NASA hat bekanntgegeben, dass das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop deutlich mehr Treibstoff an Bord hat als geplant: Statt der ursprünglich budgetierten zehn Jahre (fünf Jahre Basis- plus fünf Jahre Verlängerungsmission) reicht die Reserve laut Goddard-Center-Direktor Jamie Dunn nun für mindestens 22 Jahre Wissenschaftsbetrieb. Grund ist vor allem die erste Kurskorrektur einen Tag nach dem Start, die mit über 99 Prozent Genauigkeit nur rund 18 statt der budgetierten 200 Kilogramm Treibstoff verbrauchte. Hinzu kommt, dass das Teleskop mit rund 8.056 Kilogramm deutlich leichter startete als die budgetierten 9.800 Kilogramm, wodurch vor dem Start mehr Treibstoff geladen werden konnte – dieser Effekt allein soll laut NASA rund vier zusätzliche Betriebsjahre bringen.
Eine zweite, ebenfalls für die Einschwenkung in die Umlaufbahn am Sonne-Erde-Lagrangepunkt L2 nötige Kurskorrektur ist laut NASA für die zweite Septemberhälfte 2026 vorgesehen und soll wegen des guten ersten Manövers ebenfalls sparsam ausfallen – durchgeführt und bestätigt ist sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht.
Roman war am 30. August 2026 vom Kennedy Space Center gestartet, wie im bisherigen Bericht dargestellt. Die neue Treibstoffbilanz ist zunächst ein technisches Potenzial: Ob NASA daraus eine formal beschlossene, über zehn Jahre hinausgehende Missionsverlängerung macht, ist bislang nicht bekannt.
Doppelte Treibstoffreserve bestätigt
NASA hat am 14. September 2026 mitgeteilt, dass das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop über deutlich mehr Treibstoff verfügt als ursprünglich eingeplant. Ausgelegt war die Mission für eine Basislaufzeit von fünf Jahren plus eine mögliche fünfjährige Verlängerung – macht zusammen ein Zehn-Jahres-Budget an Treibstoff. Laut Jamie Dunn, Direktor des Goddard Space Flight Center, reicht der tatsächlich mitgeführte Treibstoff nun für mindestens 22 Jahre Wissenschaftsbetrieb. Dunn führt das auf präzise Planung des Bahndynamik-Teams, exakte Ausführung durch das Betriebsteam und einen sehr genauen Start durch SpaceX zurück.
Woher die Einsparung kommt
Den größten Einzelbeitrag liefert laut NASA die erste Kurskorrektur, die einen Tag nach dem Start am 31. August 2026 ausgeführt wurde: Statt der budgetierten 200 Kilogramm (441 Pfund) Treibstoff verbrauchte das Manöver bei einer Treffgenauigkeit von über 99 Prozent nur rund 18 Kilogramm (40 Pfund). Ein weiterer Faktor ist das Startgewicht: Roman wog beim Abheben rund 8.056 Kilogramm und damit deutlich weniger als die budgetierten 9.800 Kilogramm. Dadurch konnte vor dem Start zusätzlicher Treibstoff in die vier Tanks geladen werden – nach NASA-Angaben allein dieser Effekt bringt rund vier zusätzliche Betriebsjahre. Eine für die zweite Septemberhälfte 2026 vorgesehene zweite Kurskorrektur zur Einschwenkung in die Umlaufbahn am Sonne-Erde-Lagrangepunkt L2 soll wegen des guten ersten Manövers ebenfalls sparsam ausfallen, ist aber noch nicht durchgeführt.
Vorgeschichte
Roman war am 30. August 2026 mit einer SpaceX-Falcon-Heavy-Rakete vom Kennedy Space Center gestartet und befindet sich seither auf dem Weg zu seiner Beobachtungsposition am Lagrangepunkt L2, wie im bisherigen Bericht dargestellt. Die Mission mit einem Gesamtbudget von rund 4,3 Milliarden Dollar soll mit einem gegenüber dem Hubble-Teleskop rund hundertfach größeren Sichtfeld unter anderem dunkle Materie und dunkle Energie kartieren.
Was die Meldung nicht bedeutet
Die zusätzliche Treibstoffreserve ist zunächst ein technisches Potenzial, keine formal beschlossene Missionsverlängerung. Ob und wie NASA künftig über eine tatsächliche Verlängerung des Wissenschaftsbetriebs über die ursprünglich budgetierten zehn Jahre hinaus entscheidet, geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor. Ebenfalls offen ist, wie die noch ausstehende zweite Kurskorrektur und die anschließende Bahneinschwenkung an L2 tatsächlich verlaufen.


