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Die Wiener Grünen haben am 15. September einen Sondergemeinderat zu Hitzeschutz verlangt, der sich mit Schutzmaßnahmen für Schulen, Kindergärten und Spitäler befassen soll – ein Termin steht noch nicht fest. Judith Pühringer und Peter Kraus begründeten die Forderung mit dem zurückliegenden Sommer: Die Wiener Rettung habe im Juni einige ihrer einsatzreichsten Tage überhaupt verzeichnet, zudem habe es Waldbrände etwa in der Lobau gegeben – beides ist durch unabhängige Berichte gestützt.

Wie im bisherigen Bericht zur Causa Nevrivy dargestellt, hatten die Grünen bereits Anfang September ein Wiener Wohnungsschutzgesetz gegen Gemeindebau-Verkäufe gefordert. Bei der aktuellen Pressekonferenz bekräftigten sie diesen Antrag als eine von mehreren Herbstinitiativen und nannten dazu erstmals die – unabhängig nicht bestätigte – Zahl von bis zu 100.000 angeblich zum Verkauf stehenden Gemeindewohnungen. Ein konkretes Datum für die Einbringung im September nennen sie diesmal nicht mehr.

Stadtregierung und Bezirksvorsteher Nevrivy äußerten sich zu den neuen Vorwürfen bisher nicht; im vorliegenden Cluster kommt ausschließlich die Perspektive der Grünen vor.

Neue Forderung: Sondergemeinderat zu Hitzeschutz

Die Wiener Grünen haben am 15. September 2026 bei einer Pressekonferenz einen Gemeinderat auf Verlangen zum Thema Hitzeschutz gefordert. Die Parteiobleute Judith Pühringer und Peter Kraus kündigten an, dass sich dieser Sondergemeinderat vor allem mit Hitzeschutzmaßnahmen für Schulen, Kindergärten und Spitäler befassen soll. Ein genauer Termin steht noch nicht fest – die Grünen sprechen von „den kommenden Wochen“.

Kraus begründete den Vorstoß mit dem zurückliegenden Sommer: Die Wiener Rettung habe im Juni 2026 einige der einsatzreichsten Tage ihrer Geschichte verzeichnet, zudem habe es Waldbrände rund um Wien gegeben, unter anderem in der Lobau und im Föhrenwald. Der Einsatzrekord der Rettung im Juni ist durch mehrere voneinander unabhängige Medienberichte gestützt; die von Kraus genannte Einordnung „in der 144-jährigen Geschichte“ stammt aus seinem eigenen Zitat und ließ sich darüber hinaus nicht gesondert bestätigen. Auch der Waldbrand in der Lobau – nach Berichten rund 18 Hektar Fläche Anfang August – ist unabhängig dokumentiert; zum Föhrenwald-Brand liegen deutlich weniger Detailberichte vor.

Vorgeschichte: Die Causa Nevrivy und das Wohnungsschutzgesetz

Wie im bisherigen Bericht zur Causa Nevrivy dargestellt, hatten die Grünen bereits Anfang September ein Wiener Wohnungsschutzgesetz gefordert, nachdem laut einem Gesprächsprotokoll dem Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) die Aussage zugeschrieben worden war, Gemeindewohnungen „verklopfen“ zu wollen. Die SPÖ Wien hatte den Vorschlag als vor allem polemisch zurückgewiesen und betont, aktuell stehe keine einzige Gemeindewohnung zum Verkauf.

Wohnungsschutzgesetz erneut angekündigt – offene Frage nur teilweise beantwortet

Bei der Pressekonferenz am 15. September bekräftigten Pühringer und Kraus, im Herbst einen Antrag auf das Wohnungsschutzgesetz einzubringen – als eine von mehreren für den Herbst geplanten Initiativen, neben dem Sondergemeinderat, der Fortführung der Kampagne „Lobau oder Tunnel“ und neuen Hausbesuchen in Neubaugebieten. Als Begründung nannten sie diesmal eine konkrete Zahl: Nevrivy wolle „kolportierten Aussagen“ zufolge bis zu 100.000 Gemeindewohnungen verkaufen. Diese Zahl ist bislang nur durch die Wiedergabe des Kurier als „kolportiert“ belegt, unabhängig nicht bestätigt und geht über die im bisherigen Bericht genannten Details des Gesprächsprotokolls hinaus.

Damit beantwortet die Pressekonferenz die zuvor offene Frage, ob die Grünen ihren Antrag auf ein Wohnungsschutzgesetz tatsächlich weiterverfolgen, nur teilweise: Sie bekräftigen die Absicht, nennen aber – anders als noch Anfang September – kein konkretes Zieldatum im September mehr. Ob sich für die dafür nötige Verfassungsänderung eine Zweidrittelmehrheit findet, bleibt weiterhin offen.

Einordnung: Bislang nur eine Seite zu Wort gekommen

Die Vorwürfe an die Stadtregierung – Pühringer sprach von „Planlosigkeit, Hilflosigkeit und Mutlosigkeit“, eine zweite, zeitgleiche Aussendung der Grünen wirft Bürgermeister Michael Ludwig vor, „die Zeichen der Zeit nicht“ zu erkennen – sind Einschätzungen der oppositionellen Partei. Im vorliegenden Cluster äußern sich weder die Stadtregierung noch Bürgermeister Ludwig noch Bezirksvorsteher Nevrivy zu den neuen Ankündigungen; eine Gegendarstellung liegt nicht vor.

Parallel dazu, aber auf Bundesebene, war der Nationalrat bereits am 14. September auf Verlangen der Bundes-Grünen zu einer Sondersitzung zu Klima- und Hitzeschutz zusammengetreten. Die Wiener Grünen orientieren sich nach Angaben des Kurier an diesem Vorbild.

Offene Fragen

Offen bleiben insbesondere der genaue Termin des Sondergemeinderats und das dort verhandelte Maßnahmenpaket, ob der Wohnungsschutzgesetz-Antrag tatsächlich in den Gemeinderat kommt und welche Mehrheiten sich dafür finden, sowie die Reaktion von Stadtregierung und Nevrivy auf die erneuerten Vorwürfe und die genannte Zahl von bis zu 100.000 Gemeindewohnungen.