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Das Stift Heiligenkreuz hat einen Nachfolger für den zurückgetretenen Abt Maximilian Heim gefunden: Die 84 wahlberechtigten Mönche wählten am 17. September 2026 Pater Simeon Wester zum neuen Administrator der Zisterzienserabtei im niederösterreichischen Bezirk Baden. Der 61-Jährige übernimmt die Leitung für drei Jahre, wie das Stift in einer Aussendung mitteilte, über die mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichteten. Gewählt wurde zunächst kein Abt, sondern nur ein Administrator auf Zeit – laut Stift nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium in Rom, weil mehr als ein Drittel der Mönche noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hatte.

Wester, geboren 1965 in Unkel am Rhein, ist studierter Kirchenmusiker und trat 2001 in Heiligenkreuz ein. Er war dort unter anderem Novizenmeister, Subprior und Prior, bevor er 2018 als Gründungsprior das neue Zisterzienserpriorat Neuzelle in Brandenburg aufbaute und bis 2026 leitete. Wester tritt damit die Nachfolge von Heim an, der sein Amt mit Wirkung vom 14. September 2026 aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte – wie im bisherigen Bericht zu Heims Rücktritt dargestellt, war diesem Schritt eine vatikanische Visitation des Stifts vorausgegangen, deren genauer Gegenstand weiterhin unklar ist.

Offen bleibt, ob sich der Vatikan noch offiziell zum Verfahren äußert und ob bzw. wie die Visitation mit dem Rücktritt Heims zusammenhängt. Auch zur künftigen Zusammenarbeit zwischen dem neuen Administrator und dem in die Seelsorge zurückkehrenden Heim gibt es bislang keine Angaben.

Wester übernimmt für drei Jahre

Das Stift Heiligenkreuz hat einen Nachfolger für den zurückgetretenen Abt Maximilian Heim gefunden: Die 84 wahlberechtigten Mönche des Konvents wählten am 17. September 2026 Pater Simeon Wester zum neuen Administrator. Der 61-Jährige übernimmt die Leitung der Zisterzienserabtei im niederösterreichischen Bezirk Baden für drei Jahre, wie das Stift in einer Aussendung mitteilte, über die mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichteten.

„In Demut übernehme ich meine neue Aufgabe und danke meinen Mitbrüdern für das Vertrauen“, wurde Wester zitiert. Abtpräses Pius Maurer, der die Wahl geleitet hatte, sprach von einer „lebendigen, jungen Gemeinschaft, die über die Grenzen Niederösterreichs weit hinauswirkt.“

Administrator statt Abt: die Begründung

Gewählt wurde zunächst kein Abt, sondern lediglich ein Administrator auf Zeit. Laut Stift geht das auf eine Vorgabe zurück, die nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium in Rom getroffen wurde: Da mehr als ein Drittel der 84 stimmberechtigten Mönche noch nie an einer regulären Abtwahl teilgenommen hatte, sollte die Gemeinschaft zunächst unter einer befristeten Leitung zur Ruhe kommen. Maurer wertete das als „große Chance für den Neugewählten und für die Gemeinschaft von Heiligenkreuz“, die sich damit auf „die Festigung der rasch gewachsenen Gemeinschaft“ konzentrieren könne.

Eine eigenständige, direkt vom Vatikan stammende öffentliche Stellungnahme zu dieser Vorgabe liegt bislang nicht vor – die Angaben dazu stammen aus der Aussendung des Stifts selbst.

Wer ist Simeon Wester

Simeon Karl Wester wurde am 7. April 1965 im deutschen Unkel am Rhein geboren und studierte Chorleitung, Gesangspädagogik und Kirchenmusik. 2001 trat er in das Stift Heiligenkreuz ein, legte 2005 die feierliche Profess ab, schloss 2007 sein Theologiestudium ab und wurde 2008 zum Priester geweiht. Im Kloster wirkte er als Kantor und Stiftsorganist sowie als Dozent für Kirchenmusik und Gregorianik und war musikalisch verantwortlich für die international beachtete Gregorianik-CD „Chant – Music for Paradise“.

Von 2009 bis 2010 war Wester Novizenmeister, von 2007 bis 2010 Subprior und von 2010 bis 2017 Prior des Stifts. 2018 übernahm er als Gründungsprior den Aufbau des neuen Zisterzienserpriorats Neuzelle im deutschen Brandenburg und leitete die dortige Gemeinschaft bis zu seiner Rückkehr 2026. Abt Heim, der Wester seit dessen Eintritt in Heiligenkreuz kennt, würdigte ihn als jemanden, der es „als Organist und Chorleiter“ verstehe, „die verschiedenen Stimmen zu einem Klang zu vereinen“.

Vorgeschichte

Wester tritt die Nachfolge von Maximilian Heim an, der sein Amt als Abt mit Wirkung vom 14. September 2026 aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte – nach eigenen Angaben wegen einer Herzerkrankung im Vorjahr und nach zwei Amtsperioden seit 2011. Dem Rücktritt war eine rund zehnmonatige, vom Vatikan angeordnete Visitation des Stifts vorausgegangen, deren genauer Gegenstand weiterhin nicht öffentlich bekannt ist. Details dazu sowie zum möglichen Zusammenhang zwischen Rücktritt und Visitation sind im bisherigen Bericht zum Rücktritt von Abt Heim dargestellt; die aktuelle Wahl liefert dazu keine neuen Informationen.

Was weiterhin offen ist

Zu den zentralen offenen Fragen rund um die Vatikan-Visitation und einen möglichen Zusammenhang mit Heims Rücktritt äußert sich auch die aktuelle Berichterstattung nicht. Ebenso unklar bleibt, ob sich der Vatikan bzw. das Ordensdikasterium in Rom noch offiziell und direkt zum Verfahren rund um Heims Amtsniederlegung und die nun erfolgte Wahl äußern wird. Wie sich die Zusammenarbeit zwischen dem neuen Administrator und dem zurückgetretenen Abt, der laut eigenen Worten in die Seelsorge zurückkehren möchte, künftig gestaltet, ist ebenfalls offen.