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Die jemenitische Huthi-Miliz und die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition haben sich Ende Juli 2026 erneut gegenseitig angegriffen, und die Folgen für den globalen Schiffs- und Ölhandel wurden zunehmend messbar. Nachdem die Huthi-Miliz zuvor zwei saudische Öltanker attackiert hatte — die saudische Agentur SPA bestätigte unabhängig einen Brand am Tanker „Encelia“ —, griff die Koalition am 24./25. Juli erneut Huthi-Stellungen in der Provinz Hodeidah an; Koalitionssprecher Generalmajor Turki al-Malki bezeichnete dies als „verhältnismäßige militärische Reaktion“. Ein Militärsprecher der Huthi-Miliz erklärte daraufhin, die Gruppe habe am Samstag als Vergeltung Aramco-Anlagen sowohl in Jizan als auch in Yanbu angegriffen — eine bislang unbestätigte Eigenangabe: Saudi-Arabien äußerte sich dazu nicht offiziell, und Sekundärberichte sprachen für Yanbu stattdessen von abgefangenen statt getroffenen Raketen.

Neue Daten des Analysehauses Kpler zeigten das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen: Am Sonntag durchquerten nur noch elf Handelsschiffe die Meerenge Bab al-Mandab — der niedrigste Stand seit Monaten; auch der Verkehr durch die Straße von Hormus blieb gering. Die Ölpreise fielen zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent, nachdem der Brent-Preis zuvor mehrere Tage über 100 US-Dollar gelegen hatte — warum der Preis trotz des eingebrochenen Schiffsverkehrs fiel, erklären die Quellen nicht. Diese Zahlen stammen aus derselben, mehrfach wortgleich nachgedruckten Agenturmeldung, also aus einer einzigen Datenquelle. Die EU-Marineoperation „Aspides“ hatte die Bedrohungslage für das südliche Rote Meer bereits zuvor auf „hoch“ hochgestuft; parallel setzten die USA ihre Luftangriffe auf Iran fort, während sich die Rhetorik zwischen Washington und Teheran verschärfte — US-Außenminister Rubio kündigte an, iranische Angriffe künftig „a head for an eye“ zu vergelten.

Anfang August spitzte sich die Lage zusätzlich zu: Am 6. August griff die Huthi-Miliz mit Raketen und Drohnen mehrere Militärlager der jemenitischen Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut an — laut mehreren internationalen Medien der schwerste Angriff auf regierungstreue Kräfte seit dem Waffenstillstand von 2022. Die Opferzahl wird sehr unterschiedlich beziffert: Regierungsvertreter nannten mindestens 30 getötete Soldaten, Rettungsdienste 38, ein TV-Sender 45, die Armee 58; die Huthi-Miliz behauptete zusätzlich „Hunderte“ getötete oder verletzte Gegner. Am 7. August griff die Miliz laut jemenitischem Gesundheitsministerium erneut Wohngebiete und ein Lager für Binnenvertriebene in Marib an — mindestens zwei Tote, 14 Verletzte; aus Militärkreisen hieß es zusätzlich, zwei Soldaten seien getötet und drei verletzt worden. Ein Huthi-Sprecher bestätigte den Angriff und erklärte, jede militärische Aufrüstung im Zusammenhang mit dem „saudischen Feind“ werde bekämpft. Offen bleibt, welche der stark abweichenden Opferzahlen zutrifft und ob Saudi-Arabien oder die jemenitische Regierung darauf reagieren.

Schiffsverkehr bricht ein, Ölpreis fällt deutlich

Die anhaltende Eskalation zwischen der jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien zeigt inzwischen deutliche Spuren im globalen Öl- und Schiffsverkehr. Laut am Montag, 27. Juli 2026, veröffentlichten Daten des Analysehauses Kpler durchquerten am Sonntag nur noch elf Handelsschiffe die Meerenge Bab al-Mandab an der Küste des Jemen — der niedrigste Stand seit Monaten. Auch der Verkehr durch die Straße von Hormus, das zentrale Nadelöhr am Persischen Golf, blieb über das Wochenende gering.

Von den elf Schiffen waren sieben Öltanker, darunter zwei sehr große Rohöltanker (VLCC) auf dem Weg zum saudischen Hafen Yanbu sowie ein Schiff mit Verbindungen nach Russland. Vier Schiffe verließen das Rote Meer in Richtung Süden, darunter ein unter Hongkong-Flagge fahrender VLCC mit rund zwei Millionen Barrel saudischem und emiratischem Rohöl an Bord, das nach China transportiert wird. Parallel dazu fielen die Ölpreise zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent — nachdem der Brent-Ölpreis zuvor mehrere Tage in Folge über 100 US-Dollar pro Barrel gelegen hatte, dem höchsten Stand seit Ende Mai. Eine Erklärung für diesen Rückgang trotz des gleichzeitig eingebrochenen Schiffsverkehrs liefern die vorliegenden Berichte nicht; ob der Ölpreis damit unter die zuvor gemeldete 100-Dollar-Marke gerutscht ist, bleibt offen. Auffällig ist zudem, dass die identischen Zahlen von mehreren österreichischen Medien wortgleich aus derselben Agenturmeldung (APA/Reuters) übernommen wurden — es handelt sich also um eine einzelne Datenquelle, nicht um mehrfach unabhängig erhobene Werte.

Koalitionsschläge auf Hodeidah, Huthi meldet Angriff auf Jizan und Yanbu

Auslöser der Zuspitzung Ende Juli war eine erneute Angriffswelle der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition am 24./25. Juli gegen Huthi-Stellungen in der jemenitischen Provinz Hodeidah. Koalitionssprecher Generalmajor Turki al-Malki erklärte, es habe sich um eine „verhältnismäßige militärische Reaktion“ gegen legitime militärische Ziele der Huthi-Miliz gehandelt, die die Handelsschifffahrt bedrohten — eine Angabe, die durch ein direktes Zitat mehrfach unabhängig belegt ist.

Die Huthi-Miliz erklärte daraufhin über ihre offiziellen Medien auf Telegram, als Vergeltung einen Raketenangriff auf die saudische Stadt Jizan durchgeführt zu haben, der dort Brände ausgelöst habe. Ein Militärsprecher der Huthi-Miliz hat diese Angabe später präzisiert: Die Gruppe habe am Samstag Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco sowohl in Jizan als auch in Yanbu angegriffen — womit erstmals beide zuvor getrennt berichteten Ziele in einer einzigen Eigendarstellung verbunden werden. Saudi-Arabien äußerte sich dazu weiterhin nicht offiziell, gab aber am frühen Morgen mehrfach kurzzeitige Warnungen vor „möglicher Gefahr“ für Jizan und Yanbu heraus und hob die Warnung für Yanbu nach eigenen Angaben bald wieder auf. Berichte aus Sekundärquellen, die sich auf nicht näher benannte griechische Sicherheitsquellen berufen, sprechen weiterhin davon, dass saudische Luftabwehr zwei auf Ölraffinerien in Yanbu gerichtete Raketen abgefangen habe — ohne dass es dazu offizielle Schadensangaben gab. Ob sich diese Abfangmeldung und die Huthi-Eigenangabe auf denselben Vorfall beziehen oder wie „abgefangen“ und „getroffen“ zueinander stehen, ist unabhängig weiterhin nicht geklärt — Saudi-Arabien hat den Erfolg oder das Ausmaß der behaupteten Angriffe zu keinem Zeitpunkt offiziell bestätigt. Die Huthi-Miliz warf Saudi-Arabien nach den Koalitionsangriffen eine „gefährliche Eskalation“ vor und erklärte, dies werde „nicht unbeantwortet bleiben“.

Vorgeschichte: Blockade-Drohung und Tankerangriffe

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hatte Saudi-Arabien zunächst mit einer „Belagerung“ gedroht und diese Drohung am 20. Juli 2026 in eine formale „Seeblockade“ überführt. Huthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte ein Handelsembargo gegen Saudi-Arabien „nach dem Prinzip Auge um Auge“ mit sofortiger Wirkung; als Begründung nannte die Miliz eine aus ihrer Sicht rund zwölf Jahre andauernde saudische Blockade jemenitischer Häfen, Flughäfen und Landwege. Ausgangspunkt der Eskalation war ein Luftangriff am 13. Juli auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa, den Huthi und die saudi-gestützte jemenitische Regierung sich wechselseitig zuschreiben.

Am 22./23. Juli erklärte die Huthi-Miliz über die ihr nahestehende Agentur Saba, zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen zu haben. Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA bestätigte unabhängig, dass der Tanker „Encelia“ rund 70 Seemeilen (ca. 130 km) südwestlich von Al-Schukaik getroffen wurde und am Bug in Brand geriet; die Besatzung blieb unverletzt. Einen zweiten Angriff auf den Tanker „Laylia“ behauptet bislang nur die Huthi-Miliz selbst. Die von SPA genannte Position deckt sich weitgehend mit einer zuvor von der britischen Behörde UKMTO gemeldeten Position eines beschossenen Tankers — ob beide Meldungen denselben Vorfall beschreiben, ist offiziell nicht bestätigt.

EU-Reaktion: Aspides stuft Bedrohungslage höher ein

Als Reaktion auf die erste Angriffswelle hatte die EU-Marineoperation „Aspides“ ihre Sicherheitsbewertung für das Rote Meer bereits aktualisiert. Die Bedrohungslage an der Meerenge Bab al-Mandab sowie im südlichen Roten Meer wurde nach Mitteilung des Mission-Hauptquartiers im griechischen Larissa von „mittel“ auf „hoch“ heraufgestuft; für das nördliche Rote Meer und den Golf von Aden bleibt es bei „mittel“. Aspides begründet dies mit den anhaltenden regionalen Konflikten — insbesondere dem sich ausweitenden Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran. Nach Einschätzung der Mission können weitere Angriffe auf Handelsschiffe nicht ausgeschlossen werden, insbesondere durch Antischiffsraketen, unbemannte Luft- und Wasserfahrzeuge sowie kleinere Boote. Die EU-Mission empfiehlt Schiffen, jemenitische Hoheitsgewässer zu meiden und näher an der afrikanischen Küste zu navigieren. Der von Kpler gemeldete Einbruch des tatsächlichen Schiffsverkehrs deutet darauf hin, dass sich viele Reedereien bereits an diese Empfehlung halten oder die Route ganz meiden.

US-Luftangriffe und Berichte über mögliche Bodentruppen

Parallel zu den Ereignissen im Roten Meer setzten die USA ihre Luftangriffe auf Iran fort. Das US-Zentralkommando (Centcom) veröffentlichte Videoaufnahmen, die nach eigenen Angaben zeigen, wie Fahrzeuge, Gebäude, Landungsstege und Boote getroffen wurden; die Angriffe hätten Irans Fähigkeit, Handelsschiffe zu bedrohen, weiter eingeschränkt. Bereits am 23. Juli hatte das US-Militär nach eigenen Angaben zum zwölften Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen; nachfolgende Berichte über weitere Angriffswellen nennen keine übereinstimmende Nachtzählung mehr.

Einem Medienbericht zufolge wird in den USA zudem der Einsatz von Bodentruppen erwogen; Präsident Trump habe darüber noch nicht endgültig entschieden. Konkrete Angaben zu Umfang und Ziel solcher Operationen liegen nicht vor — der Bericht verweist nur pauschal auf „Berichte in US-Medien“, ohne eine konkrete Quelle zu benennen. Irans Regime drohte laut derselben Quelle, im Fall eines US-Bodeneinsatzes ebenfalls Kommandoaktionen in anderen Golfstaaten durchzuführen. Beide Angaben stammen bislang nur aus einer einzelnen Medienquelle und sind entsprechend vorsichtig zu behandeln.

Verschärfte Rhetorik zwischen Washington und Teheran

Die diplomatische Sprache zwischen den USA und Iran hat sich zugleich verschärft. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete Trumps Iran-Politik als „a head for an eye“ — „ein Kopf für ein Auge“ — und kündigte damit an, dass die USA Angriffe des Iran nicht nur gleichwertig, sondern deutlich härter vergelten würden. Er reagierte damit auf eine Aussage des iranischen Außenministers Abbas Araghchi, wonach Teherans Verteidigungsdoktrin dem Prinzip „Auge um Auge“ folge. Präsident Trump erklärte zudem auf der Plattform Truth Social, die USA würden Iran für die Huthi-Angriffe auf die saudischen Tanker zur Verantwortung ziehen; zuvor hatte er bereits gedroht, im Fall weiterer iranischer Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus iranische Brücken oder Kraftwerke zu zerstören.

Die Blockade-Erklärung und ihre mögliche Reichweite

Die Blockade-Ankündigung und die Angriffe zielen insbesondere auf die Straße von Bab al-Mandab, die südliche Zufahrt zum Roten Meer. Marktbeobachter wie die Analysefirma Kpler geben an, dass im Juni rund 7 Prozent der weltweiten Ölfördermenge durch diese Meerenge transportiert wurden — auch weil Saudi-Arabien Ölexporte zunehmend über eine Ost-West-Pipeline zum Roten-Meer-Hafen Yanbu umleitet, jener Region, die auch bei den Angriffsmeldungen Ende Juli im Zentrum stand. Laut Berichten gilt die Straße von Hormus, das zentrale Nadelöhr am Persischen Golf, bereits als blockiert; die Huthi-Miliz strebt an, mit Bab al-Mandab auch das zweite maritime Nadelöhr für den Ölhandel zu sperren — der zeitweise gemeldete Rückgang auf elf Schiffe deutet darauf hin, dass dieses Ziel faktisch bereits teilweise erreicht wurde, auch ohne eine formell durchgesetzte, vollständige Sperrung. Ein separater, über Reuters kursierender Bericht — gestützt auf drei anonyme Quellen — legt zudem nahe, dass Iran die Huthi bereits Mitte Juli aufgefordert habe, das Rote Meer im Fall eines US-Angriffs auf iranische Energieanlagen zu sperren. Diese Angabe stammt ausschließlich aus nicht namentlich genannten Quellen und wurde von keiner der beteiligten Regierungen offiziell bestätigt oder dementiert.

Neue Angriffswelle Anfang August: schwerster Angriff seit Jahren

Anfang August 2026 hat sich die Eskalation innerhalb des Jemen selbst weiter zugespitzt. Am 6. August griff die Huthi-Miliz nach übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien mit Raketen und Drohnen mehrere Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut an. Nach Einschätzung mehrerer Beobachter war dies der schwerste Angriff auf regierungstreue Kräfte seit dem De-facto-Waffenstillstand von 2022, der die offenen Kämpfe zwischen Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien unterstützten Koalition über Jahre weitgehend beendet hatte.

Bei der genauen Zahl der Todesopfer weichen die Angaben deutlich voneinander ab: Jemenitische Regierungsvertreter sprachen von mindestens 30 getöteten und rund 50 verletzten Soldaten. Rettungsdienste nannten zunächst 38 Tote und 29 Verletzte, ein Fernsehsender berichtete von 45 Toten, und die jemenitische Armee selbst bezifferte die Zahl der Getöteten mit 58 — nach mehreren Medienberichten der höchste Stand seit vier Jahren. Die Huthi-Miliz behauptete ihrerseits, „Hunderte“ mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt zu haben — eine reine Parteiangabe ohne unabhängige Bestätigung. Einem Bericht der Washington Post zufolge, der sich auf das saudische Militär beruft, wurden bei den Angriffen zudem mindestens elf Zivilpersonen, darunter ein Kind, nahe der saudisch-jemenitischen Grenze verletzt — auch diese Angabe ist bislang nur einfach belegt.

Nur einen Tag später, am 7. August, griff die Huthi-Miliz erneut Ziele in der Provinz Marib an. Nach Angaben des jemenitischen Gesundheitsministeriums richtete sich dieser Angriff gegen Wohngebiete und ein Lager für Binnenvertriebene; mindestens zwei Menschen wurden getötet, 14 weitere verletzt. Aus Militärkreisen hieß es zudem, bei einem separaten Angriff auf Stellungen regierungstreuer Truppen seien mindestens zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt worden. Ein Sprecher der Huthi-Miliz bestätigte den Angriff und erklärte, man habe Militärlager der regierungstreuen Truppen mit einer großen Zahl von Raketen und Drohnen angegriffen; jede militärische Aufrüstung im Zusammenhang mit dem „saudischen Feind“ werde entschieden bekämpft.

Was die Quellen zeigen

Zur Frage, wer den Luftangriff auf den Flughafen Sanaa zu verantworten hat, widersprechen sich die Darstellungen weiterhin: Die Huthi-Miliz machte Saudi-Arabien verantwortlich, während das Verteidigungsministerium der international anerkannten, saudi-gestützten jemenitischen Regierung die Angriffe für sich reklamierte. Pakistan verurteilte die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien offiziell und warnte vor einer Ausweitung zu einem breiteren regionalen Krieg. Bei den Tanker-Angriffen liegt mit der SPA-Bestätigung eine Angabe einer offiziellen, nicht-huthinahen Stelle vor, die den Vorfall am Tanker „Encelia“ unabhängig stützt. Ähnlich stark belegt ist die Bestätigung der Koalitionsangriffe auf Hodeidah durch ein direktes, von mehreren internationalen Medien übereinstimmend wiedergegebenes Zitat des Koalitionssprechers. Deutlich schwächer belegt bleibt hingegen der von der Huthi-Miliz behauptete Angriff auf Jizan und Yanbu: Er stützt sich weiterhin ausschließlich auf Huthi-eigene Angaben, während Saudi-Arabien dazu keine offizielle Stellungnahme abgegeben hat.

Auch die neue Angriffswelle Anfang August ist im Kernereignis — dass die Huthi-Miliz an beiden Tagen Ziele in Marib und Hadramaut angegriffen hat — durch mehrere unabhängige internationale Medien übereinstimmend belegt und wird von der Miliz selbst nicht bestritten, sondern offen reklamiert. Die konkrete Opferzahl bleibt dagegen je nach Quelle (Regierung, Rettungsdienste, Armee, TV-Sender) uneinheitlich und schwankt allein für den 6. August zwischen 30 und 58 Toten; die von der Huthi-Miliz behauptete Zahl von „Hunderten“ getroffenen Gegnern ist eine unbelegte Parteiangabe. Für den Angriff vom 7. August liegt mit der Angabe des Gesundheitsministeriums eine offizielle, wenn auch nur über Agenturmeldungen wiedergegebene Quelle vor. Die Kpler-Daten zum Schiffsverkehr und die Ölpreisbewegung stammen ebenfalls von einer kommerziellen, nicht parteigebundenen Analysefirma, wurden aber nur über eine einzelne, mehrfach identisch nachgedruckte Agenturmeldung eingesehen.

Was unklar bleibt

Offen bleibt weiterhin, wer den Luftangriff auf den Flughafen Sanaa tatsächlich ausgeführt hat, sowie die Behauptung zu einem angeblich festgehaltenen IKRK-Flugzeug. Unklar ist zudem, ob der von der Huthi-Miliz für Jizan und Yanbu behauptete Angriffserfolg tatsächlich zutrifft, ob es sich beim SPA-bestätigten Encelia-Vorfall um denselben Tanker handelt, den zuvor UKMTO gemeldet hatte, und ob der behauptete Angriff auf die „Laylia“ zutrifft. Ebenso offen bleiben die Berichte über mögliche US-Bodentruppen-Planungen und eine iranische Drohung mit Kommandoaktionen in anderen Golfstaaten, sowie die Frage, warum die Ölpreise trotz des eingebrochenen Schiffsverkehrs fielen.

Neu hinzugekommen ist die Frage, welche der stark divergierenden Opferzahlen des Angriffs vom 6. August 2026 — 30, 38, 45 oder 58 Tote je nach Quelle — der Realität am nächsten kommt, ob die Huthi-Behauptung von „Hunderten“ getroffenen Gegnern zutrifft, und ob die von der Washington Post gemeldeten verletzten Zivilpersonen nahe der saudischen Grenze unabhängig bestätigt werden. Ebenfalls offen ist, ob Saudi-Arabien oder die international anerkannte jemenitische Regierung auf diese neue Angriffswelle mit eigenen Vergeltungsschlägen reagieren und wie sich der Konflikt zwischen Huthi-Miliz, jemenitischer Regierung und Saudi-Arabien in den kommenden Wochen insgesamt weiterentwickelt.

Einordnung

Die Ereignisse markieren nach vorliegenden Quellen eine weitere, inzwischen mehrere Frontlinien umfassende Runde der Konfrontation zwischen der Huthi-Miliz, der international anerkannten jemenitischen Regierung und Saudi-Arabien. Von der verbalen Blockade-Drohung über die formale Blockade-Erklärung, den von saudischer Seite bestätigten Tanker-Brand und die wechselseitigen Angriffe auf Hodeidah und Jizan/Yanbu bis zum gemessenen Einbruch des Schiffsverkehrs hat sich der Konflikt bereits im Juli zu einer messbaren Störung eines der wichtigsten globalen Handelswege entwickelt. Die Ereignisse vom 6. und 7. August zeigen zusätzlich, dass die Huthi-Miliz ihre militärischen Kapazitäten nun verstärkt gegen jemenitische Regierungstruppen selbst einsetzt — mit nach mehreren Einschätzungen der höchsten Opferzahl seit Jahren, wenn auch mit erheblicher Unsicherheit über die genaue Höhe. Dass die saudi-arabische Koalition erneut Huthi-Stellungen angriff und die Huthi-Miliz die Angriffe auf Marib und Hadramaut selbst reklamierte, ist gut belegt; die genauen Opferzahlen und die Huthi-Behauptung eines Erfolgs gegen Saudi-Arabien selbst bleiben dagegen unsicher. Angesichts der Beteiligung mehrerer Staaten — darunter Iran, Saudi-Arabien, die USA und Pakistan — sowie der Einbettung in den größeren US-Iran-Krieg bleibt eine vorsichtige, laufend zu aktualisierende Einordnung geboten, die Parteibehauptungen klar von unabhängig bestätigten Fakten trennt.