Italien erlebt mit der seit Ende Juli andauernden vierten Hitzewelle des Sommers 2026 nach Einschätzung des Atmosphärenphysikers Lorenzo Giovannini von der Universität Trient die bislang längste Hitzeperiode des Jahres. Die extreme Hitze soll mindestens bis zum 17. August anhalten und käme damit auf rund 20 Tage – deutlich länger als die ersten drei Wellen des Sommers, die laut Nachrichtenagentur ANSA zwischen rund acht und vierzehn Tagen dauerten.
Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die Welle am 6. August, als laut italienischem Gesundheitsministerium erstmals alle 27 überwachten Großstädte gleichzeitig auf der höchsten Warnstufe Rot standen. Bis zum 11./12. August ging die Zahl auf 19 von 27 Städten zurück, blieb aber hoch. Gewitter Anfang August brachten in Teilen Norditaliens nur einen leichten, kurzen Temperaturrückgang – eine spürbare Abkühlung, wie sie im bisherigen Bericht zur Hitzewelle als mögliches Szenario noch offen war, blieb aus.
Giovannini führt die Entwicklung auf eine dauerhafte Nordverlagerung des afrikanischen Hochdruckgebiets zurück, deren genaue Mechanismen aber noch erforscht würden; er rechnet klimabedingt mit häufigeren und längeren Hitzewellen in Italien. Amtlich bestätigte Zahlen zu hitzebedingten Todesfällen oder Spitalsaufnahmen für die aktuelle Welle liegen nicht vor; ein Virologe hatte Anfang August unabhängig davon vor einer möglichen Übersterblichkeit im mehrere-tausend-Bereich für den gesamten Sommer gewarnt – eine Schätzung, keine amtliche Statistik.
Vierte Hitzewelle wird zur längsten des Jahres
Italien steckt seit Ende Juli 2026 in der mittlerweile vierten Hitzewelle des Sommers – und diese gilt nach aktueller Einschätzung bereits als die längste des Jahres. Der Atmosphärenphysiker Lorenzo Giovannini von der Universität Trient geht davon aus, dass die extreme Hitze mindestens bis zum 17. August anhält. Damit würde die aktuelle Welle auf rund 20 Tage kommen und die bisherigen drei Hitzewellen des Sommers 2026 deutlich in der Dauer übertreffen: Die erste dauerte im Mai laut Nachrichtenagentur ANSA rund acht bis neun Tage, die zweite im Juni etwa zwölf bis dreizehn, die dritte im Juli rund dreizehn bis vierzehn Tage. Die Abstände zwischen den einzelnen Wellen sind damit zugleich kürzer geworden.
Rekord bei den Warnstufen: von 27 auf 19 rote Städte
Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die vierte Welle am 6. August: An diesem Tag standen laut italienischem Gesundheitsministerium erstmals alle 27 landesweit überwachten Großstädte gleichzeitig auf der höchsten Warnstufe Rot. In den folgenden Tagen ging die Zahl der Städte mit Rot-Alarm leicht zurück, blieb aber auf sehr hohem Niveau: Für den 11. beziehungsweise 12. August meldete das Ministerium noch 19 der 27 Städte auf der höchsten Stufe – deutlich mehr als die Hälfte der überwachten Großstädte.
Warum sich die Hitze in Italien festsetzt
Nach Einschätzung Giovanninis hat sich die grundlegende Wetterlage über dem Mittelmeerraum verändert. Frühere Hitzewellen seien vor allem durch eine vorübergehende Verlagerung des afrikanischen Hochdruckgebiets nach Norden entstanden, das anschließend meist rasch wieder vom Azoren-Hoch verdrängt wurde. Inzwischen habe sich das afrikanische Hoch im Durchschnitt dauerhaft weiter nach Norden verschoben, wodurch heiße Luft aus Nordafrika Italien leichter und über längere Zeiträume erreichen könne. Die genauen Mechanismen dahinter würden laut Giovannini noch untersucht; er rechnet aber damit, dass Italien wegen der Klimakrise dauerhaft stärker unter den Einfluss des afrikanischen Hochs gerät. Diese Einschätzung liegt bislang nur als einzelnes, über mehrere Medien wiedergegebenes ANSA-Zitat vor.
Kurze Gewitterpause ohne echte Erholung
Nach dem Rekordtag mit landesweit 27 Rot-Warnungen sorgten Gewitter vor allem in Teilen Norditaliens kurzfristig für einen leichten Temperaturrückgang. Eine spürbare, länger anhaltende Abkühlung blieb jedoch aus – die Hitzewelle setzte sich anschließend fort und wird nun als die bislang längste des Jahres eingeordnet. Damit lässt sich eine im bisherigen Bericht zur Hitzewelle offen gelassene Frage präzisieren: Die für Anfang August erwarteten Gewitter im Norden Italiens brachten letztlich keine durchgreifende Entspannung, sondern nur eine kurze Unterbrechung innerhalb einer insgesamt deutlich längeren Hitzeperiode.
Gesundheitsfolgen bleiben unklar
Amtlich bestätigte Zahlen zu hitzebedingten Todesfällen oder Spitalsaufnahmen für die aktuelle vierte Hitzewelle liegen bislang nicht vor. Unabhängig von der jetzt vorliegenden 20-Tage-Prognose hatte ein Mailänder Virologe bereits Anfang August vor einer möglichen Übersterblichkeit im Bereich mehrerer tausend Fälle für den Sommer 2026 in Italien insgesamt gewarnt – nach eigener Darstellung eine Schätzung, keine amtliche Statistik. Ob und in welchem Ausmaß sich hitzebedingte gesundheitliche Folgen der aktuellen, ungewöhnlich langen Welle amtlich niederschlagen, ist offen.
