Die japanische Notenbank Bank of Japan hat ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 1995. Die Entscheidung vom 18. September 2026 fiel mit sieben zu zwei Stimmen; die Vorstandsmitglieder Toichiro Asada und Ayano Sato stimmten dagegen. Laut der offiziellen Zusammenfassung der Sitzung begründete Asada sein Nein damit, dass die Kerninflation zuletzt unter der Zwei-Prozent-Marke gelegen habe. Die Notenbank selbst begründet den Schritt mit dem Risiko, die Inflation könnte über ihr Zwei-Prozent-Ziel hinaus nach oben abweichen.
Wie im bisherigen Bericht zur Fed-Leitzinserhöhung dargestellt, hatte die US-Notenbank ihren Leitzins wenige Tage zuvor erstmals seit 2023 angehoben. Die BOJ reagiert mit ihrem eigenen Schritt auch auf dieses internationale Umfeld, da eine wachsende Zinskluft zwischen den USA und Japan den Yen schwächen und damit Importkosten sowie Inflation zusätzlich anheizen könnte. Der Schritt war an den Finanzmärkten laut Berichten weithin erwartet worden.
Unmittelbar nach der Ankündigung gab der Yen gegenüber dem Dollar zunächst leicht nach, auf rund 156,6 Yen pro Dollar, während die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen leicht sank. Diese Marktreaktion ist bislang nur einfach belegt und kann sich rasch wieder ändern. Offen bleibt zudem, wann die BOJ den nächsten Zinsschritt setzen könnte.
Zinsschritt jetzt offiziell besiegelt
Die japanische Notenbank Bank of Japan (BOJ) hat ihren Leitzins tatsächlich angehoben – von 1,0 auf 1,25 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 1995, also seit 31 Jahren. Die BOJ bestätigte den Schritt am 18. September 2026 nach einer zweitägigen Zinssitzung in einer offiziellen Stellungnahme. Darin begründet die Notenbank die Erhöhung damit, dass sie das Risiko sehe, die Inflation könnte über das eigene Zwei-Prozent-Ziel hinaus nach oben abweichen. Die Anpassung des geldpolitischen Kurses solle daher zur nachhaltigen und stabilen Erreichung dieses Ziels beitragen, heißt es in dem Dokument.
Knappe Mehrheit mit dokumentiertem Dissens
Die Entscheidung fiel nicht einstimmig: Im neunköpfigen Zinsausschuss stimmten sieben Mitglieder für die Erhöhung, zwei dagegen. Die Vorstandsmitglieder Toichiro Asada und Ayano Sato lehnten den Schritt ab. Laut der von der Notenbank selbst veröffentlichten Zusammenfassung der Sitzungsmeinungen argumentierte Asada, die zugrunde liegende Kerninflation habe zuletzt unter der Zwei-Prozent-Marke gelegen – die wirtschaftliche Lage rechtfertige eine Erhöhung zu diesem Zeitpunkt daher nicht zwingend. Diese Gegenstimmen zeigen, dass der Zeitpunkt der Erhöhung innerhalb der Notenbank selbst umstritten war, auch wenn die Mehrheit sich letztlich durchsetzte.
Vorgeschichte: Reaktion auf die US-Zinswende
Wie im bisherigen Bericht zur Fed-Leitzinserhöhung dargestellt, hatte die US-Notenbank ihren Leitzins am Mittwoch dieser Woche erstmals seit 2023 angehoben. Die BOJ reagiert mit ihrem eigenen Schritt unter anderem auf dieses internationale Umfeld: Eine wachsende Zinskluft zwischen den USA und Japan birgt das Risiko eines schwächeren Yen, was Importkosten und damit die japanische Inflation zusätzlich anheizen könnte. Die BOJ hatte 2024 ihre jahrzehntelange Politik extrem niedriger Zinsen beendet und diese seither mehrfach angehoben; der aktuelle Schritt war an den Finanzmärkten laut Berichten weithin erwartet worden.
Erste Marktreaktion – noch vorläufig
Unmittelbar nach der Ankündigung zeigte sich eine zunächst gegenläufige Bewegung an den Märkten: Der Yen gab gegenüber dem Dollar leicht nach und wurde bei rund 156,6 Yen pro Dollar gehandelt, während die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen laut einem Bericht leicht auf rund 2,95 Prozent sank. Diese Werte stammen bislang aus nur einer Quelle und beschreiben eine sehr kurzfristige Marktreaktion, die sich in den folgenden Handelsstunden noch verändern kann. Vorausgegangen war dem Zinsentscheid eine Phase, in der der Yen laut Berichten auf mehrmonatige Höchststände gestiegen war – begünstigt auch durch eine zuvor koordinierte Stützungsintervention Japans und der USA.
Was offenbleibt
Unklar ist, wie sich der Yen-Kurs und die Anleihemärkte in den kommenden Tagen jenseits der ersten Reaktion tatsächlich entwickeln. Offen ist auch, wann die BOJ einen weiteren Zinsschritt setzen könnte; vereinzelte Markteinschätzungen nennen bereits den Jahreswechsel als möglichen Zeitpunkt, eine offizielle Ankündigung der Notenbank dazu liegt aber nicht vor. Ebenso bleibt abzuwarten, wie japanische Regierung und exportorientierte Unternehmen auf die gestiegenen Kreditkosten reagieren.


