LinkedIn geht gegen sogenannten „AI slop“ vor: Laut übereinstimmenden Medienberichten führt die Karriereplattform einen Button mit der Bezeichnung „Seems like AI slop“ ein, über den Nutzer Beiträge mit vermutet überbordendem KI-Einsatz melden können. Zugleich streicht LinkedIn sein bisheriges Feature zur automatisierten KI-Textoptimierung und ersetzt es durch ein reines Korrekturlese-Werkzeug, das die ursprüngliche Formulierung erhalten soll.
Laut einem von TechCrunch zitierten Statement von Produktchef Hari Srinivasan sei der Kampf gegen KI-Slop eine Top-Priorität des Unternehmens. Der neue Button soll auch als Trainingssignal für interne Erkennungsmodelle dienen. Nach eigenen, bislang nicht unabhängig geprüften Angaben blockiert LinkedIn zudem täglich Hunderttausende automatisierte Kommentarversuche; Nutzer mit häufig gemeldeten Beiträgen sollen künftig privat auf mögliche Inauthentizität hingewiesen werden.
Offen bleibt, wie stark sich der tatsächliche Anteil an KI-Inhalten dadurch verringert, nach welchen Kriterien die neuen Klassifizierer entscheiden und wann der Button vollständig ausgerollt ist. Der Schritt reiht sich in einen breiteren Branchentrend ein, dem etwa auch Substack mit einer eigenen KI-Kennzeichnung folgt.
Was passiert ist
LinkedIn geht gegen sogenannten „AI slop“ vor – minderwertige, erkennbar KI-generierte Beiträge, die zunehmend die Feeds der Plattform füllen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, führt das Microsoft-Unternehmen einen neuen Button ein, mit dem Nutzer einzelne Postings mit dem Hinweis „Seems like AI slop“ melden können, wenn sie hinter einem Beitrag überbordenden KI-Einsatz vermuten. Zugleich streicht LinkedIn sein bisheriges Angebot, Texte per Knopfdruck automatisiert durch KI umschreiben zu lassen. An dessen Stelle tritt künftig ein Werkzeug, das Formulierungen lediglich korrigiert, den ursprünglichen Text und die persönliche „Stimme“ der Verfasserin oder des Verfassers aber unverändert lässt.
Was die Quellen zeigen
Laut einem von TechCrunch zitierten Statement von Hari Srinivasan, Produktchef bei LinkedIn, sei der Kampf gegen KI-Slop „eine Top-Priorität“ für das Unternehmen: Menschen kämen auf die Plattform, um sich mit echten Personen zu vernetzen und deren echte Perspektiven zu lesen. Der neue Melde-Button soll dabei nicht nur einzelne Beiträge kennzeichnen, sondern auch als Trainingssignal für interne KI-Modelle dienen, die künftig automatisch erkennen sollen, ob ein Beitrag Slop-Charakter hat. Darüber hinaus will LinkedIn nach eigenen Angaben täglich „Hunderttausende“ automatisierte Kommentarversuche blockieren und habe in den vergangenen Monaten Millionen weiterer automatisierter Zugriffsversuche unterbunden. Nutzer, deren Beiträge häufiger als „inauthentisch“ gemeldet werden, sollen dazu künftig eine private Rückmeldung in ihrem Dashboard erhalten – als Hinweis, nicht als öffentliche Sanktion. Ergänzend baut LinkedIn laut den Berichten auch Verifizierungs-Werkzeuge für Profile und Unternehmensseiten aus und ermöglicht es, Kommentare bestimmter Firmenseiten künftig zu blockieren.
Was unklar bleibt
Alle vorliegenden Zahlen zum Ausmaß der Automatisierungs-Abwehr stammen unmittelbar von LinkedIn selbst und wurden bislang nicht unabhängig überprüft. Offen ist auch, nach welchen konkreten Kriterien die angekündigten Klassifizierer entscheiden, ob ein Beitrag als Slop eingestuft wird, und wie zuverlässig diese Einschätzung in der Praxis ist. Ebenso unklar bleibt der genaue Rollout-Zeitplan: Ob der Melde-Button bereits allen Nutzern weltweit zur Verfügung steht oder schrittweise ausgerollt wird, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beantworten. Eine offizielle LinkedIn-Stellungnahme abseits der zitierten Aussagen des Produktchefs sowie Reaktionen von Nutzerverbänden oder der heimischen Digitalwirtschaft liegen bislang nicht vor.
Einordnung
Die Ankündigung reiht sich in einen breiteren Trend bei Online-Plattformen ein, gegen die wachsende Flut KI-generierter Inhalte vorzugehen. Laut TechCrunch hat etwa die Newsletter-Plattform Substack kürzlich ein Werkzeug zur Kennzeichnung KI-geschriebener Inhalte eingeführt, während die auf KI-Erkennung spezialisierte Firma Pangram frisches Kapital eingesammelt habe. Der Reddit-Konkurrent Digg musste laut demselben Bericht im März wegen nicht beherrschbarer Bot-Aktivität eingestellt werden. Für Nutzer in Österreich und im deutschsprachigen Raum ist der Schritt insofern relevant, als LinkedIn hierzulande stark als Karriere- und Networking-Plattform genutzt wird – wie wirksam der neue Button und die begleitenden Maßnahmen den Anteil an KI-Inhalten tatsächlich senken, lässt sich nach aktueller Quellenlage aber noch nicht beurteilen.

