Gianni Infantino hat seine politische Zukunft geklärt: Eine FIFA-Sprecherin bestätigte, dass der Schweizer 2027 erneut als FIFA-Präsident kandidiert. Bei der Eröffnung der Frauen-U20-WM in Katowice hatte er direkte Fragen dazu noch ausweichend beantwortet, ehe die FIFA einen Tag später offiziell nachlegte – die Kandidatur selbst hatte Infantino bereits im April 2026 angekündigt, daran habe sich laut Sprecherin nichts geändert.
Wie im bisherigen Bericht zur FIFA-Krise dargestellt, steht Infantino wegen der inzwischen zurückgezogenen WM-Investorenpläne, Distanzierungen aus dem eigenen Verband und Erpressungsvorwürfen aus Jordanien massiv unter Druck. Daran ändert die Kandidatur-Bestätigung nichts: Die UEFA will seine Wiederwahl weiter verhindern und bereitet laut Berichten ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor, ohne dass bislang Anklage erhoben wurde. UEFA-Chef Ceferin hat selbst keine eigene Kandidatur angekündigt, aber deutlich gemacht, dass Infantino mit einem Gegenkandidaten rechnen müsse, falls er an mangelndem Rückhalt festhalte.
Formal entscheidet der 77. FIFA-Kongress am 18. März 2027 in Rabat über das Amt; Bewerbungen sind bis 18. November 2026 möglich. Damit ist geklärt, dass Infantino tatsächlich antritt – offen bleibt, ob ihm ein ernsthafter Gegenkandidat erwächst und wie die Wahl selbst ausgeht.
Bestätigung nach tagelangem Ausweichen
Gianni Infantino hat die Frage nach seiner politischen Zukunft nun offiziell beantwortet: Eine Sprecherin des Fußball-Weltverbands FIFA bestätigte, dass der Schweizer 2027 erneut als FIFA-Präsident kandidiert. Damit endet ein kurzes Hin und Her: Noch bei der Eröffnung der Frauen-U20-WM im polnischen Katowice am Wochenende hatte Infantino auf direkte Fragen zu seiner Kandidatur ausweichend reagiert und lächelnd, aber mit erhobenem Daumen, die Runde verlassen. Er habe angekündigt, es werde „den richtigen Ort und den richtigen Zeitpunkt“ für eine Erklärung geben – dieser folgte laut übereinstimmenden Medienberichten bereits einen Tag später mit dem Sprecherinnen-Statement.
Die Formulierung, mit der die FIFA die Kandidatur bestätigte, verweist zugleich auf die bereits im April 2026 erfolgte Ankündigung Infantinos: An dieser habe sich „natürlich“ nichts geändert. Neu ist damit weniger die Kandidatur selbst als die endgültige, offizielle Bekräftigung angesichts des anhaltenden Drucks auf Infantino.
Vorgeschichte: Investorenpläne und Erpressungsvorwürfe
Wie im bisherigen Bericht zur FIFA-Krise dargestellt, steckte Infantino zuletzt wegen der inzwischen zurückgezogenen Pläne zur Einbindung externer Investoren ins WM-Geschäft, wegen Distanzierungen aus dem eigenen Verband und wegen der Erpressungsvorwürfe des jordanischen Verbandschefs Prinz Ali bin Hussein in der größten Krise seiner Amtszeit. Diese Vorgänge werden hier vorausgesetzt und nicht erneut nachgezeichnet.
UEFA hält an ihrem Widerstand fest
Trotz der Bestätigung bleibt die Ausgangslage für Infantino angespannt: Die europäische Fußballunion UEFA will seine Wiederwahl beim Kongress verhindern, bereitet laut Berichten zudem ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit den zurückgenommenen Investorenplänen vor. Eine Anklage ist bislang nicht erhoben, Infantino weist die Vorwürfe zurück und wirft den Europäern seinerseits eine Verleumdungskampagne vor.
UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat sich in der Vergangenheit selbst nicht als Gegenkandidat positioniert, aber öffentlich angedeutet, dass Infantino mit einer Gegenkandidatur rechnen müsse, sollte er nicht von sich aus erkennen, an mangelndem Rückhalt in der Fußballwelt zu leiden. Ob diese Ankündigung nach der nun erfolgten Bestätigung noch aktuell ist oder sich die UEFA-Position seither verändert hat, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Fahrplan bis zur Wahl
Formal entscheidet sich Infantinos Zukunft beim 77. FIFA-Kongress, der für 18. März 2027 in der marokkanischen Hauptstadt Rabat angesetzt ist. Bewerbungen um das Präsidentenamt sind laut FIFA-Angaben bis 18. November 2026 möglich – Zeit, in der sich zeigen dürfte, ob ein ernsthafter Gegenkandidat antritt. Damit ist eine zentrale offene Frage aus der bisherigen Berichterstattung – ob Infantino 2027 überhaupt zur Wiederwahl antritt – nun beantwortet; offen bleibt, mit welchem Ergebnis die Wahl endet und ob die UEFA bis dahin einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.

