Textlänge

Nach den von Centcom bestätigten US-Angriffen auf iranische Ziele am 1. September, die Trump als „große und gewaltige“ Vergeltung bezeichnete, hat der Iran seine Angriffswelle am 2. September deutlich ausgeweitet. Jordanien meldete das Abfangen von zehn der 13 aus dem Iran gestarteten ballistischen Raketen, drei schlugen in abgelegenen Gebieten ein. Kuwait bestätigte offiziell Raketen- und Drohnenangriffe, auch Bahrain wurde nach übereinstimmenden Medienberichten attackiert, wobei Iran laut Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari ankündigte, gegenüber beiden Golfstaaten „keine Zurückhaltung mehr“ zu üben. Iranische Staatsmedien behaupten zudem Angriffe auf eine US-Basis in Erbil (Irak) und einen Stützpunkt namens „Camp Titin“ in Jordanien – diese Einzelangaben sind bislang unabhängig nicht bestätigt. Am frühen Morgen des 3. September wurde Kuwait laut eigener Militärmitteilung erneut Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe; der iranische Staatsrundfunk Irib erklärte dies als Vergeltung für „Amerikas Verbrechen“ gegen US-Stützpunkte in Kuwait – eine Bestätigung durch Centcom fehlt bislang.

Parallel dazu bezifferten iranische Medien am 2./3. September erstmals die Zahl der Toten bei den jüngsten US-Angriffen auf mindestens 19, verteilt auf die Insel Lawan, die Provinz Kermanshah, einen Ort nahe Sirik und die Provinz Khuzestan – eine unabhängige Bestätigung dieser Gesamtzahl fehlt. US-Präsident Trump reagierte im Oval Office mit der Ankündigung, die USA seien „bereit, jederzeit“ einen weiteren Angriff zu starten; zudem behauptete er, Iran habe eine Rakete zum Abwurf von Minen gebaut und neue Ausrüstung entlang der Straße von Hormus in Stellung bringen wollen, die USA hätten beides zerstört – Angaben, die ausschließlich von ihm selbst stammen. Für zusätzliche Kontroverse sorgt weiterhin der Vorwurf eines tödlichen US-Angriffs auf eine Hochzeitsfeier: Nach zunächst widersprüchlichen Angaben zu Kuhestak (vier Tote) und Sirik (über 50 Tote oder Verletzte) präsentierte Kurier am 3. September eine dritte Version – erneut Sirik, diesmal mit vier Toten, darunter ein kleines Kind. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai warf den USA daraufhin erneut ein Kriegsverbrechen vor; Centcom-Sprecher Tim Hawkins wies dies pauschal zurück.

Am 5. September 2026 eskalierte der Konflikt weiter: Laut Centcom griff die iranische Revolutionsgarde zwei patrouillierende US-Kriegsschiffe – nach Medienberichten einen Flugzeugträger und einen Lenkwaffenzerstörer – mit ballistischen Raketen an, ohne Erfolg und ohne amerikanische Verletzte. Als Reaktion setzte das US-Militär nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker außer Gefecht: die „M/T Downy“ vor Kharg und die „M/T Stark 1“ nahe Jask wurden „dauerhaft außer Gefecht gesetzt“, der unbeladene Tanker „M/T Kylo“ im Golf von Oman vollständig zerstört. In der Nacht auf den 6. September veröffentlichte Centcom zusätzlich einen Videoclip, der zeigen soll, wie die „M/T Kylo“ Schlagseite bekam und sank; laut Kurier war die Besatzung zuvor zum Verlassen des Schiffs angewiesen worden – Angaben, die laut Kurier selbst zunächst nicht unabhängig überprüfbar sind. Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper begründete die Aktion mit einer Abschreckungslogik nach dem Motto „drei für zwei“; die Tanker gehörten laut Centcom zu einem „milliardenschweren Schattennetzwerk“ der Revolutionsgarde. Der iranische Staatsrundfunk IRIB bestätigte zumindest einen Tankertreffer nahe Kharg mit vier Raketen und einer unverletzten, evakuierten Besatzung, während die iranische Agentur Tasnim das Eingeständnis des vorausgegangenen Angriffs auf die US-Kriegsschiffe umgekehrt als eigenen Erfolg der Revolutionsgarde darstellte – der vorausgegangene Angriff auf die Kriegsschiffe selbst sowie Zahl und Zustand aller drei Tanker sind aber weiterhin nur durch Centcom belegt, eine iranische Reaktion auf die Tankerzerstörung steht noch aus.

Neue US-Angriffe: Trump kündigt „große und gewaltige“ Vergeltung an

Rund zwei Tage nach dem Schlagabtausch um die iranische Insel Larak und die US-Stützpunkte in Jordanien hat US-Präsident Donald Trump am 1. September auf seiner Plattform Truth Social weitere US-Angriffe auf iranische Ziele nahe der Straße von Hormus verkündet. Es handle sich um „große und gewaltige“ Schläge, schrieb Trump – als Vergeltung für einen aus seiner Sicht gescheiterten iranischen Versuch, erneut Seeminen in der Meerenge zu verlegen, sowie als Reaktion auf den iranischen Raketenbeschuss der US-Stützpunkte in Jordanien. Centcom bestätigte offiziell, US-Kräfte hätten erneut Ziele der Revolutionsgarde angegriffen, nachdem diese zuvor Handelsschiffe in der Straße von Hormus sowie US-Personal in der Region attackiert habe. Eine weitere, detailliertere Centcom-Mitteilung vom 2. September präzisierte, welche Zielkategorien konkret getroffen wurden: Luftabwehrstellungen, Radarsysteme, maritime Einrichtungen und -anlagen, Minenverlege-Kapazitäten sowie Kommunikationsanlagen der Revolutionsgarde.

Trump warnte den Iran zugleich vor weiteren Angriffen gegen die USA: Sollte die „gescheiterte Nation“ Iran auf diesen aus seiner Sicht „völlig gerechtfertigten“ Angriff reagieren, werde sie „erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen“. Ein noch größerer Angriff stehe bereits bevor – und wenn dieser vorbei sei, werde von der Islamischen Republik „nur noch sehr wenig übrig sein“, drohte er. Diese Drohung erneuerte Trump nach Angaben mehrerer Medien auch noch, nachdem der Iran tatsächlich mit einer breiten Angriffswelle reagierte, und griff sie am 2./3. September in ähnlicher Form erneut auf (siehe unten).

Iran vergilt: Angriffe auf US-Ziele und Verbündete in Jordanien, Kuwait, Bahrain und Irak

Am 2. September verstärkte der Iran seine Vergeltungsangriffe deutlich. Jordanien meldete über seine Streitkräfte, dass insgesamt 13 aus dem Iran gestartete ballistische Raketen in seinen Luftraum eingedrungen seien; zehn davon habe die Luftabwehr abgefangen, drei weitere seien in abgelegenen Gebieten des Landes eingeschlagen. Die Revolutionsgarden erklärten laut der Nachrichtenagentur Tasnim, ein als „Camp Titin“ bezeichneter US-Marinestützpunkt am Golf von Akaba, nahe den Grenzen zu Israel und Saudi-Arabien, sei Ziel eines „massiven Raketenangriffs“ geworden – eine Angabe, die bislang ausschließlich auf der IRGC-Erklärung beruht und weder von Jordanien noch von den USA bestätigt wurde.

Parallel dazu meldete die kuwaitische Armee offiziell, ihre Luftabwehr reagiere auf Raketen- und Drohnenangriffe aus Richtung Iran. Auch Bahrain wurde nach übereinstimmenden Medienberichten angegriffen; AFP-Reporter vor Ort hörten am frühen Morgen Luftalarmsirenen. Laut iranischen Staatsmedien richtete sich der Angriff gezielt gegen Radarstationen und Sammelpunkte auf dem Luftwaffenstützpunkt Scheich Isa – diese konkrete Zielbenennung stammt jedoch ausschließlich aus iranischen Quellen. Der iranische Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari erklärte dazu, Iran werde gegenüber Bahrain und Kuwait „keine Zurückhaltung mehr“ üben, was auf eine mögliche weitere Eskalation gegenüber diesen beiden Golfstaaten hindeutete – eine Ankündigung, die sich mit den erneuten Angriffen auf Kuwait am 3. September zumindest teilweise bestätigte (siehe unten).

Zusätzlich behaupten iranische Staatsmedien (IRNA), auch eine US-Militärbasis im irakischen Erbil, in der autonomen Region Kurdistan, sei angegriffen worden; dabei seien ein Wartungszentrum, Lagerhäuser und das Leitsystem eines US-Überwachungsballons zerstört worden. Auch für diesen Vorwurf liegt bislang keine unabhängige Bestätigung vor. Dass Iran am 2. September gleich mehrere Länder der Region gleichzeitig ins Visier nahm, ist damit im Grundsatz durch offizielle Militärmitteilungen Jordaniens und Kuwaits sowie durch mehrere voneinander unabhängige internationale Medien gut belegt – die konkreten Ziele, Schäden und die Beteiligung Iraks bleiben dagegen größtenteils auf iranische Staatsmedien beschränkt.

Erneuter Angriff auf Kuwait am 3. September

Nur einen Tag nach der breiten Vergeltungswelle vom 2. September wurde Kuwait am frühen Morgen des 3. September erneut zum Ziel iranischer Angriffe. Das kuwaitische Militär teilte auf der Plattform X mit, seine Luftabwehr wehre „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“ ab; hörbare Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen. Der iranische staatliche Rundfunk Irib erklärte, die Angriffe seien eine Antwort auf „Amerikas Verbrechen“ und richteten sich gegen US-Militärstützpunkte in Kuwait. Beide Angaben sind durch ORF und Kleine Zeitung unabhängig voneinander mit übereinstimmendem Inhalt belegt; eine Bestätigung durch Centcom oder eine andere US-Stelle sowie Angaben zu Schäden oder Opfern liegen bislang nicht vor.

Der erneute Angriff steht im Einklang mit der tags zuvor von Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari verbreiteten Ankündigung, Iran werde gegenüber Kuwait „keine Zurückhaltung mehr“ üben – ob auch Bahrain, wie in derselben Ankündigung erwähnt, erneut getroffen wird, ist bislang nicht bekannt.

Iran meldet mindestens 19 Tote, Trump droht mit weiteren Angriffen

Im Zuge dieser Eskalationsrunde bezifferten iranische Medien die Zahl der Toten bei den US-Angriffen der Nacht auf den 2. September erstmals detaillierter: Auf der Insel Lawan seien drei Mitglieder einer paramilitärischen Einheit ums Leben gekommen, in der Provinz Kermanshah sieben Soldaten der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarde und in der südlichen Industrieprovinz Khuzestan sieben weitere Menschen – zusammen mit den vier Toten bei dem separat gemeldeten Angriff auf eine Hochzeitsfeier nahe Sirik (siehe unten) ergibt das laut dieser Zählung mindestens 19 Tote. Eine unabhängige Bestätigung dieser addierten Gesamtzahl oder der einzelnen Regionalangaben liegt nicht vor.

US-Präsident Trump reagierte im Oval Office mit einer unmittelbaren Drohung: „Wir haben letzte Nacht weit mehr als nur ihren Radar in die Luft gejagt“, sagte er laut Kurier, „es war ein sehr heftiger Angriff letzte Nacht, und wir sind bereit, jederzeit einen weiteren zu starten.“ Eine erneute Offensive werde nicht „zu lange“ andauern, so Trump – eine Formulierung, die mehrere voneinander unabhängige österreichische Medien (Kurier, Die Presse, ORF) übereinstimmend wiedergeben. Trump behauptete zudem, der Iran habe versucht, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen, die USA hätten diese jedoch zerstört, ebenso wie „das gesamte neue Gerät“, das Iran entlang der Straße von Hormus in Stellung zu bringen versucht habe. Diese konkreten Zweckangaben stammen ausschließlich von Trump selbst und sind unabhängig nicht bestätigt.

Streit um einen tödlichen Angriff auf eine Hochzeitsfeier

Für zusätzliche Kontroverse sorgt ein Vorwurf, den iranische Staatsmedien und der iranische Rote Halbmond im Zusammenhang mit den US-Angriffen vom 1. September erhoben: Splitterteile eines US-Raketenangriffs hätten demnach ein Haus in der südiranischen Stadt Kuhestak getroffen, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Laut Rotem Halbmond seien dabei vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind, und mehr als 50 weitere verletzt; iranische Staatsmedien nannten zunächst ebenfalls vier Tote, aber rund 35 Verletzte. Das iranische Außenministerium wiederum sprach zunächst nicht von Kuhestak, sondern von einer Hochzeitsfeier im Ort Sirik, bei der insgesamt mehr als 50 Menschen getötet oder verletzt worden seien.

Eine Kurier-Meldung vom 3. September präsentierte eine dritte Version desselben Vorfalls: Erneut ist von Sirik die Rede, diesmal jedoch mit vier Toten, darunter ein kleines Kind. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „verzweifelten Versuch“ der USA, ihr Scheitern im Krieg zu verbergen, und warf den USA damit erneut ein Kriegsverbrechen vor. Diese jüngste Version deckt sich weder mit der ursprünglichen Kuhestak-Angabe von Staatsmedien und Rotem Halbmond noch mit der zuvor genannten, deutlich höheren Sirik-Opferzahl des Außenministeriums – die Widersprüche zwischen den iranischen Quellen selbst bleiben damit auch nach dieser dritten Darstellung ungeklärt, eine unabhängige Prüfung von Ort, Hergang und tatsächlicher Opferzahl liegt weiterhin nicht vor.

Auf die Vorwürfe angesprochen, wies Centcom-Sprecher Tim Hawkins die Darstellung zurück: Das US-Militär greife „niemals Zivilisten an, im Gegensatz zu“ der Revolutionsgarde, erklärte er und verwies darauf, dass die Meldung von iranischen Staatsmedien stamme. Eine eigene Centcom-Feststellung zu tatsächlichen Schäden oder Opfern in der Region machte er dabei nicht. Angesichts der widersprüchlichen iranischen Angaben und des pauschalen US-Dementis bleibt der Vorfall damit einer der am wenigsten geklärten Punkte der Eskalationsrunde von Anfang September.

Zwei Tanker in der Straße von Hormus getroffen

Parallel zu den Luftangriffen vom 1. September wurden in der Straße von Hormus laut dem griechischen Schifffahrtssicherheitsunternehmen Marisks zwei Rohöltanker binnen weniger Minuten getroffen. Es soll sich demnach um die unter liberianischer Flagge fahrende „Senegal Prosperity“ und die unter saudi-arabischer Flagge fahrende „Sidr“ gehandelt haben; laut dem Sicherheitsunternehmen Vanguard Tech wurde die „Senegal Prosperity“ von Raketen an der Backbordseite, im Maschinenraum und an einem Ballasttank getroffen, die Kommunikation mit dem Schiff fiel danach aus, die Besatzung soll sich in Sicherheit befinden. Internationale Medienberichte bestätigen zwar unabhängig, dass etwa zeitgleich zwei Tanker in der Meerenge angegriffen wurden, nennen dabei aber teils andere Angaben zu den beteiligten Schiffen – die genaue Identität lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage daher nicht einheitlich klären. Wer hinter den Angriffen steckt, blieb in jedem Fall unklar. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO sowie Kurier berichteten zunächst über keine Meldungen zu Verletzten oder Umweltschäden.

Trumps KI-Video von der Ölinsel Kharg – und Irans Zurückweisung

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein von Trump auf Truth Social gepostetes Video, das nach seiner Darstellung zeigen soll, wie Irans wichtigster Öl-Umschlagplatz, die Insel Kharg, „in Schutt und Asche“ gelegt wird. Mehrere internationale Medien stufen das Material übereinstimmend als KI-generiert ein; laut Berichten bestätigte zudem ein anonym zitierter US-Beamter, dass Kharg bei den tatsächlichen Angriffen jener Tage gar nicht Ziel gewesen sei. Diese Einschätzung stammt jedoch von einer nicht namentlich genannten Quelle und ist damit nicht offiziell von Centcom oder dem Weißen Haus bestätigt.

Der Iran wies Trumps Darstellung entschieden zurück. Laut Die Presse erklärte die iranische Seite, die Lage auf Kharg sei „ruhig“, und bezeichnete Trumps Beiträge als „lächerlich“ – so auch der Titel der Kurier-Berichterstattung dazu. Der Vorfall reiht sich in eine Serie öffentlicher Auseinandersetzungen um Deutungshoheit ein, die auch die Eskalationsrunde um die Hochzeitsfeier in Kuhestak/Sirik prägt: Während die US-Angriffe selbst über offizielle Centcom-Mitteilungen recht solide belegt sind, bleibt bei den konkreten Zielen und Folgen – auf beiden Seiten – vieles zwischen widersprüchlichen Darstellungen unklar. Diese Gemengelage aus Eigendarstellung und Gegendarstellung setzte sich mit den Tankerangriffen vom 5. September fort (siehe unten).

Trump erwägt Umbenennung der Straße von Hormus in „Trump-Straße“

Am 2. September legte Trump auf Truth Social mit einem weiteren symbolischen Vorstoß nach: Da die Straße von Hormus „nun unter US-Kontrolle“ stehe, solle man sie doch in „Trump-Straße“ umbenennen, schrieb er – die Wasserstraße wäre dann „wie Amerika selbst ‚heißer‘ denn je zuvor“. Der Vorschlag wurde von mehreren voneinander unabhängigen österreichischen Medien – ORF, Der Standard, Die Presse und Kleine Zeitung – übereinstimmend mit demselben Zitat wiedergegeben.

Trumps Kontrollbehauptung selbst bleibt jedoch eine politische Eigendarstellung: Sie steht in Spannung zu den fortgesetzten iranischen Gegenangriffen in der Region – einschließlich der erneuten Angriffe auf Kuwait am 3. September – und zu früheren, von Irans Meerengen-Behörde PGSA zurückgewiesenen ähnlichen Kontrollansprüchen Trumps aus dem August, wonach die Straße von Hormus bereits „vollständig entmint“ und allein von der US-Navy kontrolliert sei (wie berichtet). Eine unabhängige Bestätigung, dass die Straße von Hormus tatsächlich vollständig unter US-Kontrolle steht, liegt weiterhin nicht vor.

Der Vorschlag reiht sich in ein wiederkehrendes Muster ein: Trump hatte zuvor bereits den Ontariosee im Grenzgebiet zu Kanada im Zuge eines Handelsstreits mit dem Nachbarland in „Amerikasee“ umbenennen lassen und den Golf von Mexiko zu „Golf von Amerika“ erklärt. Laut Berichten dient ein solches Vorgehen erkennbar dazu, politischen Druck aufzubauen, ohne dass damit eine unmittelbare rechtliche oder praktische Wirkung verbunden wäre.

Zugleich bestätigten ORF und Der Standard erneut den Rahmen der laufenden Eskalation: Die USA hätten am Sonntag, 1. September, nach wochenlanger Pause wieder Ziele in der Straße von Hormus angegriffen, um eine weitere iranische Verminung zu verhindern; der Iran habe darauf mit Gegenangriffen in der Region reagiert. Laut Der Standard blockiert der Iran den Handelsweg bereits seit rund sechs Monaten – beide Quellen datieren den Beginn des Kriegs zwischen den USA und dem Iran auf Ende Februar/Anfang März 2026.

US-Militär versenkt iranischen Öltanker „M/T Kylo“, zwei weitere außer Gefecht gesetzt

Am 5. September 2026 eskalierte der Konflikt weiter: Laut einer offiziellen Centcom-Pressemitteilung feuerte die iranische Revolutionsgarde ballistische Raketen auf zwei im Persischen Golf und im Golf von Oman patrouillierende US-Kriegsschiffe ab – nach Angaben mehrerer internationaler Medien einen Flugzeugträger und einen Lenkwaffenzerstörer. Beide Schiffe hätten den mehrfachen, aus US-Sicht „unprovozierten“ Angriffen erfolgreich ausweichen können, Verletzte unter der amerikanischen Besatzung habe es keine gegeben. Für diesen vorausgegangenen Raketenangriff auf die Kriegsschiffe selbst liegt bislang jedoch weder eine iranische Bestätigung noch ein Dementi vor – er stützt sich ausschließlich auf die Centcom-Darstellung.

Als Reaktion griff das US-Militär nach eigenen Angaben drei iranische Rohöltanker an. Der Tanker „M/T Downy“ vor der Ölinsel Kharg und der Tanker „M/T Stark 1“ nahe der Hafenstadt Jask seien „dauerhaft außer Gefecht gesetzt“ worden, der zum Zeitpunkt des Angriffs unbeladene Tanker „M/T Kylo“ (auch unter dem Namen „Noxen“ bekannt) im Golf von Oman sei vollständig zerstört worden, teilte Centcom mit. In der Nacht auf Sonntag, den 6. September, präzisierte Centcom über die Plattform X, wie diese Zerstörung konkret aussah: Ein veröffentlichter Videoclip zeigt nach Medienberichten, wie der getroffene Tanker zunächst Schlagseite bekommt und dann sinkt – Centcom führte dies auf die „Präzision und Professionalität“ der eigenen Soldaten zurück. Laut Kurier war die Besatzung des unbeladenen Schiffs zuvor angewiesen worden, den Tanker zu verlassen. Kurier weist dabei ausdrücklich darauf hin, dass sich die Angaben des Militärs zunächst nicht unabhängig überprüfen ließen.

Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper begleitete die Aktion mit einer unmissverständlichen Drohung: Wer auf zwei US-Schiffe schieße, dem würden im Gegenzug drei eigene Schiffe genommen – so sinngemäß sein Zitat, das von mehreren internationalen Medien (u. a. CNN, NBC News, Al Jazeera) übereinstimmend wiedergegeben wurde. Nach Centcom-Darstellung gehören die drei Tanker zu einem „milliardenschweren Schattennetzwerk“, das die Revolutionsgarde und deren regionale Stellvertreter finanziere; der Iran habe über keinerlei Mittel verfügt, die Schiffe zu verteidigen – eine Einordnung, die ausschließlich von US-militärischer Seite stammt und weder das Eigentumsverhältnis der Tanker noch die behaupteten Finanzierungsstränge unabhängig belegt.

Der iranische Staatsrundfunk IRIB lieferte am selben Tag eine zumindest teilweise bestätigende Darstellung: Vier US-Raketen hätten einen Tanker rund sechs Meilen vor Kharg getroffen, die Besatzung sei evakuiert worden, Verletzte habe es nicht gegeben – Belege für diese Darstellung nannte der Sender nicht. Die halbamtliche Agentur Fars berichtete zusätzlich von Explosionsgeräuschen im Raum Kharg, erklärte aber zugleich, es lägen noch keine offiziellen und genauen Informationen zu deren Ursache vor. Umgekehrt drehte die Nachrichtenagentur Tasnim, die dem Umfeld der Revolutionsgarde nahesteht, die Deutung des Vorfalls: Dass Centcom den vorausgegangenen Angriff auf die US-Kriegsschiffe überhaupt eingeräumt habe, zeige die Offensivkraft der Revolutionsgarde und das Scheitern der „amerikanischen Aggressoren“ – eine erkennbar propagandistisch gefärbte Eigendarstellung ohne unabhängige Bestätigung. Laut einem Bericht des US-Wirtschaftsmediums Axios reihen sich die Angriffe zudem in eine neue, von Trump gebilligte „Tanker-für-Tanker“-Politik ein, mit der iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus abgeschreckt werden sollen – eine offizielle Bestätigung dieser Bezeichnung durch das Weiße Haus oder Centcom selbst liegt bislang nicht vor.

Damit ist die von Centcom gemeldete Zerstörung bzw. Außer-Gefecht-Setzung der drei Tanker durch die zumindest teilweise Bestätigung eines Treffers durch iranische Staatsmedien sowie durch das am 6. September verbreitete Videomaterial inzwischen um Details ergänzt und breiter medial abgesichert als noch am Vortag; unabhängig von Centcom oder iranischer Seite verifiziert – etwa durch Schiffsregister, AIS-Trackingdaten oder Satellitenbilder – ist der Vorfall damit aber weiterhin nicht. Offen bleibt zudem vollständig, ob und wie der Iran auf diesen neuen Schlag reagiert.

Vorgeschichte: Von Larak über Jordanien bis zur neuen Eskalationsrunde

Wie berichtet, hatte das US-Militär am 30. August erstmals seit Ende Juli wieder direkt im Iran zugeschlagen: Laut Centcom trafen US-Streitkräfte zwei Raketenabschussstellungen der Revolutionsgarde auf der Insel Larak, angeblich zur Verhinderung eines Seeminen-Abschusses. Die Revolutionsgarde reagierte nach eigenen Angaben mit einer kombinierten Drohnen- und Raketenattacke auf die US-Stützpunkte King Hussein Air Base und Al-Azraq in Jordanien – ein Angriff, den auch Jordanien unabhängig bestätigte, wobei sich die Seiten bei den Folgen widersprachen: Jordanien und die USA sprachen von vollständiger Abwehr ohne Einschläge, die Revolutionsgarde behauptete zerstörte Infrastruktur. Dieser Widerspruch ist bis heute nicht unabhängig aufgelöst, ebenso wenig wie ein bislang nur einfach belegter Bericht über einen möglichen iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder ein zuvor gemeldeter, nicht zugeordneter Tankerangriff vor Oman.

Die Eskalationsrunde vom 1./2. September setzte diese seit Ende Juli anhaltende Auseinandersetzung fort und weitete sie geografisch aus: Statt wie zuvor primär auf Jordanien konzentriert, richteten sich die iranischen Vergeltungsangriffe zusätzlich gegen Kuwait und Bahrain sowie – nach bislang unbestätigter iranischer Darstellung – gegen eine US-Basis im Irak. Mit den erneuten, eigenständigen Angriffen auf Kuwait am 3. September, der gemeldeten Gesamtopferzahl von mindestens 19 Toten, Trumps wiederholter Drohung, „jederzeit“ nachzulegen, und nun der Zerstörung bzw. Versenkung dreier iranischer Öltanker am 5./6. September nach einem angeblichen iranischen Raketenangriff auf zwei US-Kriegsschiffe setzt sich dieses Muster fort und verlagert sich zunehmend auch auf die maritime Ebene. Auch hier wiederholt sich das bekannte Schema: Ankündigungen, Angriffe und Gegendarstellungen beider Seiten widersprechen sich wiederholt, während sich echte, von beiden Seiten unabhängig geteilte Fakten – wie nun der von IRIB bestätigte Tankertreffer bei Kharg – nur vereinzelt finden lassen.

Was offen bleibt

Unklar ist weiterhin, wie schwer die tatsächlichen Schäden der Anfang September geflogenen US-Angriffe im Iran sowie der iranischen Vergeltungsangriffe auf die US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait, Bahrain und die angebliche US-Basis in Erbil wirklich sind. Offen ist auch, ob sich die von iranischen Medien gemeldete Gesamtzahl von mindestens 19 Toten sowie die Einzelangaben zu Lawan, Kermanshah, Sirik und Khuzestan unabhängig bestätigen lassen. Besonders ungeklärt bleibt der Vorwurf eines tödlichen Angriffs auf eine Hochzeitsfeier: Mit nun bereits drei voneinander abweichenden iranischen Versionen (Kuhestak/vier Tote, Sirik/über 50, Sirik/vier Tote) ist weiterhin offen, wo der Vorfall stattfand, wie viele Menschen tatsächlich ums Leben kamen oder verletzt wurden, und ob Centcoms pauschales Dementi einer eigenen Prüfung standhält. Offen ist zudem, wer für die Angriffe auf die beiden Tanker vom 1. September in der Straße von Hormus verantwortlich ist, ob Iran seine über Militärsprecher Zolfaghari angekündigte „keine Zurückhaltung mehr“ auch gegenüber Bahrain in weitere Angriffe umsetzt, und ob die USA – wie von Trump wiederholt angekündigt – tatsächlich mit einer noch größeren Angriffsrunde nachlegen. Auch Trumps unbelegte Behauptungen zu einer von Iran gebauten Minen-Rakete und zerstörter neuer Ausrüstung entlang der Straße von Hormus sind bislang nicht unabhängig überprüfbar. Ebenso ungeklärt bleibt, ob Centcom oder das Weiße Haus offiziell namentlich bestätigen, dass Kharg bei den Angriffen Ende August/Anfang September kein reales Angriffsziel war, und wie sich die iranische Regierung jenseits von Revolutionsgarde, Staatsmedien und Außenamtssprecher offiziell zur Gesamtlage positioniert. Offen bleibt außerdem, ob Trump seinen Vorschlag zur Umbenennung der Straße von Hormus in „Trump-Straße“ tatsächlich weiterverfolgt, wie der Iran darauf reagiert, und ob sich Trumps Behauptung einer vollständigen US-Kontrolle über die Meerenge jemals unabhängig verifizieren lässt. Weiterhin offen bleibt, ob eine offizielle iranische Stelle den von Centcom gemeldeten Raketenangriff auf zwei US-Kriegsschiffe vom 5. September bestätigt oder dementiert, ob sich der Status aller drei von Centcom benannten Tanker (M/T Downy, M/T Stark 1, M/T Kylo) unabhängig verifizieren lässt und ob der Iran auf deren Zerstörung bzw. Versenkung mit weiteren Vergeltungsschlägen reagiert. Neu hinzugekommen ist die Frage, ob sich anhand unabhängiger Quellen – Satellitenbilder, AIS-Trackingdaten, Schiffsregister – bestätigen lässt, dass die „M/T Kylo“ tatsächlich sank, wie es das von Centcom veröffentlichte Video nahelegt, und ob die von Kurier berichtete Anweisung an die Besatzung, das Schiff vorab zu verlassen, zutrifft. Weiterhin offen ist zudem, ob der erneute iranische Angriff auf Kuwait vom 3. September von Centcom oder einer anderen US-Stelle bestätigt wird und welches Ausmaß etwaige Schäden oder Opfer dabei tatsächlich haben.