Israels Armee hat nach eigenen Angaben neue Angriffe im Süden des Libanon geflogen und dies mit einem Drohnenangriff der Hisbollah-Miliz auf israelische Soldaten begründet, bei dem nach eigenen Angaben keine Soldaten verletzt wurden. Libanons Präsident Joseph Aoun verurteilte die Angriffe als „neue Eskalation“ und rief die USA sowie die internationale Gemeinschaft zu „dringendem Handeln“ auf.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen vier Menschen getötet – zwei in der Stadt Arab Salim, zwei in Nabatija – und rund 20 weitere verletzt, darunter mehrere Frauen und drei Kinder. Ein stillgelegtes Krankenhaus sei zerstört, mehrere Regierungsgebäude beschädigt worden. Diese Zahlen stammen bislang ausschließlich von libanesischer Seite und sind nicht unabhängig bestätigt.
Offen bleibt, wie die USA auf den libanesischen Hilferuf reagieren, ob sich die Angaben zu Toten und Schäden unabhängig verifizieren lassen und ob sich die Hisbollah zu dem von Israel angeführten Drohnenangriff äußert.
Was passiert ist
Israels Armee hat nach eigenen Angaben neue Angriffe im Süden des Libanon geflogen. Nach Darstellung der israelischen Armee war Auslöser ein Drohnenangriff der Hisbollah-Miliz auf israelische Soldaten, die im Südlibanon stationiert sind. Libanons Präsident Joseph Aoun bezeichnete die israelischen Angriffe als „neue Eskalation“ und rief die USA sowie die internationale Gemeinschaft zu „dringendem Handeln“ auf. Die Angriffe hätten auch staatliche libanesische Institutionen und Gesundheitseinrichtungen getroffen, erklärte Aoun.
Die Angaben aus Libanon
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen vier Menschen getötet: zwei Frauen in der Stadt Arab Salim sowie zwei weitere Menschen in Nabatija. Rund 20 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Frauen und drei Kinder. Ein bereits stillgelegtes Krankenhaus sei „komplett zerstört“ worden, mehrere Regierungsgebäude seien beschädigt worden. Diese Angaben stammen ausschließlich vom libanesischen Gesundheitsministerium und wurden von den ausgewerteten Medien übereinstimmend wiedergegeben, aber nicht durch eine zweite, unabhängige Stelle bestätigt.
Die Position Israels
Die israelische Armee begründete ihre Angriffe damit, dass „Terroristen“ der vom Iran unterstützten Hisbollah zwei Drohnen auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert hätten. Eigene Soldaten seien dabei nicht zu Schaden gekommen. Die Armee bezeichnete den Vorfall als „eklatanten Verstoß“ und kündigte an, darauf mit Gegenangriffen zu reagieren. Eine Stellungnahme der Hisbollah zu dem von Israel behaupteten Drohnenangriff liegt bislang nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie die USA und die internationale Gemeinschaft auf Aouns Hilferuf reagieren werden. Auch die von libanesischer Seite genannten Opfer- und Schadenszahlen sind bislang nicht durch unabhängige Stellen wie internationale Hilfsorganisationen oder UN-Beobachter überprüft. Details zu dem von Israel angeführten Hisbollah-Drohnenangriff – etwa Zahl, Typ und genaues Ziel der Drohnen – sind aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich, eine Bestätigung oder ein Dementi der Hisbollah fehlt.
Einordnung
Die Angriffe reihen sich in die anhaltend angespannte Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon ein, wo es seit Monaten wiederholt zu israelischen Angriffen und einzelnen Zwischenfällen kommt. Eine Einordnung in eine längere Eskalationskette lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend vornehmen, da Angaben zu vorangegangenen Zwischenfällen im aktuellen Berichtscluster fehlen.

