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Die Gewerkschaft Younion hat den Personalmangel in Wiener Kindergärten erstmals mit einer konkreten Zahl unterlegt: Rund 1.800 Pädagoginnen und Pädagogen würden fehlen, davon knapp 1.000 in privaten und 840 in städtischen Einrichtungen, so Younion-Vertreter Manfred Obermüller gegenüber ORF-Wien. Er fordert ein neues Besoldungspaket und schließt für den Herbst gewerkschaftliche Maßnahmen nicht aus, sollte dieses ausbleiben. Die Wiener Kindergartenabteilung MA 10 bestätigte den Einsatz von Assistenzkräften in pädagogischer Funktion und verwies auf eigene Rekrutierungs- und Ausbildungsmaßnahmen, ohne die genannten Zahlen selbst zu bestätigen.

Neu ist vor allem, dass die Gewerkschaft damit erstmals auf die kürzlich vom Bund angekündigte Weiterbildungsförderung für Assistenzkräfte reagiert, über die bereits berichtet wurde: Obermüller hält die dafür vorgesehenen Mittel für zu gering und spricht von einer „Minderwertschätzung“. Eine der bis dahin offenen Fragen – wie sich die Gewerkschaftsseite zu dieser Förderung äußert – ist damit erstmals beantwortet.

Die Zahlen lösten zudem einen politischen Schlagabtausch aus: FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl sieht die Verantwortung auch bei Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der zuvor als Wiener Bildungsstadtrat zuständig war; die Wiener Grünen werfen der aktuellen Stadträtin Bettina Emmerling „Managementversagen“ vor; die ÖVP verweist auf ein seit Jahren bekanntes Problem. Diese Einschätzungen sind politische Positionen, keine überprüften Fakten. Offen bleibt, welche konkreten Schritte die Gewerkschaft im Herbst tatsächlich plant und wie Stadt und Bund darauf reagieren.

Gewerkschaft macht Druck: Zahlen und Herbst-Drohung

Die Gewerkschaft Younion hat den Personalmangel in Wiener Kindergärten erstmals mit einer konkreten Gesamtzahl beziffert: Rund 1.800 Pädagoginnen und Pädagogen würden fehlen, sagte Younion-Vertreter Manfred Obermüller gegenüber ORF-Wien. Nach Angaben der Gewerkschaft sind knapp 1.000 Stellen in privaten Einrichtungen unbesetzt, weitere 840 fehlen in den städtischen Kindergärten der Stadt Wien. Obermüller fordert ein neues Besoldungspaket – und schließt „Maßnahmen“ für den Herbst nicht aus, sollte dieses ausbleiben. Details dazu, welche Schritte konkret drohen, nannte er bislang nicht.

Die Wiener Kindergartenabteilung MA 10 widersprach den Zahlen nicht, bestätigte aber, dass derzeit auch speziell unterstützte Assistenzkräfte als Pädagoginnen und Pädagogen eingesetzt werden. Auf den Personalmangel reagiere man mit Rekrutierungs- und Ausbildungsmaßnahmen, hieß es von der Stadt.

Neue Wendung: Kritik an der Bundes-Förderung

Neu an dieser Wortmeldung ist vor allem, dass die Gewerkschaft damit erstmals konkret auf die kürzlich vom Bund angekündigte Förderung für die Weiterbildung von Assistenzkräften reagiert – wie im bisherigen Bericht zu dieser Maßnahme dargestellt, hatte der Bund für die Jahre 2027 bis 2029 insgesamt 3 Millionen Euro über eine neue AMS-Weiterbildungsteilzeitbeihilfe in Aussicht gestellt. Eine der dort offen gebliebenen Fragen war, wie sich Gewerkschaften oder Kindergartenträger zu dieser Maßnahme äußern. Obermüller liefert nun eine erste, deutliche Antwort: Er hält die Förderung für zu gering und bezeichnet sie als „Minderwertschätzung“ gegenüber dem Berufsstand. Ob und wie der Bund auf diese Kritik reagiert, ist bislang nicht bekannt.

Politischer Schlagabtausch

Die Zahlen der Gewerkschaft lösten umgehend parteipolitische Reaktionen aus. Der FPÖ-Bildungssprecher im Parlament, Hermann Brückl, sieht in der Personalnot auch die „Handschrift“ von Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der zuvor fünf Jahre lang als Wiener Bildungsstadtrat für die Kindergärten zuständig war. Julia Malle und Felix Stadler von den Wiener Grünen kritisierten, dass die aktuell zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) lieber eine Befragung durchführe, statt zu handeln, und orteten ein „Managementversagen“. Der Klubobmann der Wiener Volkspartei, Harald Zierfuß, verwies darauf, dass der Personalmangel seit Jahren bekannt sei – leidtragend seien die Kinder. Diese Einschätzungen sind politische Positionierungen einzelner Mandatare und keine überprüften Tatsachenfeststellungen; eine Stellungnahme von Wiederkehr oder Emmerling selbst liegt bislang nicht vor.

Was noch offen ist

Unklar bleibt, welche konkreten gewerkschaftlichen Schritte im Herbst tatsächlich folgen könnten und ob es zu einer Einigung über ein neues Besoldungspaket kommt. Ebenso offen ist, ob Stadt Wien oder Bund die von Younion genannten Zahlen bestätigen, relativieren oder mit eigenen Erhebungen kontern. Für die zuvor berichtete Weiterbildungsförderung wirft die Kritik der Gewerkschaft zudem die Frage auf, ob der Bund nachbessert oder bei der angekündigten Summe bleibt.