Nach zwei Großbränden binnen einer Woche im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) – am 17. August 2026 waren erneut mehr als 830 Feuerwehrleute und elf Hubschrauber im Einsatz, rund 250 Menschen mussten vorübergehend evakuiert werden – rückt die Frage der Zuständigkeit für eine Räumung der Munitionsreste in den Vordergrund. Die Polizei geht laut einer Sprecherin gegenüber der APA erneut mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengten Pulverfabrik den Brand ausgelöst hat; der Stoff dürfte sich durch jahrelange Witterungseinflüsse zersetzt haben und beim Kontakt mit Luftsauerstoff selbst entzündet haben.
Laut Verteidigungsministerium ist der Entminungsdienst erst ab dem Zeitpunkt eines tatsächlichen Fundes von Kampfmitteln zuständig und übernimmt dann kostenlos Bergung, Sicherung, Entschärfung und Abtransport. Für eine vorbeugende Suche nach weiterem Gefahrengut im Waldboden müssten hingegen die Grundstückseigentümer selbst private Kampfmittelerkundungsfirmen beauftragen und bezahlen. Der Föhrenwald gehört laut Bürgermeisterin Christa Tisch einer Vielzahl von Privatpersonen, was eine koordinierte Räumung erschwert; bei einem für September angesetzten Gemeindetreffen sollen weitere Details geklärt werden.
Wie groß die beim zweiten Brand betroffene Fläche tatsächlich war, bleibt unklar – Berichte schwanken zwischen rund 64 und 164 Hektar. Auch zu Verletzten, zum Sachschaden, zur Rückkehr aller Evakuierten und zum Ergebnis des September-Treffens liegen bislang keine gesicherten Angaben vor.
Zweiter Großbrand binnen einer Woche
Am 17. August 2026 brach im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) erneut ein Großbrand aus – nur eine Woche nach dem ersten Feuer in derselben Region, wie im bisherigen Bericht dargestellt. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass mehr als 830 Feuerwehrleute und elf Hubschrauber im Einsatz standen, um die Flammen einzudämmen. Rund 250 Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen.
Ursache: wieder Phosphor aus Munitionsresten
Wie schon beim ersten Brand geht die Polizei laut einer Sprecherin gegenüber der APA “mit sehr großer Wahrscheinlichkeit” davon aus, dass Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengten Fabrik das Feuer ausgelöst hat. Im betroffenen Gebiet stand einst eine Pulverfabrik, deren Überreste bis heute im Erdreich liegen sollen. Laut Erläuterungen zur Brandursachenermittlung dürfte sich der phosphorhaltige Sprengstoffrest durch jahrelange Witterungseinflüsse zersetzt haben; kommt der freigelegte Phosphor mit Luftsauerstoff in Kontakt, entzündet er sich selbst. Die wiederholte Selbstentzündung binnen einer Woche legt nahe, dass die Kontamination des Bodens großflächiger ist als nach dem ersten Brand angenommen.
Wer ist für die Räumung der Munitionsteile zuständig?
Nach den beiden Großbränden rückt die Frage der Verantwortung für eine vorbeugende Räumung in den Vordergrund. Auf Anfrage teilte das Verteidigungsministerium mit, dass der Entminungsdienst erst ab dem Zeitpunkt eines tatsächlichen Fundes von Kampfmitteln zuständig ist: Ab dann übernimmt er in Zusammenarbeit mit der örtlichen Sicherheitsdienststelle kostenlos Bergung, Sicherung, Entschärfung und Abtransport. Für eine Suche nach weiterem Gefahrengut im Waldboden sind hingegen die Grundstückseigentümer selbst verantwortlich: Sie müssten private Firmen, die Kampfmittelerkundung anbieten, beauftragen – und deren Kosten auch selbst tragen. Der Föhrenwald gehört laut Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste “Gemeinsam für St. Egyden”) einer Vielzahl von Privatpersonen, was eine koordinierte, flächendeckende Suche organisatorisch und finanziell erschwert. Laut Tisch gibt es grundsätzlich Überlegungen, die Munitionsteile im Gebiet entfernen zu lassen; bei einem für September angesetzten Treffen sollen weitere Details geklärt werden.
Unklares Schadensausmaß beim zweiten Brand
Wie groß die beim zweiten Brand betroffene Fläche tatsächlich ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen weiterhin nicht eindeutig bestimmen: Der Kurier nannte rund 64 Hektar, ein weiterer Bericht sprach von rund 164 Hektar – die Angaben widersprechen sich deutlich. Auch ob bereits alle rund 250 evakuierten Personen wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, wird bislang nur vereinzelt berichtet.
Vorgeschichte
Bereits eine Woche vor dem zweiten Brand hatte ein Feuer in derselben Region rund 100 Hektar Wald erfasst; auch damals identifizierte die Polizei Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg als wahrscheinliche Ursache, wie im bisherigen Bericht dargestellt. Dort war offengeblieben, ob angesichts der bekannten Munitions- und Phosphorbelastung zusätzliche Sicherungsmaßnahmen im Gebiet gesetzt werden. Dass es nur eine Woche später erneut brannte, beantwortete diese Frage zunächst implizit negativ – die nun bekannt gewordene Zuständigkeitsregelung erklärt zumindest teilweise, warum bislang keine flächendeckende vorbeugende Suche stattgefunden hat: Sie müsste von privaten Grundstückseigentümern selbst finanziert werden.
Was weiterhin offen ist
Unklar bleibt, ob es beim zweiten Einsatz Verletzte gab, wie hoch der Sachschaden ausfällt und was das für September angekündigte Gemeindetreffen konkret an Maßnahmen ergibt. Offen ist auch, ob sich die zahlreichen privaten Grundstückseigentümer im Föhrenwald angesichts der Kostenfrage tatsächlich zu einer koordinierten Suche zusammenschließen werden und wie hoch die Kosten einer umfassenden Räumung überhaupt wären. Ein offizieller Abschluss der Nachlöscharbeiten war zum Zeitpunkt der Berichterstattung ebenfalls noch nicht vermeldet.
