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Der Ölfluss durch die Straße von Hormus hat sich laut dem Energiedatenanbieter Vortexa spürbar erholt: 65 bis 70 Prozent der gesamten Vorkriegs-Ölmenge und rund 80 Prozent des Rohöls und der Kondensate passieren demnach wieder die Meerenge, im Wochendurchschnitt 11,2 Millionen Barrel Rohöl täglich. Als Treiber nennt Vortexa eine von der US-Marine begleitete ‘Shuttleflotte’ zwischen Verladestationen im Golf und wartenden Tankern außerhalb der Meerenge sowie zusätzliche saudi-arabische Exporte nach der Schließung der Ost-West-Pipeline. Die Zahlen stammen von einem einzelnen kommerziellen Anbieter und sind unabhängig nicht geprüft, werden aber von mehreren internationalen Medien übereinstimmend wiedergegeben. Damit ist eine der offenen Fragen aus dem bisherigen Bericht zum iranisch-omanischen Rahmenplan – wie sich die tatsächliche Schiffsverkehrslage entwickelt – zumindest quantitativ teilweise beantwortet.

Trotz dieser wirtschaftlichen Normalisierung bleibt die Lage angespannt. Die iranische Meerengen-Behörde PGSA warnte Schiffe erneut vor nicht autorisierten Ausweichrouten entlang der omanischen Küste und drohte mit Bußgeldern, Festsetzung, Ladungsbeschlagnahme und künftigen Durchfahrtsbeschränkungen; aktuelle Berichte sprechen von rund 46 betroffenen Tankern, gegenüber zuvor rund 45. Der Sprecher der iranischen Armee erklärte zudem laut Staatsmedien, Iran bereite sich auf einen möglichen neuen US-Angriff vor – eine Aussage, die bislang nur einseitig belegt ist. Branchenberichte weisen außerdem auf wachsende Kapazitätsengpässe bei den für das Shuttle-System nötigen Schiff-zu-Schiff-Umladungen hin, die die beobachtete Erholung des Ölflusses wieder bremsen könnten.

Deutlich mehr Öl passiert die Meerenge

Der Ölfluss durch die Straße von Hormus hat sich einer aktuellen Datenauswertung zufolge spürbar erholt. Nach Angaben des Energiedatenanbieters Vortexa, die von der Nachrichtenagentur dpa verbreitet wurden, fließen derzeit wieder 65 bis 70 Prozent der gesamten Vorkriegs-Ölmenge durch die Meerenge – eingerechnet Flüssiggas und Raffinerieprodukte wie Benzin. Bei unverarbeitetem Rohöl und Kondensaten liegt der Anteil sogar bei rund 80 Prozent, was im Wochendurchschnitt etwa 11,2 Millionen Barrel täglich entspricht.

Damit liegt erstmals eine grobe Größenordnung dafür vor, wie sich die tatsächliche Schiffsverkehrslage in der Meerenge entwickelt hat – eine Frage, die im bisherigen Bericht zum iranisch-omanischen Rahmenplan für eine temporäre Hormus-Route noch offen war. Die Zahlen stammen allerdings von einem einzelnen kommerziellen Datenanbieter und sind unabhängig nicht geprüft; wie belastbar die zugrunde liegende Methodik ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht beurteilen.

Shuttleflotte und Saudi-Umleitung als Treiber

Als Erklärung für den Anstieg seit Ende Juli nennt Vortexa vor allem den Ausbau einer sogenannten Shuttleflotte: Tanker sollen, von der US-Marine begleitet, Öl von Verladestationen im Persischen Golf zu größeren Schiffen bringen, die außerhalb der Meerenge warten – ein Vorgehen, über das laut ORF auch das Wall Street Journal berichtet hat. Hinzu kommt laut Vortexa eine Zunahme saudi-arabischer Lieferungen, die eine Umlenkung von Exporten nach der Schließung der Ost-West-Pipeline widerspiegle. Nach Angaben aus internationalen Branchenanalysen sollen die saudischen Rohölexporte über Hormus im September auf rund 3,6 Millionen Barrel täglich gestiegen sein, nach rund 900.000 Barrel im August – eine Zahl, die einer einzelnen Branchenquelle entstammt und amtlich nicht bestätigt ist.

Dieselben Branchenberichte weisen zugleich auf eine Kehrseite hin: Die für das Shuttle-System nötigen Schiff-zu-Schiff-Umladungen sollen zunehmend an Kapazitätsgrenzen stoßen. Eine solche Umladung dauere inzwischen rund zehn Tage, statt zuvor fünf bis sieben – ein Engpass, der die beobachtete Erholung des Ölflusses wieder bremsen könnte.

Vorgeschichte

Wie im bisherigen Bericht zum Rahmenplan von Iran und Oman für eine temporäre Hormus-Route dargestellt, hatten die beiden Länder eine Einigung über sichere Durchfahrt und ein Minenräumprojekt angekündigt, während Iran parallel rund 45 Tankern mit einer Sperrliste drohte und offenblieb, wie stark die Meerenge tatsächlich noch beeinträchtigt ist. Der Konflikt selbst geht auf die amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar zurück, in deren Folge Iran die Durchfahrt durch Beschuss und Drohungen weitgehend blockiert hatte.

Iran warnt weiter vor Alleingängen entlang Omans Küste

Trotz der wirtschaftlichen Normalisierung hält Iran an seiner restriktiven Linie fest. Die für die Meerenge zuständige iranische Behörde PGSA warnte Schiffe erneut davor, die Straße von Hormus über nicht autorisierte Routen entlang der omanischen Küste zu umfahren – ein Ausweichmanöver, das zuletzt offenbar zugenommen hat. Wer sich daran beteilige, riskiere laut PGSA finanzielle und menschliche Verluste sowie erheblich eingeschränkte künftige Durchfahrtsrechte für Schiff, Reederei, Kapitän und Besatzung. Aktuelle Medienberichte sprechen von rund 46 auf diese Weise sanktionierten Tankern; ob es sich dabei um eine Aktualisierung oder eine Erweiterung der zuvor berichteten Liste von rund 45 Schiffen handelt, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht klären.

Parallel dazu erklärte der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, laut staatlichen Medien, Iran bereite sich auf einen möglichen neuen US-Angriff vor und sei zu einer Konfrontation bereit. Diese Aussage ist bislang ausschließlich über iranische Staatsmedien belegt und lässt sich unabhängig nicht bestätigen. Sie zeigt jedoch, dass die militärisch-politische Lage rund um die Meerenge trotz des zunehmenden Öldurchsatzes angespannt bleibt.