Österreich hat einen historischen Wert erreicht: Am 4. August 2026 wurde in Wien-Stammersdorf mit 40,8 Grad, später sogar mit 41 Grad ein neuer österreichischer Allzeit-Temperaturrekord gemessen – der bisherige Rekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 (Bad Deutsch-Altenburg) ist damit gefallen. Der Wert wird inzwischen von neun oder mehr unabhängigen Redaktionen übereinstimmend berichtet; zusätzlich zitiert Die Presse ein Statement von Geosphere-Generaldirektor Andreas Schaffhauser aus einer Aussendung, der den Rekord als „Höhepunkt der zweiten Hitzewelle“ des Sommers bezeichnet und vor künftig heißeren, häufigeren und früher einsetzenden Hitzewellen warnt – eine direkt eingesehene, vollständige Original-Pressemitteilung von GeoSphere Austria selbst liegt aber weiterhin nicht vor, auch eine gezielte ergänzende Suche danach blieb erfolglos. Bereits am Vortag war, wie berichtet, mit 40,1 Grad ein neuer Allzeit-Hitzerekord für Wien selbst gemessen worden; auch in Niederösterreich wurden am 4. August erneut Rekordwerte verzeichnet – nach präzisierten Angaben 40,7 Grad in Langenlebarn und 40,6 Grad in St. Pölten. Der Grazer Klimaforscher Gottfried Kirchengast ordnet die Hitzewelle mittels der Kennzahl „Arealgradtage“ ein und rechnet mit 22.700 bis 25.000 solcher Punkte – womit sie die bislang stärkste, 2013 gemessene Hitzewelle Österreichs übertreffen könnte; diese Einschätzung stammt bislang aus einer Einzelquelle. DER STANDARD besuchte während der Rekordhitze das nahezu menschenleere Stammersdorf vor Ort und beschrieb, wie Anwohnerinnen und Anwohner tagsüber überwiegend nur mit dem Auto unterwegs waren; ein angekündigter Kurier-Lokalaugenschein zum selben Ort liegt bislang nur im Titel vor. Auch am Mittwoch bleibt es laut Prognose zunächst noch heiß, eine spürbare, aber möglicherweise nicht dauerhafte Abkühlung wird erst ab Donnerstag oder Freitag erwartet. Parallel maß Greenpeace bei einem Lokalaugenschein in Wien extreme Oberflächentemperaturen von bis zu 67,2 Grad am Matzleinsdorfer Platz und 66,6 Grad auf einer Metallrutsche im Stadtpark – nach AUVA-Angaben ab rund 65 Grad eine Verbrennungsgefahr – und fordert von Klimaschutzminister Norbert Totschnig eine „Renaturierungs-Milliarde“ für mehr Stadtgrün. Die Österreichische Ärztekammer warnt weiterhin vor Gesundheitsrisiken für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Kleinkinder, während die Caritas mit Klimaoasen und Streetwork-Angeboten besonders obdachlose und einkommensschwache Menschen unterstützt.
Geosphere Austria bilanzierte zudem den soeben zu Ende gegangenen Juli als viertwärmsten seit Beginn der rund 260-jährigen Messgeschichte, mit neuem Juli-Hitzerekord und kaum Niederschlägen – vor allem im Osten. Parallel dazu erreichte die Hitzewelle in Italien am 3. August ihren bisherigen Höhepunkt: Temperaturen um die 40 Grad, Tropennächte, und das Gesundheitsministerium rief in 25 von 27 überwachten Städten die höchste Hitzewarnstufe aus – ein Befund, der über ORF und Kleine Zeitung hinaus auch durch weitere unabhängige italienische Medien bestätigt wird. Laut der Notfallmediziner-Gesellschaft SIMEU stieg die Zahl der Notaufnahme-Patientinnen und -Patienten in Großstädten um rund 15 Prozent, besonders betroffen sind ältere, chronisch kranke Menschen. Nach Angaben der Meteorologen bleibt die extreme Hitze mindestens eine weitere Woche bestehen, eine spürbare Entspannung ist frühestens ab 8. oder 9. August im Norden möglich, deren Wirkung aber ungewiss ist.
Auch die Alpen und italienische Wälder geraten weiter unter Druck: Laut Legambiente liegen die Temperaturen in den Hochlagen zwei bis vier Grad über dem langjährigen Mittel, fast alle rund 900 erfassten italienischen Alpengletscher verlieren an Masse, mit besonders kritischer Lage an Adamello, Marmolada und Mont Blanc – die genauen Verlustzahlen stammen aber bislang nur aus Medienberichten. Im Piemont zerstörte ein Waldbrand bereits rund 40 Hektar Wald, Behörden bereiten vorsorglich mögliche Evakuierungen vor; weitere Brände werden bei Triest und an der Küste von Tarent gemeldet, wo womöglich ein brennendes Elektroauto die Ursache war. Offen bleibt vor allem, ob GeoSphere Austria über das zitierte Schaffhauser-Statement hinaus eine vollständige Original-Pressemitteilung zum Rekord veröffentlicht, ob sich Kirchengasts Prognose einer historisch stärksten Hitzewelle erfüllt, wie viele hitzebedingte Gesundheitsfälle in Österreich und Italien konkret auftreten, ob sich die erwartete Abkühlung als dauerhaft erweist und wie sich die Waldbrände weiterentwickeln.
Was passiert ist
Österreich hat den lange befürchteten Schritt vollzogen: Am 4. August 2026 wurde in Wien-Stammersdorf mit 40,8 Grad, später sogar mit 41 Grad ein neuer österreichischer Allzeit-Temperaturrekord gemessen – der bisherige Rekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 ist damit gefallen. Der Wert wird inzwischen von mindestens neun voneinander unabhängigen Redaktionen übereinstimmend berichtet, mehrere davon formulieren den Rekord bereits ohne Vorbehalt; zusätzlich zitiert Die Presse ein Statement des Geosphere-Generaldirektors Andreas Schaffhauser aus einer Aussendung, der den Rekord selbst als „Höhepunkt der zweiten Hitzewelle“ des Sommers bezeichnet. Eine direkt eingesehene, vollständige Original-Pressemitteilung von GeoSphere Austria liegt aber weiterhin nicht vor – auch eine ergänzende gezielte Suche danach blieb erfolglos. Bereits am Vortag war, wie berichtet, mit 40,1 Grad ein neuer Allzeit-Hitzerekord für Wien selbst gemessen worden; GeoSphere Austria hatte für Dienstag und Mittwoch die höchste Wetterwarnstufe Rot ausgerufen – eine Einschätzung, die sich nun bestätigt hat. Neu eingeordnet wird die Hitzewelle zudem durch den Grazer Klimaforscher Gottfried Kirchengast, der sie anhand der Kennzahl „Arealgradtage“ als womöglich stärkste in der Messgeschichte Österreichs einstuft. Parallel maß die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Wien extreme Oberflächentemperaturen von bis zu 67,2 Grad und forderte von der Politik eine „Renaturierungs-Milliarde“. DER STANDARD besuchte während der Rekordhitze das nahezu menschenleere Stammersdorf vor Ort. Geosphere Austria zog zudem für den soeben zu Ende gegangenen Juli Bilanz: viertwärmster seit Beginn der 260-jährigen Messgeschichte. Ärztekammer und Caritas warnen unverändert vor Gesundheitsrisiken, während auch Italien mit anhaltender Rekordhitze, Notaufnahmen unter Druck, schmelzenden Alpengletschern und Waldbränden kämpft.
Nationaler Allzeitrekord gefallen: 40,8 bis 41 Grad in Wien
Nach dem Wiener Rekord von 40,1 Grad am 3. August ging die Entwicklung am Dienstag, dem 4. August, noch weiter: Um 13.30 Uhr meldete die Station Wien-Stammersdorf zunächst 40,2 Grad – ein neuer Tagesrekord für Wien –, bevor die Hitze im Tagesverlauf weiter zunahm. Gegen 14.50 Uhr zeigte die Messstation im Norden Wiens laut Die Presse und Kurier einen Wert von 40,8 Grad an: der bisherige österreichische Allzeitrekord von 40,5 Grad, gemessen am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich), war damit übertroffen. Im weiteren Tagesverlauf stiegen die Werte an derselben Station laut mehreren Berichten sogar auf 41 Grad – ein Wert, den inzwischen auch Der Standard, eine weitere Kleine-Zeitung-Meldung und weitere Redaktionen unter dem Titel „Allzeithöchstwert“ bestätigen. Auch andernorts in Niederösterreich wurden am selben Tag erneut Rekordwerte gemessen: Frühere Berichte nannten 40,6 Grad in Langenlebarn im Tullnerfeld, neuere Meldungen präzisieren diesen Wert auf 40,7 Grad und führen zusätzlich St. Pölten mit 40,6 Grad als weitere Messstelle an, die den alten Rekord überschritt – eine Differenz zwischen den Quellen, für die keine Erklärung vorliegt, die aber am Gesamtbild nichts ändert. Von rund 250 durch die Austria Presse Agentur beobachteten Wetterstationen der Geosphere Austria unterhalb von 1.000 Metern Seehöhe meldeten um 14 Uhr nur noch 22 Stationen Höchsttemperaturen unter 30 Grad – ein Beleg dafür, wie flächendeckend die Hitze an diesem Tag war. Geosphere-Generaldirektor Andreas Schaffhauser bezeichnete den Rekord laut einer Aussendung, aus der Die Presse zitiert, als „Höhepunkt der zweiten Hitzewelle“ des Sommers und warnte, solche Hitzewellen würden künftig heißer, häufiger und länger andauern und bereits früher im Jahr eintreten – mit erheblichen Folgen für Gesundheit und Produktivität der Gesellschaft; Österreich und weite Teile Europas seien „absolute Hotspots der Erderwärmung“. Wichtig zur Einordnung bleibt: Die Angaben von 40,8 beziehungsweise 41 Grad stammen zwar inzwischen von neun oder mehr unabhängigen Medien, die sich auf dieselbe GeoSphere-Austria-Messstation berufen, und werden nun zusätzlich durch das über Die Presse zitierte Schaffhauser-Statement aus einer Geosphere-Aussendung gestützt – eine direkt eingesehene, vollständige Original-Pressemitteilung von GeoSphere Austria selbst liegt aber weiterhin nicht vor, auch eine gezielte ergänzende Suche danach blieb erfolglos. Auch für Mittwoch, den 5. August, erwarten Meteorologinnen und Meteorologen zunächst noch einmal hochsommerliche Werte um 32 bis 34 Grad; die höchste Wetterwarnstufe Rot für Wien, das Nordburgenland und den Nordosten Niederösterreichs gilt unverändert weiter.
Vor Ort: Menschenleere Straßen in Stammersdorf
Wie sich die Rekordhitze im Alltag des betroffenen Wiener Grätzels bemerkbar machte, zeigte ein Lokalaugenschein von DER STANDARD direkt in Stammersdorf während der Höchsttemperaturen: Die Redaktion beschreibt einen Ort, an dem tagsüber kaum noch jemand zu Fuß unterwegs war – Menschen schienen die Gehwege bewusst zu meiden, nur Autos bewegten sich durch die Straßen, ihre Umrisse spiegelten sich im flimmernden Asphalt. Auch der Kurier hatte am selben Tag einen eigenen Lokalaugenschein am „heißesten Ort Österreichs“ angekündigt; dessen Inhalt liegt bislang jedoch nur im Artikeltitel vor und konnte nicht eingesehen werden. Beide Beobachtungen liefern keine zusätzlichen Messwerte, ergänzen die bereits belegten Rekordzahlen aber um ein anschauliches Bild davon, wie eine Rekordhitze von über 40 Grad den öffentlichen Raum eines Wiener Vorortes im Alltag tatsächlich verändert.
Klimawandel-Einordnung: die „Arealgradtage“
Wie stark der menschengemachte Klimawandel zur aktuellen Hitze beiträgt, hat der Geophysiker Gottfried Kirchengast vom Wegener Center for Climate and Global Change der Universität Graz mit einer eigenen Kennzahl untersucht: den sogenannten „Arealgradtagen“. Sie messen, wie lange und wie stark die Temperaturschwelle von 30 Grad flächendeckend – bis auf 1.500 Meter Seehöhe – überschritten wird. Für die Hitzewelle im Juni kam Kirchengast auf rund 16.700 Arealgradtage; ohne den Beitrag des Klimawandels wären es seinen Berechnungen zufolge lediglich rund 2.700 gewesen. Für die aktuelle Hitzewelle im Juli und August rechnet Kirchengast nun mit 22.700 bis 25.000 Arealgradtagen – ein Wert, der die bislang stärkste in Österreich gemessene Hitzewelle aus dem Jahr 2013 mit rund 22.100 Arealgradtagen übertreffen würde. Sollte sich diese Prognose bestätigen, wäre die aktuelle Hitzewelle nach Kirchengasts Methodik die extremste seit Beginn vergleichbarer Auswertungen. Diese Einordnung stammt bislang aus einem einzelnen Kurier-Bericht mit Volltextauszug und wurde nicht durch eine zweite unabhängige Quelle oder eine eigene Publikation des Forschers bestätigt; es handelt sich zudem um eine Prognose, deren endgültige Bestätigung erst nach Abklingen der Hitzewelle möglich sein wird.
Verhaltensempfehlungen für Warnstufe-Rot-Gebiete
Für die von Warnstufe Rot betroffenen Regionen gibt GeoSphere Austria konkrete Verhaltensempfehlungen aus: direktes Sonnenlicht meiden und Kinder besonders schützen, verbaute und versiegelte Plätze ohne Schatten umgehen, zwischen etwa 12 und 16 Uhr möglichst nicht ins Freie gehen, tagsüber Vorhänge und Jalousien geschlossen halten und stattdessen vorwiegend nachts oder in den kühlen Morgenstunden lüften. Große körperliche Anstrengungen und Sport im Freien sollten in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt, luftige und helle Kleidung mit Kopfbedeckung getragen und Abkühlung etwa durch kühles Duschen oder kalte Arm- und Fußbäder gesucht werden. Empfohlen wird zudem, mindestens zwei bis drei Liter täglich zu trinken – am besten Wasser, ungesüßten Tee oder verdünnte Fruchtsäfte, keinesfalls Alkohol – und besonders bei älteren Menschen und Kindern auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr zu achten. Diese Empfehlungen decken sich inhaltlich weitgehend mit jenen, die bereits zuvor die Österreichische Ärztekammer für die allgemeine Hitzewelle ausgegeben hatte.
Gesundheitswarnung: Wer besonders gefährdet ist
Die Österreichische Ärztekammer ruft angesichts der anhaltenden Temperaturspitzen weiterhin dazu auf, die Gefahren der Hitze ernst zu nehmen. Präsident Johannes Steinhart nennt insbesondere ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder als besonders gefährdet. Die Kammer empfiehlt unter anderem, an heißen Tagen mindestens zwei Liter Wasser zu trinken, sich etwa mit einem feuchten Tuch auf Kopf und Nacken abzukühlen, helle und luftige Kleidung zu tragen, körperliche Anstrengung im Freien zu vermeiden, auf Alkohol zu verzichten, Wohn- und Arbeitsräume tagsüber abzudunkeln und nachts zu lüften sowie regelmäßig nach älteren, kranken oder alleinlebenden Personen zu sehen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder unter blutdrucksenkenden beziehungsweise entwässernden Medikamenten sollten zudem ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Diese Angaben stammen bislang aus einem einzelnen Kurier-Bericht mit Zitaten der Ärztekammer; eine eigene Aussendung der Kammer wurde nicht direkt eingesehen.
Greenpeace-Messungen: Wie heiß es in der Stadt tatsächlich wird
Wie stark sich Hitze in dicht verbauten Stadtgebieten zusätzlich aufschaukelt, zeigte ein Lokalaugenschein von Greenpeace am 4. August in Wien: Die Umweltschutzorganisation maß auf versiegelten Flächen 61,6 Grad am Stephansplatz, 66,3 Grad vor dem Hauptbahnhof und 67,2 Grad am Matzleinsdorfer Platz. Besonders alarmierend fiel der Befund an einer Metallrutsche auf einem Kinderspielplatz im Stadtpark aus, wo laut Greenpeace 66,6 Grad Oberflächentemperatur gemessen wurden. Nach Angaben der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) können heiße Metalloberflächen bereits ab etwa 65 Grad zu Verbrennungen führen – ein Wert, der damit an diesem Spielgerät überschritten wurde. Diese Messwerte stammen aus einer eigenen Erhebung von Greenpeace, veröffentlicht per Presseaussendung; eine unabhängige Prüfung der Messmethodik liegt nicht vor. Die Organisation nutzt den Befund, um von Klimaschutzminister Norbert Totschnig (ÖVP) eine sogenannte „Renaturierungs-Milliarde“ sowie eine Entsiegelungsoffensive zu fordern, mit der Städte und Gemeinden rascher Bäume pflanzen, Flächen entsiegeln und Grünkorridore schaffen könnten. Eine Reaktion des Ministeriums auf diese Forderung liegt bislang nicht vor.
Soziale Dimension: Caritas-Hilfe für Menschen ohne kühlen Rückzugsort
Neben der gesundheitlichen betont die Caritas auch die soziale Seite der Hitze. Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler weist darauf hin, dass Hitze nicht alle Menschen gleich trifft: Wer keinen kühlen Rückzugsort habe, auf der Straße lebe oder in einer überhitzten Wohnung ausharren müsse, trage ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko. Diese Einschätzung deckt sich sowohl mit einem Kurier-Bericht als auch mit der eigenen Presseaussendung der Caritas. Je nach Bundesland bietet die Organisation dafür unterschiedliche Hitzeschutz-Angebote an: Klimaoasen und kühle Aufenthaltsorte in Pfarren und Caritas-Einrichtungen, die Versorgung obdachloser Menschen mit Trinkwasser und Sonnenschutz sowie Beratung und Nachbarschaftsinitiativen für ältere und alleinlebende Menschen. Laut eigenen Angaben der Caritas sind allein in Wien und Niederösterreich rund 24 solcher Klimaoasen mit mehr als 500 Freiwilligen im Einsatz, zusätzlich sind Streetwork-Teams unterwegs, die Wasser, Sonnencreme, Kopfbedeckungen und Kühldecken an obdachlose Menschen verteilen. Die Caritas weist zugleich darauf hin, dass sie für die Aufrechterhaltung dieser Angebote auf Spenden und Freiwillige angewiesen ist – ein Hinweis, der Teil des eigenen Spendenaufrufs der Organisation ist und entsprechend eingeordnet werden sollte.
Hitzeschutz auf Baustellen
Auch am Bau war die Hitzewelle Thema: Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) teilte in einer eigenen Presseaussendung mit, im Zuge der Hitzewelle erneut österreichweit auf Baustellen unterwegs zu sein, um Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort zu informieren. Das reiht sich laut Recherche in eine bereits seit Juni laufende Serie von GBH-Aussendungen zu Hitzetagen am Bau ein. Über den genauen Inhalt der Aussendung – etwa konkrete Forderungen oder Zahlen zu den laufenden Aktionen – liegt bislang nur der Titel vor, ein Volltext wurde nicht eingesehen.
Waldbrandrisiko in Österreich
Parallel zur Hitzewelle hatte der Kurier berichtet, dass auch die Waldbrandgefahr in Österreich steige. Die Presse ordnete die Lage in Südeuropa unter Berufung auf Fachleute vorsichtiger ein und wies darauf hin, dass eine Hitzewelle allein noch keinen Waldbrand verursache. Zu beiden Artikeln liegt weiterhin lediglich der Titel vor; konkrete Einschätzungen, Zahlen oder Expertenzitate aus den Volltexten konnten im Rahmen dieser Recherche nicht eingesehen werden, weshalb hier keine weitergehenden Aussagen getroffen werden.
Italien erreicht den bisherigen Höhepunkt der Hitzewelle
In Italien hat sich die Lage parallel deutlich verschärft. Am 3. August erreichte die dortige Hitzewelle laut ORF und Kleine Zeitung ihren bisherigen Höhepunkt: Temperaturen von rund 40 Grad, Tropennächte und Dutzende Städte mit höchster Alarmstufe setzen Menschen und Natur enorm unter Druck. Das italienische Gesundheitsministerium rief für diesen Tag in 25 von 27 landesweit überwachten Städten die höchste Hitzewarnstufe aus – nur Messina und Reggio Calabria blieben darunter. Diese Warnstufe wurde über die eigene Recherche hinaus auch durch mehrere unabhängige italienische Medien bestätigt, die sich auf dieselbe Ministeriumsmeldung beziehen; das Gesundheitsministerium veröffentlicht solche Warnstufen-Bollettini routinemäßig über ein eigenes Online-Portal. Die extreme Belastung macht sich zunehmend auch in den Krankenhäusern bemerkbar: Nach Angaben der Italienischen Gesellschaft für Notfallmedizin (SIMEU) stieg die Zahl der Patientinnen und Patienten in den Notaufnahmen der großen Städte im Vergleich zum Normalbetrieb um rund 15 Prozent, wobei ältere, häufig alleinlebende Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit psychischen Vorerkrankungen besonders betroffen sind. Eine ähnliche Größenordnung – zwischen 10 und 20 Prozent Mehrbelastung – hatte SIMEU bereits früher im Sommer über andere Medien mitgeteilt, was die aktuelle Angabe plausibler macht, auch wenn ORF und Kleine Zeitung hierzu vermutlich auf denselben Agenturtext zurückgehen. Nach Angaben der Meteorologen bleibt die extreme Hitze in Italien mindestens eine weitere Woche bestehen; eine Entspannung ist zunächst nicht in Sicht, allenfalls ab 8. oder 9. August könnte es im Norden vereinzelt zu Gewittern kommen, deren kühlende Wirkung als ungewiss gilt.
Kritische Lage auf den Alpengletschern
Auch in den Alpen hat sich die Lage weiter verschärft. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Legambiente liegen die Temperaturen in den Hochlagen derzeit zwei bis vier Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020, besonders kritisch ist die Situation an den Gletschern des Adamello, der Marmolada und des Mont Blanc. Fast alle der rund 900 in Italien erfassten Alpengletscher verlieren laut dieser Auswertung weiterhin an Masse; allein der Adamello-Gletscher soll innerhalb eines Jahres schätzungsweise zwölf Millionen Kubikmeter Wasser verloren haben, mehr als 90 Prozent der erfassten Gletscher seien inzwischen auf eine Fläche von weniger als einem halben Quadratkilometer geschrumpft. Eine eigene Recherche bestätigt, dass Legambiente im Rahmen seiner laufenden ‘Carovana dei Ghiacciai’-Kampagne 2026 tatsächlich vor einer außergewöhnlichen Erwärmung der Alpen warnt und Adamello, Marmolada und Mont Blanc als Symbol-Gletscher der Gletscherkrise nennt – dort dokumentierte Einzelwerte (etwa ein Rückgang der Adamello-Gletscherfront um 265 Meter allein in den Jahren 2023 bis 2025, oder eine Nullgradgrenze zeitweise über 5.000 Metern) unterscheiden sich jedoch von den hier zitierten Zahlen zu Wasserverlust und Flächenschrumpfung, die bislang nur über ORF und Kleine Zeitung vorliegen und nicht im selben Wortlaut in einer direkt eingesehenen Legambiente-Quelle gefunden wurden. Die grundsätzliche Aussage – eine ungewöhnlich starke, anhaltende Gletscherschmelze in den italienischen Alpen – gilt aber als durch die Organisation selbst bestätigt.
Waldbrände in Italien bleiben eine Gefahr
Parallel zur Hitze bleibt auch in Italien die Waldbrandgefahr hoch. Im Piemont kämpfen Einsatzkräfte seit mehreren Tagen gegen ein Feuer, das bereits rund 40 Hektar Wald zerstört hat; laut Kleine Zeitung waren dabei zwei Löschflugzeuge im Einsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung bereiten sich die Behörden vorsorglich auf mögliche Evakuierungen vor. Laut Kleine Zeitung brannte es zudem weiterhin auf dem Karstgebiet bei Triest, und ein weiterer Großbrand an der Küste der süditalienischen Provinz Tarent zerstörte mehrere Autos und löste unter Badegästen Panik aus; als mögliche Ursache wird ein in Brand geratenes Elektroauto vermutet – eine ausdrücklich als Vermutung gekennzeichnete, bislang unbestätigte Angabe aus einer Einzelquelle. Diese Zusatzdetails zu Triest und Tarent liegen bislang nur bei Kleine Zeitung vor und wurden nicht von ORF im selben Detail bestätigt.
Die Lage in Europa
Ganz Europa war zuletzt von Extremwerten geprägt. Auf der Iberischen Halbinsel wurden mehr als 40 Grad erreicht, knapp darunter lagen die Werte in Südfrankreich und Teilen Italiens. Laut dem französischen Wetterdienst Météo-France sollte der Südwesten Frankreichs Spitzenwerte von bis zu 40 Grad verzeichnen – ein Faktor, der laut einem Kurier-Bericht auch mit den damaligen Waldbränden in der Region in Verbindung stand. Auch Kroatien steuerte laut dem nationalen Wetterdienst DHMZ auf eine neue Hitzewelle mit Höchstwerten bis 40 Grad zu, in Süddeutschland und Ungarn sollte die Hitze laut ORF ebenfalls zulegen. Diese europäische Gesamtschau stammt aus einem einzelnen Medienbericht und wurde bislang nicht durch weitere unabhängige Quellen im selben Detail bestätigt.
Einordnung: viertwärmster Juli und ein Rekord mit Ansage
Die aktuelle Hitzewelle fällt in die sogenannten Hundstage, den Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August, der nach traditionellem Verständnis als heißeste Phase des Jahres gilt. Wie sehr der Sommer 2026 bereits vor dem neuen Allzeitrekord aus dem Rahmen fiel, zeigt die Juli-Bilanz von Geosphere Austria: Der soeben zu Ende gegangene Monat war laut dieser Auswertung der viertwärmste Juli seit Beginn der rund 260-jährigen Messgeschichte, mit einem neuen Juli-Hitzerekord und kaum Niederschlägen – vor allem im Osten des Landes. Diese Einordnung deckt sich mit der neuen Klimawandel-Attribution des Grazer Forschers Gottfried Kirchengast, der die aktuelle Hitzewelle anhand der Kennzahl „Arealgradtage“ mit 22.700 bis 25.000 Punkten als potenziell stärkste seit Beginn vergleichbarer Auswertungen einstuft – mehr als die bisherige Spitzenreiterin von 2013 –, sowie mit der Einschätzung von Geosphere-Generaldirektor Andreas Schaffhauser, der den Rekord als „Höhepunkt“ der zweiten Hitzewelle des Sommers bezeichnet und vor einer künftigen Zunahme solcher Ereignisse warnt. Dass Österreich und Italien binnen weniger Tage nacheinander neue Rekordwerte beziehungsweise Höhepunkte ihrer jeweiligen Hitzewelle vermeldeten, unterstreicht zudem, wie sehr sich die diesjährige Hitzeperiode gleichzeitig über weite Teile Europas erstreckt. Dass in Italien parallel Gesundheitssystem, Alpengletscher und Wälder unter Druck geraten, während in Österreich GeoSphere Austria, Ärztekammer, Caritas, Gewerkschaft und Greenpeace mit Warnstufen, Gesundheitswarnungen, Schutzangeboten und politischen Forderungen reagieren und Medien wie DER STANDARD den Alltag im heißesten Ort des Landes dokumentieren, zeigt, wie breit die Folgen solcher Hitzeperioden inzwischen sichtbar werden.
Was unklar bleibt
Offen ist vor allem, ob GeoSphere Austria eine direkt einsehbare, vollständige Original-Pressemitteilung zum Rekordwert von 40,8 beziehungsweise 41 Grad veröffentlicht – über das durch Die Presse zitierte Schaffhauser-Statement aus einer Aussendung und die inzwischen breite, aber weiterhin nicht primärquellenbasierte Medienberichterstattung hinaus; eine gezielte ergänzende Suche nach einer solchen Original-Aussendung blieb erfolglos. Ebenso offen ist, ob sich Kirchengasts Prognose von 22.700 bis 25.000 Arealgradtagen im weiteren Verlauf bestätigt und die aktuelle Hitzewelle damit tatsächlich zur stärksten je in Österreich gemessenen wird. Unklar bleibt zudem, ob sich die für Donnerstag und Freitag in Aussicht gestellte Abschwächung tatsächlich als nachhaltig erweist oder ob, wie einzelne Wetterdienste andeuten, die intensive Hitze bereits in der Folgewoche in den Norden des Landes zurückkehrt. Ebenfalls offen ist, ob und wie Klimaschutzminister Norbert Totschnig auf die Greenpeace-Forderung nach einer Renaturierungs-Milliarde reagiert. In Italien ist offen, wie viele Menschen durch die Hitzewelle tatsächlich hospitalisiert wurden oder ob es bestätigte hitzebedingte Todesfälle gibt – SIMEU nennt bislang nur eine relative Steigerung der Notaufnahme-Zugänge, keine absoluten Zahlen. Auch ob der Waldbrand im Piemont weiter eingedämmt wird und es tatsächlich zu Evakuierungen kommt, ist unklar, ebenso die Ursache des Brandes bei Tarent. Die genauen Zahlen zum Wasserverlust am Adamello-Gletscher und zur Flächenschrumpfung der italienischen Alpengletscher stammen bislang nur aus Medienberichten und sind nicht in einer direkt eingesehenen Legambiente-Originalquelle im selben Wortlaut bestätigt. Unverändert offen bleiben zudem: wie viele hitzebedingte Gesundheitsnotfälle in Österreich tatsächlich auftreten, wie stark die Caritas-Angebote in Anspruch genommen werden, wie sich die Waldbrandgefahr in Österreich konkret entwickelt, was der bislang nur im Titel bekannte Kurier-Lokalaugenschein aus Stammersdorf inhaltlich noch ergänzt, und ob sich der Zusammenhang zwischen der Hitze in Südfrankreich und den dortigen Waldbränden durch weitere unabhängige Quellen bestätigt. Eine direkt eingesehene Original-Aussendung von GeoSphere Austria, Météo-France, dem kroatischen Wetterdienst DHMZ oder der Ärztekammer liegt weiterhin nicht vor.

