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US-Präsident Donald Trump hat Anfang August innerhalb weniger Tage eine deutliche Kehrtwende im Umgang mit Iran vollzogen. Bei einer Kabinettssitzung in Camp David hatte er am 31. Juli weitere, „sehr harte“ Angriffe binnen vier Wochen angekündigt – noch in derselben Nacht griffen iranische Drohnen laut Kuwaits Streitkräften den Stützpunkt Ahmad Al Jaber sowie ein Ziel in Bahrain an; Kuwait fing die Drohnen ab und verurteilte den Angriff offiziell als Souveränitätsverletzung. Vorausgegangen war eine US-Angriffswelle nach einem laut Centcom abgewehrten iranischen Raketenangriffsversuch; die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete dabei drei Tote auf der Insel Keschm, Jordanien fing fünf Raketen ab, und Kuwait bestätigte einen getöteten Arbeiter. In der Nacht auf Sonntag, 2. August, erklärte Trump dann überraschend, er setze die geplanten neuen Angriffe vorerst aus: Iran und andere Golfstaaten hätten darum gebeten, „Umrisse einer Einigung“ seien erzielt worden. Aus Teheran kam umgehend ein Dementi: Dies sei „nichts als eine neue Lüge“. Am 3. August kündigte Trump an Bord der Air Force One an, USA und Iran würden noch am selben Tag Gespräche „in Form von Verhandlungen“ aufnehmen – nur Stunden später widersprach dem der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, ausdrücklich und bestätigte lediglich Gespräche mit dem Oman über eine vorübergehende Regelung für die Straße von Hormus. Trump hielt an seiner Version fest und drohte Iran mit der „letzten Chance vor der Enthauptung“.

Mitte August verlagerte sich der Streit auf die Frage, wer die Meerenge tatsächlich kontrolliert. Trump erklärte wiederholt, zuletzt am Abend des 10. August, die USA hätten die volle Kontrolle über die Straße von Hormus, diese sei „vollständig entmint“, und die US-Navy kontrolliere sie „als einzige“ – laut einem Bericht der Berliner Zeitung räumte er dabei zugleich ein, dass weiterhin neue Minen verlegt würden. Am 13. August widersprach Irans zuständige Behörde, die Persian Gulf Strait Authority (PGSA), dem öffentlich auf X: Wiederholte US-Behauptungen änderten nichts an der Realität – die Straße von Hormus bleibe blockiert, bis Iran seine Bedingungen erfüllt sehe: ein Ende aller US-Drohungen, eine Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, ein Abzug der US-Streitkräfte aus der Region sowie eine vollständige Kriegsentschädigung. Diese Erklärung wurde inzwischen von fünf unabhängigen österreichischen Redaktionen übereinstimmend wiedergegeben; ein direkt abgerufener Volltext-Bericht ergänzt sie um detailliertere Angaben der britischen Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO, wonach Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden anhielten, weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen bestehe und Handelsschiffe nur auf reduziertem Niveau verkehrten. Vor Kriegsbeginn floss demnach rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch die Meerenge, die zudem für Flüssiggas- und Düngertransporte zentral ist.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein von Trump verkündeter Durchbruch von iranischer Seite bestritten wird oder an der Realität scheitert: Schon das Rahmenabkommen vom Juni hatte eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus vorgesehen, zu der es nie kam. Offen bleibt daher, ob überhaupt Verhandlungen stattfinden, ob Trumps Behauptung voller Kontrolle und Minenräumung zutrifft oder die Blockade wie von Iran erklärt fortbesteht, ob Trump seine Ankündigung neuer Angriffe binnen vier Wochen doch noch umsetzt, und wie EU, UNO und Österreich auf diesen anhaltenden Widerspruch zwischen Washington und Teheran reagieren. Eine unabhängig bestätigte Fassung der Ereignisse liegt weiterhin nicht vor.

Was aktuell passiert ist

Nach einer neuerlichen Eskalationsrunde Ende Juli hat US-Präsident Donald Trump zunächst eine überraschende Kehrtwende vollzogen: Erst hatte er am 31. Juli bei einer Kabinettssitzung in Camp David weitere, „sehr harte“ Angriffe auf Iran binnen vier Wochen angekündigt – noch in derselben Nacht griffen iranische Drohnen laut Kuwaits Streitkräften einen Stützpunkt in Kuwait und ein Ziel in Bahrain an. In der Nacht auf Sonntag, 2. August, erklärte Trump dann auf Truth Social, er setze die geplanten neuen Angriffe vorerst aus: Iran und andere Golfstaaten hätten darum gebeten, „Umrisse einer Einigung“ seien erzielt worden. Aus Teheran kam umgehend ein Dementi, das dies als „neue Lüge“ bezeichnete. Am 3. August kündigte Trump an Bord der Air Force One an, USA und Iran würden noch am selben Tag neue Gespräche „in Form von Verhandlungen“ aufnehmen. Nur wenige Stunden später widersprach dem der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, ausdrücklich: Es gebe bislang keine neuen Verhandlungen mit den USA, Iran spreche lediglich mit dem Oman über eine vorübergehende Regelung für die Straße von Hormus. Trump hielt am selben Abend im Weißen Haus an seiner Darstellung fest und drohte Iran mit der „letzten Chance vor der Enthauptung“.

Mitte August hat sich der Streit weiter zugespitzt, ohne dass eine Einigung zustande gekommen wäre. Trump erklärte in den Tagen davor mehrfach, zuletzt am Abend des 10. August, die USA hätten die volle Kontrolle über die Straße von Hormus, diese sei „vollständig entmint“, viele Schiffe passierten sie wieder, und allein die US-Navy kontrolliere die Meerenge. Irans zuständige Behörde, die Persian Gulf Strait Authority (PGSA), widersprach dem am 13. August öffentlich auf der Plattform X: Wiederholte Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade änderten nichts an der Realität – die Straße von Hormus bleibe blockiert und werde erst wieder geöffnet, wenn Irans Bedingungen akzeptiert würden. Als solche nannte Iran ein Ende sämtlicher US-Drohungen, eine Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, einen Abzug der US-Streitkräfte aus der Region sowie eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden. Diese Erklärung wurde inzwischen von mehreren unabhängigen österreichischen Redaktionen – neben ORF auch DER STANDARD, Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung – übereinstimmend wiedergegeben; ein direkt abgerufener Volltext-Artikel der Presse liefert zudem eine ausführlichere Einordnung der britischen Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO: Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden hielten an, es bestehe weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen, und Handelsschiffe verkehrten nur auf reduziertem Niveau. Vor Kriegsbeginn Ende Februar floss laut diesem Bericht rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch die Meerenge, die zudem für den Transport von Flüssiggas und Düngemitteln zentral ist. Ob damit tatsächlich eine Deeskalation eingeleitet ist oder es bei zwei einander widersprechenden Darstellungen ohne belegtes Ergebnis bleibt, ist weiterhin offen.

Iranischer Angriffsversuch und US-Gegenschlag (29./30. Juli)

Centcom hatte mitgeteilt, dass die iranische Revolutionsgarde einen „Überraschungsangriff“ mit mehreren ballistischen Raketen auf US-Streitkräfte in der Region versucht habe; dieser sei jedoch vollständig abgewehrt worden. Als Reaktion flog das US-Militär eine neue Angriffswelle gegen militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen im Iran. Wie schon bei früheren Wellen stammen diese Zweck- und Zielangaben ausschließlich von der angreifenden US-Seite.

Iran meldet Tote auf Keschm und Angriffe in Chuzestan

Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars berichtete über Angriffe auf der Insel Keschm (auch als Qeshm transkribiert) in der Straße von Hormuz und meldete unter Berufung auf die Medizinische Universität Hormosgan drei Tote: eine Familie – Vater, Mutter und ihr zweijähriges Kind –, zwei weitere Kinder seien verletzt worden. Diese Angabe stammt ausschließlich von iranischer Seite und ist unabhängig nicht überprüfbar; angesichts der Sensibilität wird sie hier bewusst nicht als gesicherte Tatsache, sondern als offene, nicht verifizierte Angabe behandelt. Die Nachrichtenagentur IRNA berichtete zudem, die US-Angriffe hätten auch Gebiete um Abadan, Schadegan, Arwand Kenar und Ahwas in der Provinz Chuzestan getroffen – ebenfalls eine ausschließlich iranische, bislang nicht unabhängig bestätigte Angabe.

Jordanien und Kuwait unter Beschuss

Das jordanische Militär teilte mit, fünf Raketen aus dem Iran abgeschossen zu haben; Opfer seien nicht verzeichnet worden. Kuwait meldete nach Angaben seines Verteidigungsministeriums ebenfalls einen iranischen Angriff: Getroffen worden sei ein Gebäude einer chinesischen Firma im Norden des Golfstaats, wobei ein Arbeiter getötet und das Gebäude schwer beschädigt wurde. Beide Vorfälle wurden über offizielle Stellungnahmen der jeweiligen Regierungen bekannt und sind damit vergleichsweise gut belegt – anders als viele der rein iranischen Angaben zu Angriffsorten und Opferzahlen.

Iranische Drohnenangriffe auf Kuwait und Bahrain (30./31. Juli)

In der Nacht auf Freitag, 31. Juli, griff das iranische Militär nach eigenen, über Staatsmedien verbreiteten Angaben mit Drohnen den Stützpunkt Ahmad Al Jaber in Kuwait sowie ein Ziel in Bahrain an. Als Begründung nannte die iranische Seite eine Vergeltung für die zuvor berichteten US-Angriffe auf ein Wohnhaus auf Keschm/Qeshm und weitere Ziele im Iran. Kuwaits Streitkräfte erklärten, die auf militärische und andere wichtige Einrichtungen gerichteten Drohnen abgefangen zu haben; durch herabfallende Trümmer sei es zu Sachschäden gekommen, Menschen seien nicht verletzt worden. Das kuwaitische Außenministerium verurteilte den Angriff scharf als „eklatanten Verstoß gegen die Souveränität des Staates Kuwait, eine direkte Bedrohung für seine Sicherheit und Stabilität sowie einen schweren Verstoß gegen die Regeln des Völkerrechts“. Kuwait und andere Golfstaaten mit US-Militäreinrichtungen sind seit Kriegsbeginn im Februar wiederholt Ziel iranischer Angriffe geworden.

Trump kündigt bei Kabinettssitzung weitere Angriffe an

Bei einer Kabinettssitzung auf seinem Landsitz Camp David sagte Trump am selben Freitag mit Blick auf die kommenden vier Wochen: „Wir werden sie sehr hart treffen.“ Einen konkreten Zeitpunkt nannte er nicht. Iran verfüge nach den bisherigen Angriffen noch über etwas militärische Kapazität, werde diese aber „irgendwann“ nicht mehr aushalten können, so Trump. Zugleich zeigte er sich frustriert über die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Kriegs: Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und stellten Gesprächsinhalte öffentlich falsch dar – „Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen“, sagte er.

Zwei getrennte Tanker-Zwischenfälle in der Straße von Hormus

Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde mussten am 29./30. Juli in der Straße von Hormuz zwei Öltanker umkehren, nachdem einer von ihnen – beim Versuch, die Meerenge über die als unsicher geltende südliche Route zu verlassen – in Brand geraten sei. Laut übereinstimmenden Berichten der US-Medien Washington Times und The Defense Post kam es am 31. Juli zu einem weiteren, davon zu unterscheidenden Zwischenfall: Die Revolutionsgarde erklärte, zwei unter „US-Luftbegleitung“ stehende Öltanker beim Versuch, die Straße über eine nicht autorisierte Route zu durchqueren, gestoppt zu haben; vier weitere Tanker seien daraufhin umgekehrt. Bereits am Mittwoch zuvor habe die Revolutionsgarde eigenen, ebenfalls nur über internationale Medien verbreiteten Angaben zufolge drei weitere Tanker gestoppt. Alle diese Meldungen stammen ausschließlich von iranischer Seite; eine Bestätigung durch Centcom, die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO oder betroffene Reedereien liegt nicht vor.

Trump sagt neue Angriffe vorerst ab – Iran weist „Umrisse einer Einigung“ zurück

In der Nacht auf Sonntag, 2. August, vollzog Trump eine überraschende Kehrtwende: Er habe die zuvor angekündigten neuen Angriffspläne gegen Iran gestoppt, schrieb er auf Truth Social. Iran und andere Länder der Golfregion hätten ihn darum gebeten, weil „Umrisse einer Einigung“ vereinbart worden seien. Diese solle unter anderem eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende der vom Iran ausgehenden atomaren Bedrohung umfassen; auch Israel werde sich demnach vorerst an einen Angriffsverzicht halten. Einzelheiten zu den angeblichen diplomatischen Fortschritten nannte er nicht.

Aus Teheran kam ein Dementi: Trumps Aussage sei „nichts als eine neue Lüge“, hieß es. Iranische Militärvertreter erklärten, ihre Streitkräfte seien in höchster Alarmbereitschaft und auf jede Eventualität vorbereitet. Damit steht Trumps Darstellung einer angeblichen Einigung einer expliziten iranischen Zurückweisung gegenüber; welche Version der Realität näherkommt, lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht klären. Zusätzlich hatte Irans Außenminister Abbas Araghtschi laut internationalen Agenturberichten bereits am Vortag in Telefonaten mit dem pakistanischen Armeechef sowie den Außenministern der Türkei und Saudi-Arabiens vor „abenteuerlichen“ US-Aktionen gewarnt und eine entschlossene iranische Antwort auf jede Aggression angekündigt – ein Tonfall, der nicht zu Trumps Darstellung einer iranischen Bitte um Deeskalation passt.

Es wäre zudem nicht das erste Mal, dass ein von Trump verkündeter Durchbruch im Nachhinein von anderer Seite bestritten wird oder an der Realität scheitert: Schon die Straße von Hormus hätte laut dem im Juni unterzeichneten Rahmenabkommen wieder vollständig für die internationale Schifffahrt geöffnet werden sollen. Zu einer uneingeschränkten Öffnung kam es aber nie – nach einer anfänglichen Zunahme des Schiffsverkehrs wurde dieser durch neue Angriffe zuletzt wieder fast zum Erliegen gebracht. Die Meerenge ist für den Export von Erdöl und Erdgas aus den Golfstaaten von zentraler Bedeutung – vor Kriegsbeginn floss nach Angaben der Nachrichtenagentur APA rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus, die auch für den Transport von Flüssiggas und Düngemitteln zentral ist; Teheran nutzt die faktische Blockade als Druckmittel, während das US-Militär umgekehrt iranische Exporte auf dem Seeweg zu unterbinden versucht. Auch das iranische Atomprogramm – von Israel, den USA und weiteren Staaten als Grundlage einer Atomwaffenentwicklung dargestellt, von Iran hingegen als ziviles Nutzungsrecht verteidigt – gilt weiterhin als eine der größten, wenn nicht die größte Hürde jeder Einigung.

Iranischer Abgeordneter: Vermittler bemühen sich um Wiederbelebung des Islamabad-Abkommens

Am selben Wochenende, an dem Trump seine Angriffspause verkündete, berichtete der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi in einem am 2. August ausgestrahlten Fernsehinterview von einer separaten, diplomatischen Entwicklung: „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler“, sagte er laut ORF. Das Rahmenabkommen war Mitte Juni von den USA und Iran auf Vermittlung Pakistans und Katars unterzeichnet worden, geriet aber wegen eines Auslegungsstreits zur Straße von Hormus ins Wanken und wurde von Iran später ausgesetzt (wie berichtet). Laut Ghaschghawi liegt der zentrale Streitpunkt der aktuellen Bemühungen weiterhin bei genau dieser Frage der Straße von Hormus – jenem Punkt, an dem das Abkommen bereits im Juli zerbrach.

Die Aussage wurde übereinstimmend von ORF, Kurier und der internationalen Nachrichtenagentur Arab News aufgegriffen und stammt damit nicht aus einer isolierten Einzelquelle. Sie bleibt jedoch die Einschätzung eines einzelnen Parlamentsabgeordneten, nicht eine offizielle Stellungnahme der iranischen Regierung, der Vermittler Pakistan und Katar oder der US-Administration – von keiner dieser Seiten liegt bislang eine eigene Bestätigung der beschriebenen Vermittlungsbemühungen vor.

Trump kündigt für den 3. August neue Gespräche an

Nur wenig später kam eine weitere Entwicklung hinzu: An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One erklärte Trump laut ORF am 3. August, die USA und Iran würden noch am selben Tag neue Gespräche aufnehmen. „Was wir tun ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen“, sagte er – einen Tag, nachdem er den vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe verkündet hatte. Ein unabhängig recherchierter, englischsprachiger Liveblog des Senders Al Jazeera berichtete ebenfalls von Trumps Ankündigung bevorstehender Verhandlungen mit Teheran, was die Tatsache dieser Ankündigung zusätzlich stützt. Details zu Format, Teilnehmern oder Ort der Gespräche nannte Trump nicht. Die Ankündigung fügte sich zunächst in das von Ghaschghawi beschriebene Bild laufender Vermittlungsbemühungen ein – wie sich wenig später zeigte, wurde sie von iranischer Seite jedoch umgehend infrage gestellt.

Iran dementiert: Außenamtssprecher Baghaei widerspricht Trump

Nur Stunden nach Trumps Ankündigung trat der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, am Montag, 3. August, vor die Presse und stellte klar: Es gebe bislang keine neuen Verhandlungen mit den USA. Stattdessen spreche Iran mit dem Oman über eine vorübergehende Lösung für eine sichere Route durch die Straße von Hormus – etwa in Form eines einzelnen Korridors mit getrennten Ein- und Ausfahrtspuren. Eine Einigung mit dem Nachbarland allein reiche jedoch nicht aus, um die Wasserstraße wieder vollständig zu öffnen, solange die von Iran so bezeichnete „Aggression“ der USA anhalte. Diese Darstellung wurde neben der Kleinen Zeitung auch von weiteren internationalen Medien unabhängig wiedergegeben und gilt damit als belegt – im Sinne einer offiziellen iranischen Position, nicht notwendigerweise als vollständiges Bild sämtlicher Kontakte zwischen beiden Ländern.

Trump reagierte am selben Abend im Weißen Haus gegenüber Journalisten und hielt an seiner Version fest: Gespräche mit Iran fänden „auf Wunsch“ Teherans statt, unterstützt von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und insbesondere Katar. Zugleich verschärfte er seine Drohung deutlich: Er wolle Iran „jede letzte Chance vor der Enthauptung“ geben, wurde er zitiert. Laut internationalen Medienberichten bezeichnete er die iranische Führung zudem als „unglaublich verlogen“. Damit stehen sich zwei sich direkt widersprechende offizielle Darstellungen gegenüber – Irans explizites Dementi neuer Verhandlungen einerseits, Trumps wiederholte Behauptung laufender Gespräche samt neuer Drohkulisse andererseits –, ohne dass eine unabhängige dritte Quelle bislang Klarheit schafft.

Mitte August: Trump behauptet volle Kontrolle – Irans PGSA widerspricht erneut

In den folgenden Tagen verlagerte sich der Streit von der Frage laufender Verhandlungen auf die Frage, wer die Straße von Hormus tatsächlich kontrolliert. Trump erklärte wiederholt – laut übereinstimmenden Berichten von DER STANDARD, Kleiner Zeitung und ORF zuletzt am Abend des 10. August –, die Meerenge sei nun „vollständig entmint“, die USA hätten „die volle Kontrolle über die Straße von Hormus“, viele Schiffe würden sie wieder passieren, und die US-Navy kontrolliere sie „als einzige“. Einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge schränkte Trump diese Aussage im selben Zusammenhang jedoch selbst ein: Er habe nicht behauptet, sämtliche Minen seien beseitigt, sondern nur, dass geräumt werde – und zugleich eingeräumt, dass weiterhin neue Minen verlegt würden. Diese Einordnung stammt aus einer einzelnen Medienquelle und ist nicht durch ein direktes Zitat in einer zweiten Quelle bestätigt, deutet aber auf einen inneren Widerspruch in Trumps eigener Darstellung hin.

Am 13. August widersprach Iran Trumps Kontrollbehauptung erneut und diesmal über eine offiziell zuständige Stelle: Die Persian Gulf Strait Authority (PGSA) – die iranische Behörde für die Genehmigung und Regulierung der Durchfahrt durch die Meerenge – erklärte auf der Plattform X, wiederholte Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade änderten nichts an der Realität: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert und wird erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen des Irans akzeptiert werden.“ Als Bedingungen nannte die Behörde neben einem Ende sämtlicher US-Drohungen gegen das Land eine Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, einen Abzug der US-Streitkräfte aus der Region sowie eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden.

Diese Erklärung wurde nicht nur von ORF, sondern inzwischen auch von DER STANDARD, Die Presse, Kurier und Kleiner Zeitung übereinstimmend berichtet – ein direkt abgerufener Volltext-Artikel der Presse liefert dabei zusätzliche Details: Die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO habe demnach berichtet, Angriffe und Bedrohungen durch Irans Revolutionsgarden in der Meerenge hielten an; dies zeige, dass der Iran seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten behaupten und den Druck auf durchfahrende Schiffe aufrechterhalten wolle. Es bestehe weiterhin das Risiko treibender oder nicht kartierter Minen, Handelsschiffe verkehrten nur auf reduziertem Niveau. Zur Einordnung der wirtschaftlichen Bedeutung der Meerenge verwies derselbe Bericht darauf, dass vor dem Ende Februar begonnenen Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus transportiert wurde, die auch für Flüssiggas- und Düngertransporte zentral ist; nach Kriegsbeginn habe Iran den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe fast zum Erliegen gebracht, in der Folge seien die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft angestiegen.

Damit stehen sich erneut zwei einander widersprechende offizielle Darstellungen gegenüber: Trumps wiederholte, unter anderem auf Truth Social verbreitete Behauptung voller US-Kontrolle und vollständiger Minenräumung einerseits, die öffentliche Erklärung der zuständigen iranischen Behörde, die Blockade bestehe fort, sowie die nun detailliertere UKMTO-Angabe zu anhaltenden Bedrohungen, Minenrisiko und reduziertem Schiffsverkehr andererseits. Keine der beiden Positionen lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage unabhängig verifizieren.

Vorgeschichte: 13 Angriffsnächte und ein zuvor gescheiterter Waffenruhe-Vorschlag

Wie berichtet, hatte das US-Militär bereits seit Anfang Juli über 13 aufeinanderfolgende Nächte Angriffe gegen iranische Ziele geflogen – zuletzt in der Nacht auf den 24. Juli. Parallel dazu hatten regionale Vermittler, laut einem Axios-Bericht unter anderem Katar, Ägypten und Pakistan, den USA und Iran einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet; eine offizielle Bestätigung durch die beteiligten Regierungen lag nie vor. Dass es nach einer rund einwöchigen Pause erneut zu einem iranischen Angriffsversuch, einem neuen US-Gegenschlag, weiteren Tanker-Zwischenfällen sowie zu den jüngsten Drohnenangriffen auf Kuwait und Bahrain kam, zeigt, dass dieser Vorschlag jedenfalls keine dauerhafte Waffenruhe bewirkt hat. Trump selbst befindet sich nach eigenen früheren Angaben inzwischen im sechsten Monat eines Kriegs, den er anfangs auf wenige Wochen befristet hatte. Wie in einem weiteren, separat auf dieser Seite dokumentierten Beitrag berichtet, verhandelten Iran und Oman in der Zwischenzeit parallel über eine zivile Route durch die Straße von Hormus, während ein iranischer Parlamentsausschuss zugleich einen Gesetzentwurf zum Verbot der Durchfahrt für US- und israelische Schiffe prüfte – wie sich diese Stränge zu der nun erneut bekräftigten PGSA-Blockadeposition verhalten, ist unklar.

Reaktion der Vereinten Nationen

UN-Generalsekretär António Guterres hatte sich in einer früheren Phase der Eskalation „zutiefst besorgt“ gezeigt, den Einsatz militärischer Gewalt durch die USA und Israel gegen Iran ebenso wie die iranische Vergeltung verurteilt und beide Seiten zur raschen Wiederaufnahme von Verhandlungen aufgerufen. Eine aktualisierte Stellungnahme zu den jüngsten Drohnenangriffen, Tanker-Zwischenfällen, zu Trumps wiederholten Kontrollbehauptungen oder zur PGSA-Erklärung vom 13. August liegt aus der vorliegenden Quellenlage nicht vor.

Was unklar bleibt

Zentral offen ist weiterhin, ob zwischen den USA und Iran tatsächlich Verhandlungen stattfinden – Trump behauptet dies, Irans Außenamtssprecher Baghaei hatte dies explizit bestritten und ausschließlich von Gesprächen mit dem Oman über die Straße von Hormus gesprochen. Ebenso ungeklärt bleibt, ob Trumps Behauptung voller US-Kontrolle über die Meerenge und einer „vollständig entminten“ Straße von Hormus der Realität entspricht, oder ob die Meerenge – wie von Irans PGSA erklärt und durch die detaillierteren UKMTO-Angaben zu anhaltenden Angriffen, Minenrisiko und reduziertem Schiffsverkehr nahegelegt – faktisch weiterhin blockiert und gefährdet bleibt. Ebenso unklar bleibt, ob Trump seine ursprüngliche Ankündigung vom 31. Juli, Iran binnen vier Wochen „sehr hart“ zu treffen, trotz seiner Drohung mit der „letzten Chance vor der Enthauptung“ noch umsetzt, oder ob sich tatsächlich eine Deeskalation abzeichnet. Offen ist zudem, ob die von Ghaschghawi beschriebenen Vermittlungsbemühungen zur Wiederbelebung des Islamabad-Abkommens mit den von Baghaei bestätigten Oman-Gesprächen sowie mit den von der PGSA genannten Bedingungen in Zusammenhang stehen und ob Pakistan, Katar oder die US-Regierung sie offiziell bestätigen. Auch das tatsächliche Ausmaß der Schäden der Angriffswellen aus Ende Juli, die Ursache der von Iran gemeldeten Explosionen und Tankerbrände sowie die iranische Zuschreibung der Drohnenangriffe auf Kuwait und Bahrain lassen sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht zweifelsfrei klären. Die iranische Angabe von drei Toten auf Keschm sowie die gemeldeten Angriffsorte in Chuzestan sind weiterhin nicht unabhängig überprüfbar. Offen bleibt zudem, wie EU-Institutionen, die Vereinten Nationen und die österreichische Regierung auf den fortdauernden Widerspruch zwischen Washingtons Kontrollbehauptung und der iranischen Blockade-Erklärung reagieren, ob der iranische Außenminister seine Warnungen vor einer „proportionalen Antwort“ im Ernstfall tatsächlich umsetzt, und ob sich das nun berichtete reduzierte Schiffsverkehrsniveau bereits messbar auf Energiepreise oder Lieferketten in Europa auswirkt.

Einordnung

Innerhalb weniger Tage hatte sich das öffentliche Bild der US-Iran-Konfrontation Anfang August mehrfach gedreht: von der Ankündigung neuer, „sehr harter“ Angriffe über tatsächliche Drohnenangriffe auf zwei Golfstaaten bis zur überraschenden Ankündigung einer Angriffspause, die von Iran umgehend als Lüge zurückgewiesen wurde – über eine Meldung, wonach Vermittler an einer Wiederbelebung des ursprünglichen Abkommens arbeiten, bis zu Trumps eigener Ankündigung, noch am 3. August in konkrete Gespräche einzutreten, der Iran am selben Tag durch seinen Außenamtssprecher öffentlich widersprach. Mitte August hat sich dieses Muster fortgesetzt, nun aber auf einer anderen Ebene: Statt um die Frage laufender Verhandlungen geht es um die grundlegendere Frage, wer die Straße von Hormus tatsächlich kontrolliert. Dass eine offiziell zuständige iranische Behörde – die PGSA – öffentlich und namentlich Stellung bezieht und diese Erklärung inzwischen von fünf unabhängigen österreichischen Redaktionen übereinstimmend wiedergegeben wird, verleiht der iranischen Gegendarstellung eine gewisse institutionelle Verbindlichkeit, ändert aber nichts daran, dass beide Seiten letztlich Partei sind und ihre jeweilige Position ohne unabhängige Überprüfung verbreiten. Dass Kuwait und Jordanien über offizielle Regierungsstellen konkrete, mit Sachschäden verbundene Vorfälle bestätigt haben, verleiht diesen Teilen der Berichterstattung eine höhere Belastbarkeit, während sowohl Trumps Darstellung einer angeblichen Einigung und laufender Verhandlungen als auch zentrale iranische Angaben – insbesondere zu Keschm und den Tanker-Zwischenfällen – einzelquellig oder einander widersprechend bleiben und daher vorsichtig zu behandeln sind. Das wiederkehrende Muster – Ankündigung eines Durchbruchs oder einer Kontrollübernahme, gefolgt von Dementi oder gescheiterter Umsetzung – legt nahe, dass auch die jüngsten Signale nicht unhinterfragt als tatsächliche Deeskalation oder Beendigung der Blockade gewertet werden sollten. Die Straße von Hormuz bleibt eine der zentralen Engstellen des weltweiten Energiehandels – nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wurde vor Kriegsbeginn rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch sie transportiert, zudem ist sie für Flüssiggas- und Düngertransporte zentral; anhaltende Störungen wirken sich potenziell auch auf Energiepreise und Lieferketten in Europa und Österreich aus. Eine abschließende, von unabhängiger Seite bestätigte Fassung der Ereignisse liegt weiterhin nicht vor.