Textlänge

OpenAI hat laut übereinstimmenden Medienberichten mit „Codex Micro“ sein erstes tatsächlich erhältliches Hardware-Produkt veröffentlicht: eine mit dem Spezialtastatur-Hersteller Work Louder entwickelte Mini-Tastatur bzw. ein Makro-Pad zur Steuerung von KI-Coding-Agenten, verkauft für rund 230 US-Dollar über den offiziellen OpenAI-Onlineshop und laut Berichten binnen weniger Stunden ausverkauft — auch im deutschen Shop, wo es inklusive Versand und Zoll umgerechnet rund 282 Euro kostete. Ausstattung und Preis sind inzwischen nicht mehr nur aus Sekundärberichten bekannt, sondern auch über eine offizielle Produktseite von OpenAI und Work Louder bestätigt: 13 mechanische Tasten, sechs RGB-beleuchtete „Agent Keys“ zur Statusanzeige, ein Joystick und ein Drehregler in einem CNC-gefertigten Gehäuse aus Aluminium und Polycarbonat. Davon zu unterscheiden ist der zuvor berichtete, bewegliche und bildschirmlose Smart Speaker: Dieses separate Projekt bleibt weiterhin unveröffentlicht und stützt sich überwiegend auf einen einzelnen Bloomberg-Bericht mit anonymen Insiderquellen. Als Design-Verantwortliche werden dabei neben Jony Ive auch Tang Tan, Evans Hankey und Paul Meade genannt — allesamt frühere Apple-Designer, ohne dass OpenAI dies offiziell bestätigt hätte.

Konkreter geworden ist der parallel berichtete Rechtsstreit: Apple hat OpenAI und dessen Tochtergesellschaft io demnach am 10. Juli 2026 vor einem US-Bundesgericht in Nordkalifornien wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt und wirft dem Unternehmen systematisches Vorgehen vor, unter anderem im Zusammenhang mit einer Metallverarbeitungstechnik eines Apple-Zulieferers. Die Klage nennt laut Berichten auch zwei frühere Apple-Mitarbeiter namentlich als Beklagte und beziffert die Zahl der mittlerweile bei OpenAI beschäftigten früheren Apple-Angestellten auf über 400 — Angaben aus Apples eigener Klageschrift, keine gerichtliche Feststellung. Zeitgleich hat OpenAI mit „GPT-Live“ offiziell neue, vollduplexfähige Sprachmodelle vorgestellt; ob diese Technik für den geplanten Smart Speaker vorgesehen ist, bleibt offen.

Technische Details des Smart Speakers, der genaue Zeitplan, der juristische Ausgang des Apple-Verfahrens und eine offizielle Bestätigung der genannten Design-Verantwortlichen sind nach vorliegender Quellenlage nicht abschließend verifiziert. Insbesondere bei den gegen einzelne Personen erhobenen Vorwürfen handelt es sich um unbewiesene Behauptungen aus einer laufenden Klage.

Was neu ist

OpenAI hat mit „Codex Micro“ nach übereinstimmenden Medienberichten sein erstes tatsächlich erhältliches Hardware-Produkt veröffentlicht — allerdings nicht den zuvor berichteten Smart Speaker, sondern ein kleines Zubehörgerät für Entwicklerinnen und Entwickler. Laut Berichten und einer inzwischen einsehbaren offiziellen Produktseite von OpenAI („Supply Co. x Work Louder“) sowie des Herstellers Work Louder handelt es sich um eine gemeinsam entwickelte Mini-Tastatur bzw. ein Makro-Pad mit 13 mechanischen, flachen Tasten, sechs beleuchteten „Agent Keys“ zur RGB-Statusanzeige laufender KI-Coding-Agenten (u. a. „denkt nach“, „läuft“, „wartet auf Eingabe“, „Fehler“), einem Joystick zur Steuerung der Eingabezeile sowie einem Drehregler, mit dem sich die genutzte „Reasoning“-Stufe eines Agenten einstellen lässt. Das Gehäuse ist laut offizieller Beschreibung CNC-gefertigt aus Aluminium und Polycarbonat, die Tastenkappen aus PBT/PC, der Joystick-Aufsatz aus Gummi. Das Gerät wurde für rund 230 US-Dollar verkauft und war laut mehreren Berichten binnen weniger Stunden ausverkauft — auch im deutschen OpenAI-Shop, wo es inklusive Versand und Zoll umgerechnet rund 282 Euro gekostet haben soll.

Codex Micro und Smart Speaker: zwei getrennte Vorhaben

Wichtig zur Einordnung bleibt: „Codex Micro“ ist ein anderes Produkt als der zuvor berichtete, bewegliche und bildschirmlose Smart Speaker, an dem OpenAI laut einer Bloomberg-Recherche mit anonymen Insiderquellen ebenfalls arbeitet. Während Codex Micro ein reales, käufliches Entwickler-Zubehör ist, dessen Ausstattung nun auch offiziell von OpenAI und Work Louder bestätigt wird, bleibt der Smart Speaker weiterhin ein noch nicht veröffentlichtes Konsumentenprojekt, dessen Details nach vorliegender Quellenlage nicht abschließend verifiziert sind.

Smart Speaker: neue Namen, weiterhin dieselbe Quelle

Zu den Verantwortlichen des Smart-Speaker-Projekts nennen mehrere Medien inzwischen konkrete Namen: neben dem früheren Apple-Designchef Jony Ive sollen demnach auch Tang Tan (früher zuständig für das iPhone-Produktdesign bei Apple), Evans Hankey (frühere Leiterin des Industriedesigns bei Apple) und Paul Meade (an der Entwicklung von Apples Vision Pro beteiligt) an OpenAIs Hardware-Vorhaben mitwirken. OpenAI plant laut Berichten insgesamt rund fünf Hardware-Produkte, wobei der Smart Speaker als erstes Konsumentengerät gilt — mit einer möglichen Vorstellung noch 2026 und einem Marktstart 2027. Diese Angaben gehen weiterhin überwiegend auf denselben Bloomberg-Bericht mit anonymen Quellen zurück und wurden von OpenAI nicht offiziell bestätigt.

Apple-Klage jetzt offiziell eingereicht

Der parallel berichtete Rechtsstreit mit Apple hat sich nach vorliegenden Medienberichten konkretisiert: Apple habe OpenAI und dessen Tochtergesellschaft io am 10. Juli 2026 vor einem US-Bundesgericht in Nordkalifornien wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Apple beschreibt dies laut Berichten nicht als vereinzelte Verstöße, sondern als systematisches Vorgehen, mit dem OpenAI gezielt Apples Hardware-Know-how für den Aufbau des eigenen Hardwaregeschäfts genutzt haben soll — unter anderem soll ein Apple-Zulieferer unter falschen Angaben dazu gebracht worden sein, eine geheime Metallverarbeitungstechnik anzuwenden. Neben OpenAI und io werden in der Klage laut Berichten auch zwei frühere Apple-Mitarbeiter namentlich als Beklagte geführt. Apple beziffert zudem die Zahl der inzwischen bei OpenAI beschäftigten früheren Apple-Mitarbeiter auf mehr als 400. Diese Angaben stammen aus Apples eigener Klageschrift, wie sie von Medien wiedergegeben wird — es handelt sich um Vorwürfe der klagenden Partei, keine gerichtliche Feststellung. Eine Stellungnahme von OpenAI zu den konkreten Vorwürfen liegt nach unserem Kenntnisstand nicht vor.

GPT-Live: mögliche Sprachbasis künftiger Geräte

Zeitlich parallel hat OpenAI mit „GPT-Live“ eigenen Angaben zufolge neue Sprachmodelle vorgestellt, die im sogenannten Vollduplex-Modus arbeiten — das Modell kann demnach gleichzeitig zuhören und sprechen, natürlicher unterbrechen und reagieren, ähnlich einem menschlichen Gespräch. Diese Technologie wird von OpenAI selbst kommuniziert und ist damit vergleichsweise gut belegt. Ob GPT-Live konkret als Sprachbasis für den geplanten Smart Speaker vorgesehen ist, lässt sich aus der offiziellen Ankündigung allein jedoch nicht ableiten und bleibt aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend verifizierbar.

Was unklar bleibt

Offen bleibt der genaue rechtliche Ausgang der Apple-Klage sowie eine offizielle Reaktion von OpenAI und den namentlich genannten Personen darauf. Ebenfalls unklar sind technische Details des Smart Speakers (Akkulaufzeit, Sensorik, Kamera-Ausstattung, Preis), der genaue Zeitplan für Vorstellung und Marktstart sowie eine offizielle Bestätigung der Design-Verantwortlichen durch OpenAI. Auch der Zusammenhang zwischen GPT-Live und dem Hardware-Projekt ist nach vorliegender Quellenlage nicht belegt. Beim bereits verkauften Codex Micro bleibt offen, ob und wann OpenAI eine größere Nachproduktion über die limitierte Erstauflage hinaus plant.

Einordnung

Die Geschichte zeigt zwei parallele, aber unterschiedlich weit gediehene Entwicklungen: Mit „Codex Micro“ existiert inzwischen ein reales, käufliches Produkt, dessen Ausstattung nicht mehr nur aus Medienberichten, sondern auch aus einer offiziellen OpenAI- und Work-Louder-Produktseite hervorgeht — ein Zugewinn an Quellenqualität gegenüber der ursprünglichen Fassung dieses Artikels. Der ursprünglich berichtete Smart Speaker bleibt dagegen weiterhin ein Vorhaben, dessen Details überwiegend auf einer einzelnen journalistischen Recherche mit anonymen Quellen beruhen. Auch der Apple-Rechtsstreit hat sich von einer angekündigten Auseinandersetzung zu einer tatsächlich eingereichten Klage konkretisiert, was die Quellenlage insgesamt verbessert — für eine abschließende Bewertung, insbesondere der gegen einzelne Personen erhobenen Vorwürfe, wären aber weiterhin Gerichtsunterlagen oder offizielle Stellungnahmen nötig, die bislang nicht vorliegen.