Nach der ersten Fed-Zinserhöhung seit 2023 hat US-Präsident Donald Trump mit scharfer Kritik reagiert: Er bezeichnete die Entscheidung als politisch motiviert und unterstellte der Notenbank, ihm „so viel Schaden wie möglich“ zufügen zu wollen. Auf Truth Social forderte er eine Senkung der Leitzinsen auf „1 Prozent oder weniger“. Laut einem Einzelbericht soll er Fed-Chef Kevin Warsh vor der Sitzung sogar geraten haben, einfach mitzustimmen, weil es „nicht darauf ankomme“ – ein Kontrast, der mit den vorliegenden Quellen nicht abschließend einzuordnen ist.
Neu ist vor allem: Der gesamte Offenmarktausschuss, einschließlich der von Trump selbst berufenen Mitglieder, stimmte für die Erhöhung – auch Fed-Chef Warsh, den Trump als loyalen Vertrauten installiert hatte. Die eigentliche Zinsentscheidung samt Hintergründen ist bereits im bisherigen Bericht dargestellt; hier geht es um Trumps Reaktion und deren mögliche Folgen.
Die Zuspitzung trifft auf eine politisch heikle Phase: Im November 2026 stehen Kongress-Zwischenwahlen an, bei denen die Republikaner laut Berichten in beiden Kammern Verluste befürchten müssen. Ob die von mehreren Fed-Mitgliedern angedeutete weitere Zinserhöhung noch 2026 tatsächlich kommt und wie sich der Konflikt zwischen Trump und der Notenbank bis dahin entwickelt, ist offen.
Trump: „Aus politischen Gründen“ gegen ihn
Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vom 16. September 2026 hat US-Präsident Donald Trump scharf reagiert. Er unterstellte der Notenbank, „aus politischen Gründen“ gehandelt und ihm „so viel Schaden wie möglich“ zufügen zu wollen. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er in Großbuchstaben eine sofortige und deutliche Zinssenkung: Die Leitzinsen in den USA sollten „1 Prozent oder weniger“ betragen, da die USA laut seiner Formulierung die „beste Bonität der Welt – mit Abstand“ hätten.
Bemerkenswert ist der Kontrast zu einer Äußerung, die Trump laut einem Einzelbericht bereits vor der Sitzung gemacht haben soll: Er habe Fed-Chef Kevin Warsh demnach geraten, gemeinsam mit dem übrigen Board für die Erhöhung zu stimmen, weil es „ohnehin nicht darauf ankomme“. Dieser Vorlauf ist mit den vorliegenden Quellen nicht abschließend verifizierbar, passt aber zum Bild eines Präsidenten, der öffentlich zwischen Droh- und Beschwichtigungston wechselt.
Einstimmig – auch die eigenen Leute stimmten mit
Damit ist eine der bisher offenen Fragen zur Zinsentscheidung beantwortet: Wie berichtet, hatte die Fed den Leitzins erstmals seit 2023 angehoben; nun liegt auch die konkrete Reaktion des Präsidenten vor. Neu ist zudem: Der gesamte Offenmarktausschuss – zwölf stimmberechtigte Mitglieder – stimmte für die Erhöhung, darunter auch jene zwei Gouverneure, die Trump selbst in die Fed-Führung berufen hatte. Auch Warsh selbst, den Trump als loyalen Vertrauten installiert hatte, stellte sich damit gegen den erklärten Wunsch des Präsidenten nach billigem Geld. Für Trump ist das nach eigener Wortwahl mehr als ein Ärgernis – er wittert dahinter eine koordinierte Aktion gegen seine Person.
Vorgeschichte
Die Zinserhöhung selbst – ein Schritt um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, begründet mit einer laut Fed weiterhin erhöhten Inflation von 3,4 Prozent – ist bereits im bisherigen Bericht zur Fed-Entscheidung dargestellt. Ebenso bekannt ist, dass es die erste geldpolitische Entscheidung unter dem seit Mai 2026 amtierenden Fed-Chef Kevin Warsh war, der auf Jerome Powell folgte. Dieser Artikel beschreibt ausschließlich die neue Entwicklung danach: Trumps Reaktion und deren mögliche politische Folgen.
Politischer Preis vor den Zwischenwahlen
Die Zuspitzung fällt in eine politisch heikle Phase: In den USA stehen im November 2026 Kongress-Zwischenwahlen an, bei denen Umfragen laut einer einzelnen redaktionellen Analyse den Republikanern Verluste in beiden Kammern voraussagen. Eine Zinssenkung hätte kurzfristig günstigere Kreditkonditionen für viele US-Haushalte bedeutet – ein Argument, das sich im Wahlkampf hätte nutzen lassen. Dass die Fed diesem Wunsch nicht folgte, wird in dieser Einzelquelle als Beleg für ein Dilemma gewertet, in dem Trump stecke: Er habe die Teuerung durch Zollpolitik und den Konflikt mit dem Iran mitverursacht, ohne dafür einen politischen Ausweg zu haben. Diese Einschätzung ist bislang nicht durch weitere Quellen bestätigt.
Auch für die Geldpolitik selbst zeichnet sich laut Projektionen mehrerer Fed-Mitglieder eine Fortsetzung ab: Berichten zufolge rechnet ein Großteil der Ausschussmitglieder mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Jahr. Die genaue Stimmenverteilung dieser Prognose ist mit den vorliegenden Quellen nur einfach belegt und daher nicht abschließend verifiziert.

