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Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am 30. August erstmals seit Ende Juli wieder direkt im Iran zugeschlagen: Laut Centcom trafen US-Streitkräfte zwei Raketenabschussstellungen der Revolutionsgarde auf der Insel Larak in der Straße von Hormus, angeblich zur Verhinderung eines Seeminen-Abschusses – eine bislang nur von US-Seite stammende Angabe. Die Revolutionsgarde reagierte nach eigenen Angaben umgehend mit einer kombinierten Drohnen- und Raketenattacke auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien, laut Medienberichten die King Hussein Air Base und Al-Azraq. Dass tatsächlich Flugkörper Richtung Jordanien unterwegs waren, bestätigte unabhängig auch Jordanien selbst: Die jordanischen Streitkräfte meldeten das Abfangen von acht in ihren Luftraum eingedrungenen Raketen, ein von CNN zitierter US-Beamter sprach von bislang keinen gemeldeten Einschlägen.

Bei den Folgen widersprechen sich die Seiten deutlich: Die Revolutionsgarde behauptet, an den Stützpunkten technische Infrastruktur zerstört zu haben, während Jordanien und die USA von vollständiger Abwehr ohne Einschläge sprechen – ein Widerspruch, der sich unabhängig bislang nicht auflösen lässt. Ein einzelner, nur schwach belegter Bericht legt zudem einen weiteren iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten nahe. Zusätzlich meldete die britische Behörde UKMTO einen erneuten Tankerangriff vor der Küste Omans, dessen Urheber unbekannt ist.

Wie im bisherigen Bericht zur Eskalation an der Straße von Hormus dargestellt, stehen sich die USA und Iran seit Ende Juli in widersprüchlichen Ankündigungen zu Angriffen, Verhandlungen und dem Status der Meerenge gegenüber – zuletzt mit Trumps nicht unabhängig bestätigter Behauptung vollständiger Minenräumung, die Irans Behörde PGSA zurückwies. Offen bleibt, wie schwer die Schäden in Jordanien tatsächlich sind, ob die USA erneut reagieren, wer hinter dem Tankerangriff steckt und ob sich die iranische Regierung offiziell jenseits der Revolutionsgarde äußert.

Erster US-Angriff seit Ende Juli

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am Sonntag erstmals seit Ende Juli wieder direkt im Iran zugeschlagen. Laut einer Erklärung des zuständigen Regionalkommandos Centcom trafen US-Streitkräfte zwei Raketenabschussstellungen der iranischen Revolutionsgarde auf der Insel Larak in der Straße von Hormus. Centcom-Sprecher Tim Hawkins erklärte, von den Stellungen aus hätten Kämpfer der Revolutionsgarde den Abschuss von Raketen mit aufmontierten Seeminen in Richtung der Meerenge vorbereitet. Diese Zweckangabe stammt bislang ausschließlich von US-Seite.

Der Angriff markiert eine Zäsur im Verlauf des Konflikts: In den vergangenen Wochen hatte Washington vor allem auf wirtschaftlichen Druck gesetzt – wie berichtet, hatte US-Finanzminister Scott Bessent erst kurz zuvor mit der Sanktionsoffensive „Operation Economic Outcast“ eine weitere Verschärfung angekündigt. Mit dem Schlag gegen Larak kehrte erstmals seit rund einem Monat auch die militärische Komponente sichtbar zurück. US-Präsident Donald Trump hatte zudem bereits Tage zuvor eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber der Verminung der Straße von Hormus verkündet und mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die dort Seeminen verlegen.

Vorgeschichte

Im bisherigen Bericht zur Eskalation an der Straße von Hormus wurde dargestellt, wie sich Trump und die iranische Führung seit Ende Juli in einander widersprechenden Ankündigungen zu neuen Angriffen, angeblichen Verhandlungen und dem Status der Meerenge gegenüberstanden – zuletzt mit Trumps nicht unabhängig bestätigter Behauptung, die Straße von Hormus sei vollständig von Minen geräumt und stehe unter voller US-Kontrolle, was Irans Meerengen-Behörde PGSA zurückwies. Der Angriff auf Larak setzte diese Auseinandersetzung fort und beantwortete zunächst die Frage, ob die USA nach der Phase wirtschaftlichen Drucks wieder zu direkten Militärschlägen zurückkehren.

Irans Vergeltung: Angriff auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Die Revolutionsgarde erklärte, sie habe als Vergeltung für den Angriff auf Larak eine kombinierte Drohnen- und Raketenattacke auf zwei US-Militärstützpunkte in Jordanien geflogen – laut mehreren internationalen Medienberichten handelt es sich um die King Hussein Air Base und den Stützpunkt Al-Azraq. Dass tatsächlich Flugkörper in Richtung Jordanien unterwegs waren, bestätigte unabhängig von der iranischen Darstellung auch Jordanien selbst: Die jordanischen Streitkräfte teilten über die staatliche Agentur Petra mit, acht in den Luftraum des Königreichs eingedrungene Raketen abgefangen und zerstört zu haben, bevor sie eine Gefahr für Bürger oder Eigentum hätten werden können. Ein von CNN zitierter US-Beamter bestätigte den Vorfall und sprach von bislang keinen gemeldeten Einschlägen.

Centcom erklärte dazu, man habe eine vom Iran geschaffene Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Warenverkehr zu schützen, und wies die Darstellung der Revolutionsgarde, der US-Angriff auf Larak sei ein „Akt der Aggression“ gewesen, als „absolut falsch“ zurück.

Widersprüchliche Schadensdarstellung

Bei der Bewertung der Folgen klaffen die Darstellungen der beiden Konfliktparteien deutlich auseinander. Die Revolutionsgarde behauptet laut iranischen Staatsmedien, an den Stützpunkten in Jordanien technische Infrastruktur zerstört und „schwere Schäden“ verursacht zu haben. Die jordanische und amerikanische Seite widersprechen dem: Nach ihrer Darstellung wurden alle acht Raketen abgefangen, Einschläge seien bislang nicht gemeldet worden. Eine unabhängige Schadensbewertung vor Ort liegt nicht vor, sodass sich dieser Widerspruch derzeit nicht auflösen lässt. Ein einzelner, bislang nicht durch das österreichische Medienbild bestätigter Bericht legt zudem einen weiteren iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten nahe – diese Angabe stammt aus nur einer Quelle und ist entsprechend vorsichtig zu behandeln.

Erneuter Tankerangriff und offene Minen-Frage

Kurz vor der jüngsten Eskalation hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitgeteilt, in der Straße von Hormus sei erneut ein Tanker angegriffen worden – das Schiff sei vor der Küste Omans von einem unbekannten Geschoß getroffen worden. Berichte über Verletzte oder Umweltschäden lagen laut UKMTO nicht vor; wer für den Angriff verantwortlich ist, blieb unklar. Der Iran blockiert nach dieser Darstellung mit seinen Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die Meerenge weiterhin weitgehend.

Bemerkenswert bleibt zudem der Widerspruch zur früheren Centcom-Angabe, wonach die internationalen Schifffahrtsrouten der Straße von Hormus in der Vorwoche vollständig von Seeminen geräumt worden seien: Dass die Revolutionsgarde nach dieser Darstellung nur wenige Tage später erneut mit Seeminen bestückte Raketen vorbereitet haben soll, wirft weiterhin die Frage auf, wie belastbar frühere US-Angaben zur vollständigen Kontrolle der Meerenge tatsächlich sind – ein Streitpunkt, der bereits in der bisherigen Berichterstattung zwischen Washington und Irans PGSA offen war.

Was offen bleibt

Unklar ist weiterhin, wie schwer die tatsächlichen Schäden an den US-Stützpunkten in Jordanien wirklich sind und ob sich der Widerspruch zwischen iranischer Erfolgsmeldung und jordanisch-amerikanischer Darstellung je unabhängig auflösen lässt. Offen ist auch, ob die USA auf die jordanische Attacke ihrerseits mit weiteren Schlägen reagieren, wer für den erneuten Tankerangriff vor Oman verantwortlich ist, ob der bislang einfach belegte Bericht zu einem iranischen Angriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten zutrifft, und wie die iranische Regierung jenseits der Revolutionsgarde offiziell Stellung bezieht. Ebenso offen bleibt, ob sich Irans Position zur angeblichen Öffnung beziehungsweise Blockade der Straße von Hormus durch diese Eskalationsrunde verändert.