Israels Armee hat eine unterirdische Anlage der Hisbollah am Höhenzug Ali al-Taher im Südlibanon zerstört. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, damit sei die „Festigung der Sicherheitszone“ im Südlibanon abgeschlossen. Nach israelischen Armeeangaben erstreckte sich die Infrastruktur über mehr als zwei Kilometer und enthielt unter anderem iranische Raketen, Drohnen sowie Waffen- und Sprengstofflager; internationale Berichte sprechen von rund 1.100 Tonnen eingesetztem Sprengstoff und einer Erschütterung, die bis ins rund 70 Kilometer entfernte Beirut zu spüren gewesen sein soll.
Unklar bleibt, ob israelische Soldaten – wie von Netanyahu und Katz angekündigt – dauerhaft am Höhenzug bleiben, oder ob sie sich, wie ein internationaler Sicherheitsanalysedienst berichtet, bereits in rückwärtige Stellungen zurückgezogen haben und das Gebiet nur noch aus der Distanz kontrollieren. Weder die libanesische Regierung noch die Hisbollah oder Iran haben sich bislang zu der gemeldeten Zerstörung geäußert.
Der Höhenzug war schon zuvor wiederholt Schauplatz israelischer Angriffe im Südlibanon, zuletzt im Zusammenhang mit dem Hilferuf von Präsident Joseph Aoun an die USA. Die aktuelle Operation zeigt, dass Israel seine Angriffe in der Region fortgesetzt hat; wie die Hisbollah darauf reagiert und ob sich der von Aoun geforderten internationalen Unterstützung etwas Konkretes folgt, ist offen.
Neue Zerstörung: Israel meldet Ende der Operation am Ali-al-Taher-Höhenzug
Israels Armee hat eine unterirdische Anlage der Hisbollah am Höhenzug Ali al-Taher im Südlibanon zerstört. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten die Aktion in einer gemeinsamen Erklärung und erklärten damit die „Festigung der Sicherheitszone“ im Südlibanon für abgeschlossen. Nach israelischen Armeeangaben erstreckte sich die zerstörte Infrastruktur über mehr als zwei Kilometer; internationale Berichte, die sich auf israelische Militärangaben stützen, sprechen von rund 1.100 Tonnen eingesetztem Sprengstoff. Die Erschütterung sei als seismisches Ereignis von etwa Stärke 4,1 registriert worden – der Bürgermeister von Nabatieh berichtete, sie sei im gesamten Südlibanon und sogar im rund 70 Kilometer entfernten Beirut spürbar gewesen. Von libanesischer Seite gibt es dafür bislang keine eigene Bestätigung.
Was die israelische Armee in der Anlage gefunden haben will
Nach Darstellung der israelischen Armee handelte es sich um eine „strategische Terrorinfrastruktur“, die über mehr als zwei Jahrzehnte mit iranischer Finanzierung errichtet worden sei und unter anderem als Kommandozentrale gedient habe. Im Inneren seien Dutzende Raketen, Flugkörper und Drohnen iranischer Herstellung sowie Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen und Hunderte Minen und Sprengkörper gefunden worden; die Anlage habe zudem Wohnräume für längere Aufenthalte umfasst. Diese Angaben stammen ausschließlich vom israelischen Militär selbst – eine unabhängige Überprüfung von Art, Menge oder tatsächlicher Nutzung der genannten Funde liegt nicht vor.
Widerspruch: Bleiben die Soldaten – oder ziehen sie sich zurück?
Netanyahu und Katz erklärten, Soldaten würden am Höhenzug bleiben, um eine Rückkehr feindlicher Kräfte zu verhindern. Ein internationaler Sicherheitsanalysedienst berichtet dagegen, die Bodentruppen hätten sich nach der Sprengung tatsächlich in rückwärtige Stellungen zurückgezogen und sollten das Gebiet künftig nur noch aus der Distanz durch Überwachung und Feuerkraft kontrollieren. Beide Versionen stammen aus israelnahen bzw. israelischen Quellen und widersprechen einander in einem zentralen Punkt: ob israelische Truppen den Höhenzug physisch besetzt halten oder nicht. Welche Darstellung zutrifft, lässt sich derzeit nicht klären.
Vorgeschichte
Der Ali-al-Taher-Höhenzug bei Nabatieh war zuvor bereits wiederholt Schauplatz israelischer Angriffe im Südlibanon; wie im bisherigen Bericht zu den israelischen Angriffen im Südlibanon und dem Hilferuf von Präsident Joseph Aoun an die USA dargestellt, hatte Israels Armee ihre Operationen in der Region Anfang September verstärkt fortgesetzt, während eine offiziell geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah formal weiterbesteht.
Was jetzt offen bleibt
Die Zerstörung der Anlage beantwortet die zuvor offene Frage, ob es im Südlibanon zu weiteren israelischen Angriffen kommt, in diesem Fall eindeutig mit Ja. Offen bleibt dagegen, ob und wie die Hisbollah auf die Zerstörung ihrer nach israelischer Darstellung strategisch bedeutsamen Anlage reagiert – Hisbollah, die libanesische Regierung und Iran haben sich dazu bislang nicht öffentlich geäußert. Ebenfalls ungeklärt ist der tatsächliche Truppenstatus vor Ort sowie, ob sich der zuvor von Präsident Aoun an die USA und die internationale Gemeinschaft gerichtete Hilferuf angesichts der fortgesetzten israelischen Operationen zu etwas Konkretem entwickelt.

