Die Ceuta-Krise hat eine neue innenpolitische Zuspitzung erfahren: Am 26. September 2026 protestierten in Madrid nach Medienberichten Zehntausende Menschen gegen den Umgang der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit der Migrationslage. Angemeldet hatte die Kundgebung die Organisation Sociedad Civil Española, unterstützt von der konservativen PP und der rechtspopulistischen Vox – deren Spitzen Miguel Tellado und Santiago Abascal persönlich teilnahmen. Gefordert wurden vorgezogene Neuwahlen sowie ein Verfahren gegen Sánchez wegen „Hochverrats“ – eine Forderung der Demonstrierenden, keine redaktionelle Einschätzung eines tatsächlichen Fehlverhaltens.
Die Teilnehmerzahl bleibt strittig: Die Regierungsdelegation sprach von rund 20.000, die Veranstalter von 180.000 – eine unabhängige Zählung fehlt. Die Kundgebung verlief nach vorliegenden Berichten ohne größere Zwischenfälle vom Platz Cibeles zum Torbogen Arco de la Victoria bei Moncloa.
Wie im bisherigen Bericht zur Ceuta-Krise dargestellt, war der Massenandrang Ende Juli auf rund 70.000 Menschen sowie der spätere Grenzkontroll-Streit mit Italien Ausgangspunkt der Krise. Laut ORF unter Berufung auf „El País“ bereitet die Regierung zudem ein Dekret zur erleichterten Abschiebung nach Marokko vor – bislang nur einzelquellenbasiert. Eine Reaktion der Regierung oder der PSOE auf die Kundgebung liegt nicht vor.
Neue Eskalationsstufe: Straße statt Parlament
Die Ceuta-Krise hat am Wochenende eine innenpolitische Zuspitzung erfahren, die über die bisherige diplomatische Auseinandersetzung zwischen Spanien und Italien hinausgeht: In Madrid gingen am 26. September 2026 nach Medienberichten Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen den Umgang der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit der Migrationslage zu protestieren. Angemeldet hatte die Kundgebung die Organisation Sociedad Civil Española, unterstützt wurde sie von der konservativen Volkspartei PP und der rechtspopulistischen Vox – ein politisches Bündnis, das in der bisherigen Berichterstattung zur Ceuta-Krise noch keine Rolle gespielt hatte.
PP-Generalsekretär Miguel Tellado und Vox-Parteichef Santiago Abascal nahmen laut übereinstimmenden Berichten persönlich teil. Tellado sagte am Rande der Kundgebung, die Mehrheit der Spanierinnen und Spanier fordere inzwischen Neuwahlen. Die reguläre Parlamentswahl ist erst für August 2027 vorgesehen.
Forderungen: Neuwahlen und ein Verfahren wegen „Hochverrats“
Zentrale Forderung der Demonstrierenden waren vorgezogene Neuwahlen sowie – deutlich schärfer formuliert – ein Verfahren gegen Ministerpräsident Sánchez wegen „Hochverrats“ im Zusammenhang mit der Reaktion der Regierung auf die massenhafte Ankunft von Migrantinnen und Migranten in der Exklave Ceuta. Zu den wiederholten Parolen zählten Rücktrittsforderungen an Sánchez sowie Sprechchöre zur Verteidigung Ceutas.
Diese Zuspitzung ist als politische Forderung von Demonstrierenden sowie von PP und Vox zu verstehen – nicht als juristische oder redaktionelle Feststellung eines tatsächlichen Fehlverhaltens der Regierung. Ob es tatsächlich zu einem parlamentarischen oder gerichtlichen Verfahren kommt, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Strittige Teilnehmerzahl
Wie bei vergleichbaren Großkundgebungen in Spanien üblich, gehen die Angaben zur Teilnehmerzahl weit auseinander: Die Regierungsdelegation in Madrid bezifferte die Zahl der Teilnehmenden mit rund 20.000, die Veranstalter sprachen von 180.000. Eine unabhängige Zählung liegt nicht vor, beide Zahlen stammen von jeweils interessierter Seite. Die Kundgebung verlief nach den vorliegenden Berichten ohne größere Zwischenfälle vom Platz Cibeles zum Torbogen Arco de la Victoria nahe dem Regierungssitz Moncloa.
Hintergrund
Auslöser der Krise war der Massenandrang von rund 70.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta Ende Juli 2026, in dessen Folge es auch zu einem diplomatischen Konflikt zwischen Spanien und Italien um wechselseitige Grenzkontrollen kam – Details dazu sind im bisherigen Bericht zur Ceuta-Krise dargestellt. Nach ORF-Angaben unter Berufung auf die Zeitung „El País“ bereitet die spanische Regierung nun zusätzlich ein Dekret vor, das Abschiebungen von in Ceuta verbliebenen Migranten nach Marokko erleichtern soll. Diese Information stützt sich bislang auf eine einzelne Zeitungsquelle und ist nicht unabhängig bestätigt.
Was offen bleibt
Eine Stellungnahme der Regierung, der Regierungspartei PSOE oder Ministerpräsident Sánchez’ selbst zur Kundgebung liegt den vorliegenden Quellen nicht vor. Ebenso unklar ist, ob das kolportierte Abschiebedekret tatsächlich in der berichteten Form kommt und ob die Forderung nach einem Verfahren gegen Sánchez irgendeine parlamentarische oder juristische Folge hat. Die schon zuvor offene Frage, wie viele Migrantinnen und Migranten sich weiterhin in Ceuta aufhalten, bleibt durch die aktuelle Berichterstattung unbeantwortet.

