LinkedIn hat erste Zahlen zu seinem Vorgehen gegen KI-generierte Massenware veröffentlicht. Produktchef Hari Srinivasan erklärte laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten, der Ende Juli eingeführte Melde-Button „Seems like AI slop“ sei bereits mehr als eine Million Mal angeklickt worden, und die Ansichten von als „KI-Slop“ eingestuften Beiträgen seien binnen weniger Wochen um rund 40 Prozent gesunken. Beide Angaben stammen ausschließlich von LinkedIn selbst; Methodik und Vergleichszeitraum sind nicht offengelegt, eine unabhängige Prüfung fehlt.
Zusätzlich kündigte LinkedIn eine Hinweisfunktion an, die Postende künftig informiert, wenn andere Mitglieder ihren Beitrag als „wirkt wie KI“ gemeldet haben – laut Srinivasan als Feedback gedacht, nicht als Strafe. Wie im bisherigen Bericht zur Einführung des Buttons dargestellt, reagierte LinkedIn damals bereits mit dem Ende der automatischen Umschreibefunktion „Enhance your post“ auf wachsende Kritik an KI-Massenware, ausgelöst unter anderem durch eine Analyse des Anbieters Pangram.
Offen bleibt, ob sich der behauptete Rückgang unabhängig bestätigen lässt, nach welchen Kriterien die Klassifizierer entscheiden und ob die neue Hinweisfunktion das Verhalten von Vielpostern tatsächlich verändert. Bislang liegt zu all dem nur die Selbstauskunft des Unternehmens vor.
Erste Zahlen zum Melde-Button
LinkedIn hat nach eigenen Angaben erste Zwischenergebnisse zu seinem Vorgehen gegen KI-generierte Massenware auf der Plattform veröffentlicht. Produktchef Hari Srinivasan erklärte laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten, der Ende Juli eingeführte Button „Seems like AI slop“ sei bereits mehr als eine Million Mal von Nutzerinnen und Nutzern angeklickt worden. Zusätzlich sei die Zahl der Ansichten von Beiträgen, die LinkedIn intern als „KI-Slop“ einstuft, innerhalb weniger Wochen um rund 40 Prozent zurückgegangen. Diese Angaben stammen ausschließlich von LinkedIn selbst: Weder die genaue Messmethodik noch der exakte Vergleichszeitraum wurden offengelegt, und eine unabhängige Prüfung der Zahlen liegt nicht vor.
Neue Hinweisfunktion für Vielposter
Ergänzend kündigte LinkedIn eine neue Funktion an: Wer einen Beitrag veröffentlicht, soll künftig in der Beitrags-Analyse eine Nachricht sehen, wenn andere Mitglieder diesen Beitrag als „wirkt wie KI“ gemeldet haben. Srinivasan betonte laut den vorliegenden Berichten, man gehe dabei von „guten Absichten“ der Verfassenden aus und wolle hilfreiches Feedback geben, kein Bestrafungssignal. Damit liefert LinkedIn erstmals eine – wenn auch unternehmensseitige – Antwort auf die im bisherigen Bericht offen gebliebene Frage, wie stark sich der Anteil von als KI-Inhalt wahrgenommenen Beiträgen durch die neuen Maßnahmen verändert: LinkedIn selbst behauptet einen deutlichen Rückgang, ohne dass sich das bislang von außen nachvollziehen lässt.
Vorgeschichte
LinkedIn hatte den Melde-Button sowie eine Reihe weiterer Maßnahmen gegen KI-generierte Inhalte Ende Juli 2026 eingeführt, wie im bisherigen Bericht dargestellt – darunter der Wegfall der automatischen Text-Umschreibefunktion „Enhance your post“ zugunsten eines reinen Korrekturlese-Tools sowie eigene, damals ebenfalls nicht unabhängig geprüfte Angaben zu geblockten automatisierten Kommentarversuchen. Hintergrund war unter anderem eine Analyse des KI-Erkennungsanbieters Pangram, wonach rund 41 Prozent der längeren LinkedIn-Beiträge vollständig KI-generiert gewesen seien.
Was die Zahlen nicht zeigen
Offen bleibt vor allem, wie belastbar die von LinkedIn genannten Werte sind. Weder ist bekannt, nach welchen Kriterien die unternehmenseigenen Klassifizierer einen Beitrag als „Slop“ einstufen, noch, ob die behauptete Reduktion der Ansichten auf einer tatsächlich geringeren Menge an KI-Inhalten beruht oder etwa auf veränderten Ausspiel-Algorithmen, die entsprechend markierte Beiträge lediglich seltener zeigen. LinkedIn selbst stellte zudem klar, dass eine Meldung über den neuen Button nicht zwangsläufig zu geringerer Reichweite des betroffenen Beitrags führt. Eine externe Einordnung – etwa durch unabhängige Analysten, Wissenschaft oder Wettbewerbsbehörden – steht bislang aus.

