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Laut einem WHO/UNICEF-Bericht vom 15. Juli 2026 waren 2025 in der WHO-Europaregion, die 53 Staaten von Westeuropa bis Zentralasien umfasst, rund 566.000 Kinder ohne jeglichen Impfschutz, weitere rund 258.000 nur unzureichend geimpft. Mehrere österreichische Medien – Standard, Kurier und ORF – berichteten übereinstimmend über diese Zahlen.

Für Österreich zeichnen die Berichte ein gemischtes Bild: Bei einzelnen Standardimpfungen gelten die Quoten als stabil bis leicht gestiegen, etwa bei der ersten Masernimpfung. Bei vollständigen Impfserien bleibt die Umsetzung laut den Quellen jedoch herausfordernd – die zweite Masernimpfung sowie dritte Dosen gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Hepatitis B und Polio sollen unter dem WHO-Zielwert von 95 Prozent liegen.

Offen bleibt, wie sich diese Zahlen exakt zu einer abweichenden UNICEF-Angabe für die Region Europa/Zentralasien verhalten und welche Länder genau für den Großteil der komplett ungeimpften Kinder stehen. Der ursprüngliche WHO-Bericht mit den Originaldaten wurde bei der Recherche nicht direkt eingesehen, weshalb einzelne Detailwerte mit Vorsicht zu lesen sind.

Was passiert ist

Laut einem am 15. Juli 2026 veröffentlichten Bericht von WHO und UNICEF fehlt einer erheblichen Zahl von Kindern in Europa weiterhin ein vollständiger Impfschutz. Mehrere österreichische Medien – Der Standard, Kurier und ORF – berichteten übereinstimmend, dass in der WHO-Europaregion, die 53 Staaten von Westeuropa bis nach Zentralasien umfasst, 2025 rund 566.000 Kinder ohne jegliche Grundimmunisierung waren. Weitere rund 258.000 Kinder gelten demnach als nur unzureichend geschützt. Der Kurier bezifferte die Gesamtzahl der Kinder ohne ausreichenden Schutz gegen Infektionskrankheiten mit über 800.000 – eine Größenordnung, die sich aus der Summe beider Werte ergibt. Für Österreich zeichnen die Berichte ein gemischtes Bild: Bei einzelnen Standardimpfungen gelten die Quoten als stabil bis leicht gestiegen, bei vollständigen Impfserien bleibt die Umsetzung laut Standard aber „herausfordernd“.

Was die Quellen zu Österreich zeigen

Der Kurier hält fest, dass in Österreich vollständige Impfserien stagnieren, „besonders bei Masern“. Ergänzende Recherche zu den zugrunde liegenden WHO/UNICEF-Schätzwerten für Österreich deutet darauf hin, dass die Erstimpfung gegen Masern 2025 bei rund 95 Prozent lag und damit den international angestrebten Zielwert erreichte, nachdem sie im Jahr davor bei rund 90 Prozent gelegen sein soll. Die zweite, für einen vollständigen Schutz nötige Masernimpfung soll dagegen nur rund 84 Prozent erreicht haben. Auch bei den dritten Dosen gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis, gegen Hepatitis B und bei der Polio-Grundimmunisierung sollen die Quoten mit je rund 88 Prozent unter dem WHO-Zielwert von 95 Prozent liegen, der für einen verlässlichen Bevölkerungsschutz als notwendig gilt. Diese Einzelwerte stammen nicht aus einer selbst eingesehenen Originaltabelle, sondern aus der Zusammenschau mehrerer Berichte und sind entsprechend mit Vorsicht zu lesen.

Was unklar bleibt

Die genaue Datenlage hinter der Kernzahl von 566.000 Kindern ließ sich nicht abschließend über den ursprünglichen WHO-Europaregion-Bericht selbst nachvollziehen, da dieser bei der Recherche nicht direkt aufgerufen werden konnte. Eine offizielle UNICEF-Mitteilung zur Region Europa und Zentralasien, die eine andere Länderabgrenzung verwendet, nennt für 2025 rund 368.000 Kinder ohne jegliche Impfung – eine Zahl, die wegen des abweichenden Regionszuschnitts nicht unmittelbar mit den 566.000 der WHO-Europaregion gleichgesetzt werden sollte. Auch die in einzelnen Berichten kolportierte Aussage, dass rund die Hälfte der komplett ungeimpften Kinder in der Region auf vier Länder – darunter Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan – entfalle, sowie ein genannter Rückgang der Zahl gegenüber dem Vorjahr um rund 43.000 Fälle, konnten nicht unabhängig gegengeprüft werden und werden hier bewusst nicht als gesicherte Fakten übernommen. Unklar bleibt zudem, wie sich im Bericht erwähnte Kürzungen bei Impfprogrammen in den USA konkret auf die europäische Entwicklung auswirken sollen.

Einordnung

Der Bericht fällt in eine Phase, in der Österreichs Impfstatus ohnehin im Fokus steht: Die WHO hatte dem Land Anfang 2026 laut Berichten von science.ORF.at den Status als „masernfrei“ entzogen, nachdem 2024 mehrere hundert Masernfälle aufgetreten waren. Eine Impfquote von 95 Prozent gilt international als Schwelle, ab der ein verlässlicher Gemeinschaftsschutz gegen Masern erreichbar ist – wird sie bei der zweiten Dosis unterschritten, bleiben Ausbrüche in einzelnen Regionen oder Altersgruppen möglich. Die Berichterstattung zu diesem WHO/UNICEF-Bericht stützt sich bislang ausschließlich auf die Einschätzung der beiden Organisationen selbst; eine gesonderte Stellungnahme etwa des österreichischen Gesundheitsressorts zu den aktuellen Zahlen liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor.