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Anhaltende Trockenheit und eine Hitzewelle lassen die Wasserkraft-Stromproduktion in Österreich einbrechen. Sowohl bei der Energie AG als auch beim Verbund liegt die Erzeugung rund 30 Prozent unter dem langjährigen Schnitt, wie die Unternehmenssprecher Peter Stöckler und Florian Seidl berichten. Der Verbund hat die finanziellen Folgen nun beziffert: Der Konzerngewinn brach im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel auf 518 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um 11 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand dennoch mit einem Gewinn von rund 1 bis 1,2 Milliarden Euro, wovon die Hälfte an die Aktionäre gehen soll. Laut einer Unternehmensmitteilung war der Erzeugungskoeffizient der Verbund-Laufkraftwerke im ersten Halbjahr der niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen 1926.

Um den Produktionsausfall auszugleichen, greifen die Versorger auf Stromimporte und Gaskraftwerke zurück. Berichten zufolge mussten bereits einzelne kleine Wasserkraftwerke, etwa im Innviertel und im Waldviertel, komplett abgeschaltet werden. Die Unternehmen versichern zugleich, die Versorgungssicherheit bleibe gewährleistet, und kündigen Investitionen in mehr Speicherkapazität an, um Sonnen- und Sommerstrom besser nutzbar zu machen.

Offen bleiben genaue Investitionssummen, die Zahl der betroffenen Kleinkraftwerke, eine unabhängige Bestätigung der Produktionszahlen etwa durch amtliche Statistiken sowie, ob die Verbund-Jahresprognose und die geplante Ausschüttung an die Aktionäre tatsächlich so eintreffen. Bisher stammen die zentralen Einschätzungen zur Lage von den betroffenen Energieunternehmen selbst.

Was passiert ist

Anhaltende Trockenheit und eine aktuelle Hitzewelle lassen die Pegelstände österreichischer Flüsse sinken – mit spürbaren Folgen für die Stromerzeugung. Bei der oberösterreichischen Energie AG wird nach Angaben des zuständigen Geschäftsführers Peter Stöckler derzeit rund 30 Prozent weniger Strom aus Wasserkraft produziert als üblich. Auch beim teilstaatlichen Verbund liegt die Produktion an den Donau-Kraftwerken laut Pressesprecher Florian Seidl in etwa 30 Prozent unter dem langjährigen Schnitt. Stöckler sagte, 2026 könnte damit das schwächste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen für die Wasserkraft-Stromproduktion werden.

Verbund-Halbjahreszahlen: Der Gewinnrückgang in Zahlen

Am 30. Juli 2026 hat der Verbund konkrete Zahlen zu den Folgen der Trockenheit vorgelegt. Der Konzerngewinn brach im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel auf 518 Millionen Euro ein, wie Kleine Zeitung, Der Standard und Kurier übereinstimmend aus der Halbjahresbekanntgabe des Unternehmens berichten. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro. Als Hauptursachen nennt der Verbund dieselbe Trockenheit, die schon die Produktionszahlen drückt, sowie gesunkene Strom-Absatzpreise. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Vorstand dennoch mit einem Konzerngewinn von rund 1 bis 1,2 Milliarden Euro, wovon laut Der Standard die Hälfte an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Laut Medienberichten sagte Vorstandsvorsitzender Michael Strugl sinngemäß, dem Unternehmen fehle derzeit rund ein Drittel der üblichen Wassermenge. In einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens ist zudem von einem Erzeugungskoeffizienten der Laufkraftwerke von 0,68 die Rede – rund 32 Prozentpunkte unter dem langjährigen Schnitt und dem niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1926; diese Angabe stammt aus der Unternehmensmitteilung selbst und ist bislang nicht unabhängig gegengeprüft.

Was die Quellen zeigen

Um den Produktionsausfall auszugleichen, greifen die Energieversorger nach Angaben ihrer Sprecher auf Stromimporte sowie auf Gaskraftwerke zurück. Berichten von Kleine Zeitung und Salzburg24 zufolge mussten zudem bereits einzelne kleine Wasserkraftwerke – etwa im Innviertel und im Waldviertel – ganz abgeschaltet werden, weil zu wenig Wasser durch die Turbinen fließt. Beide Unternehmen betonen zugleich, dass die Versorgungssicherheit auch bei den derzeit niedrigen Wasserständen gewährleistet sei, unter anderem durch einen Mix aus Wasser-, Wind- und Sonnenstrom. Sowohl Energie AG als auch Verbund geben an, in Ausbau und Modernisierung zu investieren, ohne dass bislang konkrete Summen oder Zeitpläne genannt wurden.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob 2026 tatsächlich für ganz Österreich das schwächste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn wird – dazu liegt weiterhin nur eine Einschätzung der Energie AG sowie die auf das erste Halbjahr und nur den Verbund bezogene Angabe zum niedrigsten Erzeugungskoeffizienten seit 1926 vor, keine amtliche Jahresbilanz. Auch wie viele Kleinkraftwerke landesweit betroffen sind und welche Regionen konkret ganz abgeschaltet wurden, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beziffern. Unklar bleiben zudem Höhe und Zeitrahmen der angekündigten Investitionen in zusätzliche Speicherkapazität, eine unabhängige, etwa von E-Control oder Statistik Austria bestätigte Version der genannten Produktionszahlen sowie, ob die Verbund-Jahresprognose von 1 bis 1,2 Milliarden Euro Konzerngewinn tatsächlich eintrifft und ob die angekündigte Ausschüttung der Hälfte davon an die Aktionäre so von der Hauptversammlung beschlossen wird.

Einordnung

Wasserkraft deckt traditionell einen erheblichen Teil der heimischen Stromversorgung; Rückgänge in dieser Größenordnung wirken sich daher unmittelbar auf Importbedarf und den Einsatz fossiler Reserven wie Gas aus – und nun sichtbar auch auf die Konzernbilanz des größten heimischen Stromerzeugers. Die Halbjahreszahlen des Verbund liefern erstmals harte, regulierte Finanzkennzahlen zu den Folgen der Trockenheit, während die Angaben zur Produktionsmenge selbst weiterhin überwiegend auf Unternehmensaussagen beruhen. Die Forderung nach mehr Speicherkapazität – um Sonnenstrom vom Tag für die Nacht und Sommerstrom für den Winter nutzbar zu machen – reiht sich in eine längere Debatte über die Klimafolgen für die heimische Energieversorgung ein. Eine Einordnung durch unabhängige Stellen wie Regulierungsbehörden, Umweltorganisationen oder Finanzanalysten zu Produktionslage und Jahresprognose liegt in den vorliegenden Quellen weiterhin nicht vor.