichtlich Ende 2026 soll der EZB-Rat auf Basis der Umfrage einen Entwurf auswählen. Bis die neuen Scheine tatsächlich im Zahlungsverkehr ankommen, wird laut übereinstimmenden Medienberichten noch deutlich mehr Zeit vergehen.

Die zwei Designthemen zur Wahl

Bereits Anfang des vergangenen Jahres hatte die EZB zwei Leitthemen für die neuen Scheine festgelegt, zu denen nun je fünf Umsetzungsvorschläge vorliegen. Das erste Thema, „Europäische Kultur“, zeigt auf den Vorderseiten bekannte Persönlichkeiten wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci, auf den Rückseiten etwa Straßenkünstler oder ein Sängerfest. Das zweite Thema, „Flüsse und Vögel“, rückt die Widerstandskraft und Vielfalt europäischer Ökosysteme in den Mittelpunkt, mit Motiven wie Eisvogel und Weißstorch auf der Vorderseite sowie Darstellungen europäischer Institutionen – etwa Europäisches Parlament, Europäische Kommission und EZB selbst – auf der Rückseite. Die zehn Entwürfe sind laut recherchierten Angaben aus einem EU-weiten Designwettbewerb mit über tausend teilnehmenden Grafikerinnen und Grafikern hervorgegangen; diese konkrete Zahl liegt bislang jedoch nur über eine einzelne Quelle vor und ist nicht abschließend verifiziert.

Hintergrund und Ziele der Neugestaltung

Die EZB hatte den Prozess zur Neugestaltung der Euro-Banknoten bereits Ende 2021 angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig neue Serien, unter anderem um Fälschern das Handwerk zu erschweren – Bundesbank-Präsident Nagel verwies auf „verbesserte und innovative Sicherheitsmerkmale“. Genannt werden zudem Ziele wie eine geringere Umweltbelastung durch langlebigere Scheine sowie eine bessere Erkennbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Diese Detailangaben stammen bislang aus einem einzelnen Medienbericht und sind noch nicht durch eine zweite unabhängige Quelle bestätigt. Die ersten Euro-Banknoten waren am 1. Jänner 2002 ausgegeben worden, seit Mai 2019 ist die zweite, um zusätzliche Sicherheitsmerkmale ergänzte Serie vollständig im Umlauf.

Was unklar bleibt

Offen ist, welches der beiden Themen sich am Ende durchsetzt und wie stark das Umfrageergebnis die Entscheidung des EZB-Rats tatsächlich bindet – rechtlich verbindlich ist die Abstimmung nicht, sie dient als Meinungsbild. Auch die genaue Zahl der Teilnehmenden an der Online-Umfrage sowie die konkreten technischen Sicherheitsmerkmale der neuen Serie sind derzeit nicht bekannt. Unklar bleibt zudem, wie viele Jahre nach der für Ende 2026 erwarteten Design-Entscheidung tatsächlich vergehen, bis die neuen Banknoten gedruckt und ausgegeben werden.

Einordnung

Für Österreich und die übrigen 20 Euro-Länder ist die Entscheidung relevant, weil sie das Erscheinungsbild des alltäglichen Zahlungsmittels über Jahrzehnte prägen wird – ähnlich wie die aktuelle, eher abstrakt gehaltene Motivwelt aus fiktiven Bauwerken es seit 2002 tut. Dass die EZB anders als bei früheren nationalen Währungen wie der D-Mark nun auf öffentliche Beteiligung setzt, wird von EZB und Bundesbank als Versuch dargestellt, Akzeptanz und Identifikation mit der Gemeinschaftswährung zu stärken. Wie die Ergebnisse der Umfrage konkret gewichtet werden und ob das Verfahren tatsächlich mehr Bürgernähe schafft, lässt sich erst nach Auswertung und EZB-Rats-Entscheidung Ende 2026 beurteilen.