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Neun Tage nach dem Start des neuen Polizei-Dienstzeitmodells hat die Wiener FPÖ am 10. September 2026 bei einer Pressekonferenz von „Hilferufen“ aus den Testbezirken Brigittenau und Leopoldstadt berichtet. Konkret verweist die Partei auf Meldungen aus den Reihen der Polizei über elf aufeinanderfolgende Diensttage, eine Reduktion der Funkwagenschichten sowie eine teilweise Verkürzung der Wochenruhezeit von 48 auf 35 Stunden. Sicherheitssprecher Stefan Berger sprach von einem „sicherheitspolitischen Blindflug“. Diese Detailangaben stammen jedoch ausschließlich aus der FPÖ-Darstellung und sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Ebenfalls unbelegt blieb die von der Partei hergestellte Verbindung zu angeblichen Häufungen von Gewalt, Kriminalität und Jugendlichenproblemen in den beiden Bezirken – konkrete Zahlen dazu legte die FPÖ nicht vor.

Das Innenministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu den einzelnen Vorwürfen äußern, verwies aber darauf, dass die Auswirkungen des Modells auf die Bediensteten während der Einführungsphase gezielt erhoben und evaluiert würden. FPÖ-Chef Dominik Nepp kündigte an, zusätzlich eine parlamentarische Anfrage an das Ministerium zu stellen. Die Partei kritisierte zudem, dass in Wien nur zwei benachbarte Bezirke getestet werden, während andere Bezirke derzeit noch aushelfen könnten – eine Möglichkeit, die bei der für 2027 geplanten Ausrollung auf alle 23 Bezirke wegfiele.

Der Streit reiht sich in eine bereits im August 2026 begonnene Debatte um Polizeipersonal in Wien ein, in der die FPÖ eine „Großstadtzulage“ gefordert und die SPÖ auf die Bundeszuständigkeit verwiesen hatte – wie im bisherigen Bericht dazu dargestellt. Ob sich die nun genannten operativen Zahlen bestätigen, dürfte sich erst mit der angekündigten Anfrage oder der ministeriellen Evaluierung zeigen.

FPÖ meldet „Hilferufe“ aus den Wiener Testbezirken

Neun Tage nach dem Start des neuen Polizei-Dienstzeitmodells hat die Wiener FPÖ bei einer Pressekonferenz am 10. September 2026 Alarm geschlagen: Aus den beiden Wiener Testbezirken Brigittenau und Leopoldstadt seien bereits erste „Hilferufe“ eingegangen, erklärten Parteichef Dominik Nepp und der nicht amtsführende Sicherheitsstadtrat Stefan Berger.

Konkret verweist die Partei auf Meldungen aus den Reihen der Polizei, wonach es in den Testbezirken bereits zu elf aufeinanderfolgenden Diensttagen sowie zu einer Reduktion der Funkwagenschichten gekommen sein soll. Zusätzlich soll sich die Wochenruhezeit im neuen Modell teilweise von 48 auf 35 Stunden verkürzen, wodurch manche Beamtinnen und Beamte nur noch ein freies Wochenende im Monat zur Verfügung hätten. Berger bezeichnete das Modell als „sicherheitspolitischen Blindflug“. Wichtig für die Einordnung: Diese Detailangaben stammen ausschließlich aus der FPÖ-Darstellung und werden über nicht näher benannte interne Polizeimeldungen gestützt – eine unabhängige Bestätigung durch Innenministerium, Landespolizeidirektion oder Personalvertretung liegt bislang nicht vor.

Die FPÖ verband ihre Kritik zudem mit dem Hinweis auf angebliche Häufungen von „Gewalt, Kriminalität und Problemen mit Jugendlichen“ sowie Einbrüchen am Vorgartenmarkt in den beiden Bezirken. Konkrete Zahlen dazu präsentierte die Partei nach übereinstimmenden Berichten jedoch nicht, weshalb dieser Teil der Aussagen hier bewusst nicht als geprüfte Tatsache, sondern als unbelegte politische Behauptung eingeordnet wird.

Ministerium äußert sich nicht zu den Details, verweist auf Evaluierung

Auf Nachfrage zu den FPÖ-Vorwürfen wollte sich das Innenministerium nicht zu Behauptungen einer politischen Partei äußern. Ein Sprecher erklärte lediglich, das neue Dienstzeitmodell solle ein einheitliches, modernes und planbares System schaffen und die Auswirkungen auf die Bediensteten würden „in der Einführungsphase gezielt erhoben und evaluiert“; Erkenntnisse daraus sollten in die weitere Umsetzung einfließen. Zu den konkret genannten Zahlen – elf Diensttage in Folge, reduzierte Funkwagenschichten, verkürzte Ruhezeiten – nahm das Ministerium nicht im Detail Stellung.

Nepp kündigte an, parallel zur laufenden Testphase eine parlamentarische Anfrage an das Innenministerium zu stellen, um die Vorwürfe offiziell abzuklären. Zudem kritisierte die FPÖ die Auswahl der Wiener Testbezirke: Solange nur Brigittenau und Leopoldstadt getestet würden, könnten andere Bezirke bei Personalengpässen noch aushelfen – bei einer für 2027 geplanten Ausrollung auf alle 23 Wiener Bezirke falle diese Möglichkeit weg, was aus Sicht der Partei das Bild der laufenden Evaluierung verzerre.

Vorgeschichte: Schon zuvor Streit um Wiens Polizeipersonal

Der Konflikt um das Dienstzeitmodell ist nicht neu: Bereits im August 2026 hatte die Wiener FPÖ bei einer eigenen Pressekonferenz eine „Großstadtzulage“ für Wiens Polizei sowie Korrekturen am damals frisch gestarteten Modell gefordert, worauf die SPÖ mit dem Verweis auf die Zuständigkeit des Bundes konterte – wie im bisherigen Bericht dazu dargestellt. Die damals offene Frage, ob sich das Innenministerium überhaupt zu den FPÖ-Vorwürfen äußert, lässt sich nun teilweise beantworten: Das Ministerium hat reagiert, bleibt inhaltlich aber vage und verweist auf die laufende Evaluierung, ohne auf einzelne Zahlen einzugehen. Zu den im August genannten Zahlen (Personalabbau, Anteil an Strafanzeigen, Einkommensverluste) liegen weiterhin keine neuen Angaben vor.

Einordnung der Quellenlage

Dass die FPÖ Wien ihre Kritik am Dienstzeitmodell erneuert und dabei erstmals konkrete Rückmeldungen aus der laufenden Testphase präsentiert hat, ist durch zwei voneinander unabhängige Medien sowie die eigene Presseaussendung der Partei gut belegt. Die operativen Kernbehauptungen – elf Diensttage am Stück, reduzierte Funkwagenschichten, verkürzte Ruhezeiten – beruhen jedoch bislang ausschließlich auf der Darstellung einer politisch interessierten Partei und anonymer interner Meldungen. Ob sich diese Angaben mit amtlichen Dienstplan- oder Personaldaten decken, ist offen und dürfte sich erst mit der von Nepp angekündigten parlamentarischen Anfrage oder der vom Ministerium zugesagten Evaluierung klären.