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Neu an der Osloer Smart-Glasses-Geschichte ist vor allem der Zeitpunkt: Das Verbot der Geräte an Oslos Schulen, das für den gesamten Schultag und alle Bildungsstufen gilt, trat laut internationalen Agenturberichten bereits am 27. August 2026 in Kraft. Öffentlich bekanntgegeben wurde es aber erst am 10. September – die Verzögerung geht demnach auf eine politische Zurückhaltung zurück, die norwegische Parteien nach dem Tod von König Harald V. am 28. August vereinbart hatten.

Begründet hatte die für Bildung zuständige Vize-Bürgermeisterin Julie Remen Midtgarden den Schritt mit scharfer Kritik an Meta: Das Geschäftsmodell des Konzerns beruhe darauf, unerkennbar zu machen, wann man gefilmt werde, Kinder dürften nicht zu Statisten in dessen Datensammlung werden. Midtgarden forderte zugleich eine übergeordnete staatliche Regulierung – eine Position, die sich mit der norwegischen Datenschutzbehörde Datatilsynet deckt, die sich laut eigenen Angaben ebenfalls für strengere landesweite Regeln und einen möglichen Verkaufsstopp ausspricht.

Damit reiht sich Norwegen in eine internationale Debatte um Metas Smart Glasses ein, die – wie im bisherigen Bericht zu Instagram-Kontosperren, dem Innsbrucker Fall und der möglichen deutschen Verbotsprüfung dargestellt – parallel in mehreren Ländern geführt wird. Offen bleibt, wie Oslo das Verbot durchsetzt und ob Norwegens Regierung tatsächlich strengere landesweite Regeln beschließt.

Verbot galt schon Wochen vor der Bekanntgabe

Die neue Information zur Osloer Smart-Glasses-Debatte betrifft nicht das Verbot selbst, sondern seinen Zeitpunkt: Wie internationale Agenturberichte übereinstimmend darstellen, ist das Verbot für Smart Glasses an Oslos Schulen nicht erst am 10. September 2026 in Kraft getreten, sondern galt bereits seit dem 27. August. Die öffentliche Bekanntgabe verzögerte sich demnach um mehrere Wochen, weil die norwegischen Parteien nach dem Tod von König Harald V. am 28. August eine politische Zurückhaltung vereinbart hatten und öffentliche Ankündigungen in dieser Phase zurückgestellt wurden. Diese Einordnung stammt aus Sekundärberichten und wurde nicht anhand einer Original-Mitteilung der Stadt Oslo geprüft.

Das eigentliche Verbot ist damit älter und war zum Zeitpunkt der medialen Berichterstattung in Österreich bereits zwei Wochen in Kraft. Es gilt für den gesamten Schultag und auf allen Ebenen der Bildungseinrichtungen.

Begründung: Kritik am Geschäftsmodell von Meta

Die für Bildung zuständige Vize-Bürgermeisterin Julie Remen Midtgarden begründete den Schritt öffentlich mit scharfer Kritik am Hersteller. Politikerinnen und Politiker müssten den Mut haben, ehrlich darüber zu sein, worum es dabei wirklich gehe: Eines der reichsten Unternehmen der Welt habe ein Produkt auf den Markt gebracht, dessen gesamtes Geschäftsmodell darauf beruhe, es unmöglich zu machen zu wissen, wann man gefilmt werde, so Midtgarden laut ORF. Die Stadtverwaltung selbst begründete das Verbot damit, verhindern zu wollen, dass Kinder zu Statisten in der Datensammlung von Meta würden.

Midtgarden machte zugleich deutlich, dass sie eine rein kommunale Schulregel für unzureichend hält: Aus ihrer Sicht braucht es eine übergeordnete, staatliche Regulierung des Einsatzes von Smart Glasses außerhalb der Schule.

Nationale Parallel-Debatte: Datenschutzbehörde für strengere Regeln

Die Forderung nach staatlicher Regulierung findet in Norwegen bereits ein offizielles Echo: Die norwegische Datenschutzbehörde Datatilsynet hat sich öffentlich für eine strengere landesweite Regulierung von Smart Glasses ausgesprochen und hält demnach auch einen vorübergehenden Verkaufsstopp für erwägenswert, solange Regeln etwa zu Gesichtserkennungsfunktionen der Geräte fehlen. Wie weit diese Position bislang zu konkreten Gesetzesschritten der norwegischen Regierung geführt hat, war anhand der gesichteten Quellen nicht abschließend zu klären.

Damit reiht sich Norwegen in eine internationale Debatte ein, die – wie im bisherigen Bericht zu den Instagram-Kontosperren, dem Innsbrucker Fall um Bürgermeister Johannes Anzengruber und der möglichen Verbotsprüfung durch die deutsche Bundesnetzagentur dargestellt – in mehreren Ländern parallel geführt wird. Oslo ist nach den gesichteten Quellen die erste größere europäische Hauptstadt, die ein derart umfassendes schulisches Verbot ausgesprochen hat.

Was weiterhin offen ist

Unklar bleibt, wie die Stadt Oslo das Verbot im Schulalltag kontrollieren will und welche Konsequenzen Schülerinnen, Schülern oder Lehrpersonal bei Verstößen drohen – keine der gesichteten Quellen beschreibt einen Durchsetzungsmechanismus. Offen ist auch, ob Norwegens Regierung die von Datatilsynet geforderte landesweite Regulierung tatsächlich umsetzt, ob weitere norwegische oder skandinavische Kommunen nachziehen, und ob sich Meta zu dem Osloer Schulverbot äußert.