Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit 2023 angehoben: Der Zentralbankrat beschloss am 16. September 2026 eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf eine neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es ist zugleich die erste geldpolitische Entscheidung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh, der im Mai 2026 von Präsident Donald Trump vereidigt worden war.
Hintergrund ist eine anhaltend hohe Inflation von 3,4 Prozent im August 2026, laut Berichten vor allem getrieben durch gestiegene Energiepreise, sowie ein robuster Arbeitsmarkt. Trump gilt als Befürworter niedriger Zinsen und hatte zuletzt öffentlich Druck auf die eigentlich unabhängige Notenbank ausgeübt – Warsh traf die Entscheidung Berichten zufolge dennoch unabhängig davon. Zinserhöhungen verteuern zugleich die Kreditaufnahme der US-Regierung, ein politisch heikler Punkt vor den Zwischenwahlen im November.
Berichtet wird zudem ein Höchststand der Rendite zehnjähriger US-Anleihen bei 5,039 Prozent seit 2007, der bislang nur einfach belegt ist. Offen bleiben Trumps konkrete Reaktion sowie der von Warsh signalisierte weitere Zinskurs. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der zuvor bereits die Europäische Zentralbank ihren Leitzins angehoben hatte.
Was passiert ist
Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit 2023 angehoben. Der Zentralbankrat beschloss am 16. September 2026 in Washington eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf eine neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Damit endet eine mehr als dreijährige Phase, in der die Fed die Zinsen zuletzt nur gesenkt oder unverändert gelassen hatte. Es ist zugleich die erste geldpolitische Entscheidung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der im Mai 2026 von Präsident Donald Trump vereidigt worden war.
Inflation, Energiepreise und Arbeitsmarkt als Treiber
Hintergrund der Entscheidung ist eine anhaltend hohe Inflation: Die Teuerung in den USA lag im August 2026 laut der US-Arbeitsstatistikbehörde BLS bei 3,4 Prozent und damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Getrieben wird sie Berichten zufolge vor allem von gestiegenen Energiepreisen, wofür angesichts der Lage im Nahen Osten derzeit keine rasche Entspannung absehbar ist. Zusätzlich sprach eine robuste Konjunktur und ein im August besser als erwartet verlaufener Arbeitsmarkt für die Zinsanhebung – die Fed muss anders als die Europäische Zentralbank neben Preisstabilität auch den Auftrag der höchstmöglichen Beschäftigung berücksichtigen.
Politischer Hintergrund: Spannungen mit Trump
Die Entscheidung fällt in ein politisch aufgeladenes Umfeld. Präsident Trump gilt als Befürworter niedriger Zinsen und hatte sich zuletzt öffentlich in Richtung der eigentlich unabhängigen Notenbank geäußert. Warsh, den Trump selbst im Mai ins Amt gehievt hatte, ließ sich im Vorfeld der Sitzung kaum in die Karten blicken und traf die Entscheidung nach vorliegenden Berichten unabhängig von den politischen Erwartungen. Eine eigene, direkt einsehbare Stellungnahme Trumps zur konkreten Zinsentscheidung liegt bislang nicht vor.
Marktreaktion und Auswirkungen auf die Kreditkosten
Zinserhöhungen verteuern auch die Kreditaufnahme der US-Regierung – ein Punkt, der angesichts der ohnehin hohen Haushaltsdefizite und der Diskussion um den Schuldendienst genau beobachtet wird. Berichtet wird, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bereits am Dienstag vor der Fed-Entscheidung mit 5,039 Prozent den höchsten Stand seit 2007 erreicht habe; diese Angabe stammt bislang aus einer einzelnen Quelle und ist nicht unabhängig bestätigt. Die höheren Kreditkosten gelten als politisch heikel für Finanzminister Scott Bessent und die Republikaner, die im November bei den Zwischenwahlen um ihre Kongressmehrheit bangen.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie sich Präsident Trump konkret zur Entscheidung geäußert hat und welche Reaktionen aus dem Kongress oder von den Finanzmärkten folgen. Auch der genaue Kurs, den Fed-Chef Warsh für die kommenden Monate signalisiert – etwa über die üblicherweise begleitende Pressekonferenz oder die Zinsprognosen der Notenbank – ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich. Der berichtete Anleihenrenditen-Rekord seit 2007 bedarf ebenfalls einer unabhängigen Bestätigung.
Einordnung
Die Fed-Entscheidung reiht sich in eine Phase weltweit unter Inflationsdruck stehender Notenbanken ein: Wie berichtet hatte die Europäische Zentralbank bereits am 10. September 2026 ihren Leitzins um denselben Umfang von 0,25 Prozentpunkten angehoben und den Einlagesatz auf 2,50 Prozent gebracht. Die Entwicklung fällt zudem in eine Phase spürbar steigender Energiepreise, die auch in Europa bereits zu Rekord-Spritpreisen und politischen Debatten über Entlastungsmaßnahmen geführt hat.


