Trumps „Friedensrat“ hat am 23. September 2026 in New York einen ersten konkreten Wiederaufbauplan für Gaza vorgestellt: 66 Projekte über sechs Monate, Budget 2,45 Milliarden Dollar. Vorgesehen sind Notunterkünfte, Trümmerräumung, Krankenhausreparaturen, Wirtschaftsförderung sowie Infrastruktur- und Sicherheitsmaßnahmen. Der geschätzte Gesamtschaden in Gaza liegt laut Plan bei 35,2 Milliarden Dollar, ein vollständiger Wiederaufbau über zehn Jahre bei rund 71,4 Milliarden Dollar – die jetzige Summe ist also nur ein erster Teilbetrag.
Neben Sondergesandtem Steve Witkoff und Jared Kushner präsentierten der Hohe Vertreter für Gaza, Nickolay Mladenov, sowie Ali Shaath von der geplanten palästinensischen Technokratenregierung den Plan und riefen Geberländer zur Unterstützung auf. Mladenov räumte laut ORF ein, die Verhandlungen mit Israel seien wegen der dort bevorstehenden Wahl nicht einfach.
An der zentralen Blockade ändert die Ankündigung nichts: Wie im bisherigen Bericht zu Netanjahus Ablehnung des Entwaffnungsplans dargestellt, ist weiterhin offen, ob Israel und die Hamas den Kernpunkten des Friedensplans zustimmen. Auch der Wiederaufbauplan setzt laut Berichten deren Kooperation voraus – eine formelle Zusage beider Seiten zu diesem konkreten Vorhaben gibt es bislang nicht.
66 Projekte, ein Sechstel der Kosten
Der von US-Präsident Donald Trump initiierte „Friedensrat“ hat am 23. September 2026 am Rande der UNO-Generaldebatte in New York erstmals einen konkreten Fahrplan für den Wiederaufbau Gazas vorgelegt: einen auf sechs Monate angelegten Plan mit 66 Einzelprojekten und einem Budget von 2,45 Milliarden US-Dollar (rund 2,15 Milliarden Euro). Vorgesehen sind unter anderem Notunterkünfte, die Räumung von Trümmern und Blindgängern, Reparaturen an Krankenhäusern, Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung sowie die Instandsetzung von Grenzübergängen, Strom- und Wassernetzen. Dazu kommen laut Berichten rund 25.000 tragbare Solar-Kits und die dauerhafte Verfüllung von Tunneln.
Die genannte Summe deckt allerdings nur einen ersten Abschnitt ab: Der Plan selbst beziffert den bisherigen Sachschaden in Gaza auf 35,2 Milliarden Dollar, ein vollständiger Wiederaufbau über ein Jahrzehnt soll rund 71,4 Milliarden Dollar kosten. Die jetzt präsentierten 2,45 Milliarden sind damit als Startpaket zu verstehen, nicht als Gesamtfinanzierung.
Wer den Plan trägt
Neben Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und dessen Schwiegersohn Jared Kushner traten bei der Präsentation der Hohe Vertreter des Friedensrats für Gaza, der bulgarische Diplomat Nickolay Mladenov, sowie Ali Shaath als Chef der geplanten palästinensischen Technokratenregierung auf. Gemeinsam riefen sie Geberländer dazu auf, den Plan finanziell zu unterstützen – wer sich dazu bereits verpflichtet hat, ist aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich. Vereinzelt wird berichtet, dem Friedensrat gehörten 28 Mitgliedstaaten an; diese Zahl ist unabhängig nicht bestätigt.
Mladenov räumte laut ORF zugleich ein, dass die Verhandlungen mit Israel vor der dort bevorstehenden Wahl „nicht einfach“ seien. „Angesichts der Komplexität“ der Angelegenheit seien aber Fortschritte gemacht worden, so der Diplomat – ohne diese näher zu benennen.
Vorgeschichte
Der Wiederaufbauplan reiht sich in Trumps umfassenderen Gaza-Friedensplan ein, der die schrittweise Entwaffnung der Hamas und einen Rückzug der israelischen Streitkräfte vorsieht. Wie im bisherigen Bericht dargestellt, hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu diesen Entwaffnungs- und Rückzugsplan im August erstmals auch persönlich abgelehnt und stattdessen eigene Anmerkungen übermittelt; Israel fordert vor einem Abzug weiterhin die vollständige Vernichtung aller Waffen im Gazastreifen, nicht nur eine Entwaffnung der Hamas.
Was weiterhin offen bleibt
Der neue Plan ändert an der zentralen offenen Frage des bisherigen Berichts – wie Israel und die Hamas zu den Kernpunkten des Friedensplans stehen und ob eine Einigung über Entwaffnung und Truppenabzug gelingt – nichts: Auch der Wiederaufbauplan setzt laut Berichten die Kooperation beider Seiten voraus, eine offizielle Zustimmung Israels oder der Hamas zu diesem konkreten Vorhaben liegt bislang nicht vor. Neu ist vor allem, dass der Friedensrat trotz der ungelösten politischen Blockade mit einem detaillierten, finanziell bezifferten Wiederaufbauprogramm an die Öffentlichkeit geht und damit Druck auf Geberländer sowie auf die Konfliktparteien aufzubauen versucht.


